Friedrich Adolf Ludwig von Bismarck

* 01.08.1766 in Uenlingen
† 12.04.1830 in Berlin

Friedrich Adolf Ludwig von Bismarck war der zweite Sohn des preußischen Rittmeisters Karl Alexander von Bismarck (1727-1797) und dessen Ehefrau Christiane Charlotte, geborene von Schönfeld (1741-1772). Sein jüngerer Bruder Philipp Ludwig Leopold Friedrich von Bismarck sollte in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 als Major sein Leben lassen während der jüngere Bruder Karl Wilhelm Ferdinand das Gut Schönhausen übernehmen sollte und dessen Sohn Otto von Bismarck der erste Reichskanzler des Deutschen Reiches werden sollte.

Dem Vater gehörten die Güter Fischbeck, Uenglingen, Schonebeck, Bünfelde und Schönhausen.

Im Jahre 1779 trat der junge Bismarck in preußische Militärdienste. Er trat als Fahnenjunker in das Kürassier-Regiment von der Marwitz, das in jener Zeit in Salzwedel stationiert war, ein. Er interessierte sich für Musik und die schöne Literatur und versorgte auch seinen Vater mit der neusten Literatur.

Als im Jahre 1787 der Konflikt zwischen dem Statthalter der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande eskalierte entschied sich der preußische König Friedrich Wilhelm II. militärisch zu intervenieren. Hierzu beorderte er ein Kontingent von 20.000 Mann unter dem Oberbefehl des Herzogs von Braunschweig in die Niederlande. Zu diesen Truppenkontingent gehörte auch der junge Bismarck. Er nahm an der Kanonade von Dymerbrück und dem Gefecht bei Amstelveen teil.

Am 30.05.1788 erfolgte seine Beförderung zum Kornett und die Beförderung zum Sekondeleutnant erhielt er am 12.01.1790. Er nahm auch am Ersten Koalitionskrieg in den Jahren zwischen 1792 und 1795 teil. Beim Vormarsch nach Frankreich folgte auch seine Teilnahme in der für Preußen verheerenden Kanonade von Valny am 20.09.1792. Bei der Belagerung von Mainz im Jahre 1793 bewährte sich der junge Offizier als Patrouillenführer. Später kämpfte sowohl bei Pirmasens als auch bei Kaiserslautern.

Für seine im Krieg gezeigten Leistungen erhielt er am 18.07.1798 seine Versetzung zum Regiment Gardes du Corps nach Berlin. Seit dem 03.10.1798 übernahm er unter gleichzeitiger Beförderung zum Rittmeister die Führung einer Kompanie. Seine Beförderung zum Major erfolgte am 28.04.1804.

Bismarck erlebte die preußische Niederlage von 1806 auf dem Schlachtfeld bei Auerstedt. Noch bevor die Festung Prenzlau kampflos an die Franzosen übergeben wurde, konnte er im Schutz der Dunkelheit auf Schleichwegen nach Ostpreußen entweichen und wieder in den Dienst der Armee treten. Er nahm am Gefecht von Königsberg teil.

Im Rahmen der Neuorganisation des preußischen Militärs nach dem Friedensschluss von Tilsit übernahm Major von Bismarck als Kommandeur das Brandenburgische Kürassier-Regiment. Am 10.02.1810 erfolgte seine Beförderung zum Oberstleutnant und wenige Monate später verlieh Friedrich Wilhelm III. ihm den Roten Adlerorden III. Klasse. Am 04.12.1811 wurde er jedoch auf Grund seines schlechten Gesundheitszustandes pensioniert. Er durfte weiterhin die Uniform seines Regiments tragen.

Als sich Preußen im Jahre 1813 gegen Frankreich erhob und in den Krieg trat Bismarck ab dem 05.05.1813 als Brigadier in die Kurmärkische Landwehr ein. Mit Patent vom 11.12.1813 wurde er drei Tage zuvor zum Generalmajor befördert und zum IV. Armee-Korps versetzt. Bismarck konnte sich in der Schlacht von Hagelberg auszeichnen und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse belohnt. Er nahm dann an der Belagerung und dem Sturm auf Wittenberg teil. Für diesen Einsatz erhielt er das Eiserne Kreuz I. Klasse. Am 27.08.1814 erfolgte seine Versetzung als Chef der 1. Kurmärkischen Landwehr-Division. Doch keine zwei Monate später wurde ihm das Kommando über die Stadt Leipzig übertragen (19.10.1814).

Am 04.11.1814 erhielt er das Orden der Heiligen Anna I. Klasse verliehen. Ab dem 08.11.1814 bezog Bismarck nun wieder das volle Gehalt eines Generalmajors. Die Aufgaben eines Festungskommandanten in Stettin, die er ab 31.03.1815 antreten sollte, konnte er auf Grund eines Unfalls in Leipzig nicht antreten. Nach seiner Genesung erhielt er am 23.07.1815 die Stellung eines Kommandierenden Generals im Herzogtum Sachsen sowie die Vertretung des Generals von Gaudi. In jener Zeit geriet er nur einmal mit den Leipziger Studenten in eine Auseinandersetzung. Als der Rektor der Universität, Professor Wieland, eine Vorlesung über preußisches Staatsrecht ankündigte zogen die Studenten durch die Stadt und ließen den Könige von Sachsen hochleben. In einem Dekret hoffte er, dass solche Kundgebungen jugendlicher Gemüter zukünftig unterbleiben würden, da er sonst sein Benehmen gegenüber den Leipzigern verändern müsse.

Bereits am 05.10.1815 übergab er seine Geschäfte jedoch an den General Kleist von Nollendorf. Vom 23.11.1815 bis zum 05.01.1816 übernahm er als Brigadekommandeur die Landwehr im Regierungsbezirk Stettin letztmalig ein militärisches Amt.

Er ging mit einer Pension von 1.500 Talern und dem Charakter eines Generalleutnants in Pension. Er zog sich nach Templin zurück.

Bismarck selbst blieb zeitlebens unverheiratet. Er war zusammen mit seinem jüngeren Bruder Ferdinand um die Hand der schönen Wilhelmine Mencke. Diese entschied sich jedoch für den jüngeren Bruder. Das Verhältnis beider Männer war auch in der Zukunft nicht getrübt. Er schien für den jüngsten Sohn seines Bruders eine besondere Vorliebe gehabt zu haben. So verbrachte er junge Otto von Bismarck seine Ferien beim Onkel und lauschte seinen Geschichten, die die Phantasie des Knaben beflügelten.

Am 12.04.1830 verstarb der preußische Generalleutnant Friedrich Adolf Ludwig von Bismarck im Hause seines Bruders Ferdinand in der Berliner Behrenstraße 65 und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Garnisonsfriedhof in Berlin. Der preußische König Friedrich Wilheilm III. äußerte sich in einem Kondolenzschreiben an den Bruder mit folgenden Worten: »Ich habe den Verstorbenen stets aufrichtig geschätzt und werde ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.«


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