Johann Georg Quistorp

* 16.04.1755 in Rostock
† 01.03.1835 in Greifswald

Johann Gottfried Quistorp ist der fünfte von neun Söhnen des Theologieprofessors und Pastors Johann Jakob Quistorp (1717-1766) sowie seiner Frau Chatarina Theresia, geborene Dallin. Der Mediziner Johann Quistorp, der erste Schwiegervater des Dichters Ernst Moritz Arndt, war sein jüngerer Bruder.

Nach dem frühen Tode des Vaters ging er zu seinen Onkel Bernhard Friedrich Quistorp (1718-1788), den Generalsuperintendenten für Schwedisch-Vorpommern und Rügen in Greifswald in die Obhut.

Am 11.05.1772 immatrikulierte sich der angehende Künstler an der Universität Greifswald. In den Jahren 1781/82 reiste der angehende Künstler nach Berlin, Leipzig und hielt sich für gut 1,5 Jahre in Dresden auf, wo er seine künstlerischen Fähigkeiten weiter entwickeln wollte. Nach seiner Rückkehr nach Greifswald war er zunächst als Zeichenlehrer tätig.

Im Jahre 1788 fand Quistorp eine Anstellung als Universitätsbaumeister und akademischer Zeichenlehrer in Greifswald. Er leitete den Zeichensaal der Universität, der den Ausgangspunkt für das heutige Caspar-David-Friedrich-Institut legte. Zu Quistorps Schülern gehörten neben seinen Schwager Ernst Moritz Arndt auch Caspar David Friedrich, der Greifswalder Professor Wilhelm Titel oder Gottlieb Giese, ein Greifswalder Baumeister. Mit Friedrich schloss er Freundschaft und begleitete ihn auf seinen Skizzentouren in Vorpommern. Vermutlich führte er seinen Freund auch an zwei beherrschende Themen seines späteren Werks heran, zum einen die Landschaftsmalerei und zum andern die Freimaurerei. Später verhalf er ihm auch zu einem Stipendium an der Kunstakademie in Kopenhagen und später zum Wechsel nach Dresden.

Johann Gottfried Quistorp gehörte der Freimauerei an und war der erste Aufseher der »St. Johannis Loge zu den drei Greifen«.

Seit etwa 1800 galt der Baumeister als führender Architekt in der norddeutschen Universitätsstadt. In dieser Zeit entstanden in der Stadt die so genannten Quistorp-Häuser. Diese sind zum Teil auch heute noch erhalten.

Im Jahre 1792 ging Quistorp die Ehe mit Sarah Linde ein, doch starb seine Ehefrau wenige Monate nach der Eheschließung und blieb kinderlos.

Im Jahre 1812 wurde er zusätzlich zum Adjunkt für das Fach Bau- und Feldmesskunst der philosophischen Fakultät für angewandte Mathematik berufen. Im Jahre 1817 erhielt er noch einen Doktorhut der Philosophie verliehen.

Am 01.03.1835 starb Johann Gottfried Quistorp in Greifswald.


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