Miguel José Azanza

* 00.00.1745 in Navarra
† 26.06.1826 in Bordeaux

Miguel José de Azanza wurde im Jahre 1746 - andere Quellen sagen 1745 - in Aoiz bei Navarra geboren. Er war der Sohn von Pedro José Azanza y Narbalaz und seiner Ehefrau Juana Maria Alegria Egues (1726-1776).

Nach seinen Studien in Sigüenza und Pamplona ging er im Alter von etwa 17 Jahren in die spanische Überseekolonie von Neuspanien, dem heutigen Mexiko. Begleitet wurde er von seinem Onkel José Martin de Alegria. Azanza arbeitete als Sekretär des General-Inspekteurs des königlichen Schatzes José de Gálvez. Mit Gálvez (1720-1787) unternahm der junge Azana eine Reise durch die neuen Kolonie um sich mit deren Problemen vertraut zu machen. Später betraute er den jungen Azanza auch mit verschiedenen schwierigeren Aufgaben.

Im Jahre 1771 begann er zunächst eine militärische Laufbahn in der Infanterie, die er jedoch schon im Jahre 1774 zugunsten einer diplomatischen Laufbahn wieder beendete. So wurde er im Jahre 1774 zunächst zum Sekretär des Marquis de la Torre, der General-Kapitän in Kuba, berufen. Im Jahre 1781 war Azanza am spanischen Sieg bei Gibraltar beteiligt.

Zwischen 1784 und 1786 wurde er zum Sekretär an der Botschaft in Russland bestellt und später verfolgte seine Versetzung als Geschäftsträger an die Botschaft nach Berlin.

Im Jahre 1788 erfolgte seine Berufung zum Corregido in Salamanca und im Jahre 1789 erfolgte seine Ernennung zum Intendanten der Armee in Valencia.

Seit 1793 übernahm Miguel José de Azanza die Leitung des Kriegsministeriums im Kabinett von Manuel de Godoy (1767-1851). Er blieb bis zum Jahre 1796 in diesem Amt.

Am 19.10.1796 wurde Miguel José de Azanza zum Vizekönig von Mexiko, was von manchen Zeitgenossen als eine Form von Exil gesehen wurde, ernannt. Azanza galt als ein strenger Kritiker von Godoys.

Im Jahre 1798 bezog er sein Büro in Orizaba (Mexiko), wo er Miguel de la Grúa Talamanca, Marquis de Branciforte (1755-1812), der wohl als der korrupteste spanische Vizekönig galt, ablöste. Der Marquis de Branciforte hatte eine große Anzahl Soldaten in Jalapa und Veracruz stehen, die dem königlichen Etat stark belastete. Hinzu kam, dass die heimischen Felder der Soldaten verwahrlosten. Am 19.05.1799 begann der Vizekönig mit der Ausmusterung des größten Teils der Truppen und schickte die Soldaten der Provinz-Miliz zurück in ihre Provinzen. Zugleich begann er den Hafen von San Blas auszubauen und mit Kanonen zu bestücken.

Er begann, die Küste gegen das englische Schiffe zu schützen indem er Truppen in Buenavista, das in der Nähe von Veracruz lag, beorderte und eine Flotte von 18 Kanonenbooten in Veracruz stationierte. Am 17.05.1799 ordnete der Vizekönig von Mexico an, dass Waisenkinder nach Kalifornien geschickt werden. So wurde ihm zu Ehren die Stadt Candelario de Azanza - heute Nuevo León-, am Salt Lake, gegründet.

Im Jahre 1799 wurde eine Verschwörung entdeckt. Pedro de la Portilla, ein in der neuen Welt geborener Kreole versammelte sich mit jungen Männern um für die Befreiung des Landes von den Europäern zu kämpfen. Die Kreolen bewaffneten sich mit alten Degen, was überwiegend ihre Bewaffnung darstellte. Man wollte Gefangene befreien und zugleich den Vizekönig als Geisel nehmen. Zugleich erklärten Sie die Unabhängigkeit von Mexiko und Spanien den Krieg. Durch Isidore Francisco Aquirre, einem Cousin de la Portillas, wurde der Plan der Regierung verraten. Azanza ordnete am 10.11.1799 sofort die Verhaftung der Verschwörer an, ließ jedoch über deren Motive nichts verlauten um keine unnötigen Angst in der Bevölkerung zu schüren. Dieser Aufstand ging als die »Verschwörung der Macheten« in die Geschichte Mexikos ein. Der Aufstand an sich stellte für Spanien keine wirkliche Bedrohung dar, zeigte jedoch die durch den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und die Französische Revolution ausgelösten Wirkungen auf das einfache Volk.

Ein wenig bekannter Aspekt des Wirkens von Miguel José de Azanza als Vizekönig von Mexico ist wohl die Umwandlung der Hauptsadt des Königreichs nach europäischen Maßstäben durch den Bau von öffentlichen Parks und Plätzen entsprechend zu verändern. Um dieses Ziel zu erreichen gab er auch den Befehl an die städtische Polizei aus, jeden herrenlosen und herumstreunenden Hund sofort zu erschießen. Diese Maßnahme ließ sich wohl nicht durch den Gesundheitsschutz der Bevölkerung begründen sondern vielmehr schien die Regierung den sozial schwachen Einwohnern ihre Mach zu demonstrieren. Denn Hunde begleiteten eher die sozialen unteren Schichten. Zwischen 1798 und 1801 fielen so etwa 14.000 Hunde dem ordnungspolitischen Ziel zum Opfer. Erst der neue Gouverneur Félix Berenguer de Marquina befahl eine Aussetzung dieses Befehls.

Wenige Monate später, im Jahre 1800 kehrte Azanza in die spanische Heimat zurück und besetzte wichtige Regierungsämter.

Im Jahre 1808 wurde er - der Aufstand von Aranjuez war diesem Ereignis vorausgegangen - zunächst zum Finanzminister durch König Ferdinand VII. berufen und Miglied der Zentral-Junta, die während der Abwesenheit des Königs – er hielt sich als Gefangener Kaiser Napoléons in Frankreich auf - und reiste im Mai 1808 nach Bayonne um den französischen Kaiser Napoléon - der die Krone Spaniens vorübergehend inne hatte - zu huldigen. In Bayonne ernannte ihn der französische Kaiser Napoléons zum Mitglied der neuen Regierung unter König Joseph Bonaparte. Azanza gilt auch als der Urheber der Verfassung von Bayonne.

König Joseph machte Azanza zum Herzog von Santa Fe. Unter dem neuen König diente der spanische Diplomat zunächst als Minister für die Auswärtigen Angelegenheiten, ehe er im Jahre 1811 zum Botschafter in Paris berufen wurde.

Nach dem Untergang des napoleonischen Reiches Anfang 1814 begab sich Azanza ins französisches Exil. Über seine Beweggründe zur Unterstützung König Joseph I. legte er im Jahre 1815 zusammen mit Gonzalo O-Farril in der Denkschrift »Selbstvertheidigung der spanischen Minister D. Joseph de Azanza und D. Gonzalo O-Farril« Rechenschaft ab.

Azanza wurde nach der Wiederherstellung der alten Verhältnisse unter König Ferdinand VII. in Spanien zum Tode verurteilt und sein gesamter Besitz und sein Vermögen wurden eingezogen. Er lebte bis zu seinem Tode am 26.06.1826 in verarmten Verhältnissen in Bordeaux.


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