Christian Karl André

* 20.03.1763 in Hildburghausen
† 19.07.1831 in Stuttgart

Christian Karl André wurde am 20.03.1761 in Hildburghausen geboren. Sein Vater war der fürstliche Bereiter und Reitlehrer Johann Friedrich Andrä 1737-1820), der mit Johanna Rosina Körbitz die Ehe geschlossen hatte.

Er studierte an der Universität Jena Jura, Pädagogik sowie Musik.

Seine erste Anstellung fand André bei der fürstlich waldeck‘schen Regierung als Sekretär und Erziehungsrat. Später fand er eine Anstellung als Rat in Arolsen. Er verließ jedoch im Jahre 1782 den Staatsdienst.

André setzte sich nunmehr für die Volksbildung ein. So gründete er in Arolsen eine Schule. Hierbei orientierte er sich an die Salzmannschule in seiner Heimat Schnepfenthal. Diese Schule wurde im Jahre 1784 durch den Pädagogen Christian Gotthilf Salzmann nach den Grundsätzen des Philanthropismus geleitet.

Im Jahre 1785 wechselte André an die Schule nach Schnepfenthal, wo er dann selbst unterrichtete. Er half Salzmann die Schule zu etablieren. Nach fünf Jahren verließ er die Lehranstalt jedoch um in Gotha eine Mädchenschule zu leiten. Ab dem Jahre 1794 zog die Schule nach Eisenach um.

Von 1780 bis 1795 gehörte Christian Karl André auch der Freimaurerbewegung an.

Im Jahre 1791 beschloss er zusammen mit Rudolph Zacharias Becker den »Anzeiger« heraus. Dieses Blatt sollte der Vorläufer des »Allgemeinen Anzeigers der Deutschen« werden, der unter verschiedenen Namen bis ins Jahr 1850 regelmäßig erschien.

Karl Christian André wurde im Jahre 1798 die Gelegenheit gegeben, als Rektor an eine evangelische Schule in Brünn zu wechseln.

Im Jahre 1800 begann André mit der Herausgabe des »Patriotischen Tageblattes«, dass in 10 Bänden erschien und im Jahre 1805 der österreichischen Zensur zum Opfer fiel.

Nach seiner pädagogischen Zeit wirkte André als Landwirt. Zunächst war er in Brünn Sekretär der kaiserlich mährischen Gesellschaft zur Förderung des Ackerbaues. Im Jahre 1812 wurde ihm der Titel eines fürstlichen Wirtschaftsrats verliehen und im Jahre 1817 erhielt er eine Anstellung am Georgikom in Keszthely.

Er engagierte sich auch als Sekretär des landwirtschaftlichen Vereins zur Ausbreitung gemeinnütziger Kenntnisse sowie als Redakteur der »Landwirtschaftlichen Zeitschrift«. Darüber hinaus war André auch in mehreren privaten Musikvereinen aktiv.

Von 1809 bis zu seinem Tode war er auch Herausgeber der enzyklopädischen Zeitschrift »Hesperus«, die bis in das Jahr 1832 erschien. Im gleichen Jahr veröffentlichte er auch den »Nationalkalender für die gesammte östreichische Monarchie« mit dem er sich an Mittelstand richtete. Dieses Blatt erschien bis ins Jahr 1822 in Prag.

Noch heute gilt André als wichtige Persönlichkeit der Volkskultur, indem er sich um die geistliche und sittliche Entwicklung des Volkes bemühte. Hierbei verwendete er einfach verständliche Mittel und zielte hierbei auf die Mittel- und Unterschicht der Gesellschaft ab. In den 45 Jahren, die er sich schriftstellerisch betätigte, entstanden etwa 40 Werke. Hierzu gehörten unter anderem auch wesentliche Arbeiten zur Völkerkunde, Naturwissenschaften und Volkswirtschaft, jedoch wurden seine Arbeiten schnell vom neuen Wissensständen überholt.

Er war in zahlreichen nationalen und internationalen Gesellschaften zur Volkskultur Mitglied oder Ehrenmitglied.

Nachdem sich seinen literarischen Werken neue Hindernisse in Österreich auftaten, wechselte er als Hofrat nach Stuttgart. Dort herrschte eine liberalere Einstellung gegenüber Schriftstellern als in Österreich oder Preußen.

Seine beiden Söhne Emil und Rudolph machten sich erwarben sich ebenfalls Verdienste um die Landes- und Volkskultur sowie im Erziehungswesen.

Christian Karl André verstarb im 68. Lebensjahr am 19.07.1831 in Stuttgart.


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