Johann Jakob Aders

* 26.06.1768 in Elberfeld
† 22.03.1825 in Elberfeld

Johann Jakob Aders war der Sohn der Fabrikanten Johann Kaspar Aders und seiner Ehefrau Anna Louise Philippina Aders, geborene Hofius. Zunächst erhielt er an der örtlichen Lateinschule Unterricht. Das Handwerk eines Kaufmanns lernte der junge Aders bei einem Bremer Kaufmann. Nach der Rückkehr ins väterliche Haus unterstützte er zunächst den Vater, der als Fabrikant für Leinen und Baumwolle tätig war, ehe er im Jahre 1793 als Teilhaber in das Bankhaus Johann Heinrich Brinck und Comp. eintrat.

Auch außerhalb der Geschäftswelt war Aders erfolgreich. So wurde er im Jahre 1799 zum Bürgermeister des damals selbstständigen Ortes Elberfeld gewählt.

In jenen Jahren gründete der »Philanthrop« die »Allgemeine Armenanstalt«, die als Vorform des »Elberfelder Kornvereins« galt. Im Jahre 1802 folgte die Gründung eines »Allgemeinen Armenhauses« und einer »Allgemeinen Armenschule«, an der Johann Friedrich Wilberg unterrichtete. Diese Gründung war eine Mischung aus kirchlicher und privater freiwilliger Wohlfahrtspflege und sollte dort helfen, wo die Kirche nicht mehr im Stande war. Zunächst gelang es sogar einen Überschuss zu erwirtschaften, welcher auf Betreiben Aders in die Gründung eines Bürger-Krankenhauses floss. Das Krankenhaus gehörte zu den ersten Krankenhäusern im Rheinland.

Als im Jahre 1815 Generalfeldmarschall Blücher eine Anleihe für die Armee am Niederrhein zeichnete, gehörte auch Aders zu den Unterstützern und konnte zugleich für eine Entschädigung derjenigen Unternehmer sorgen, die durch die französische Kontinentalsperre gegen England seit dem Jahre 1806 Verluste erlitten hatten.

In jener Zeit wurde erstmals das bisher überwiegend durch die Kirchen wahrgenommene Armenwesen in eine bürgerliche Armenpflege umgewandelt. Dies sollte später als sogenanntes »Elberfelder System« weit über die Grenzen des Rheinlands bekannt werden.

In den Jahren nach den Befreiungskriegen herrschte in ganz Europa eine große Missernte. Die Bevölkerung litt an Hunger. Aders gründete mit anderen Elberfelder Kaufleuten den »Elberfelder Kornverein«. Dieser kaufte insbesondere in den Notjahren 1816/17 durch die Unterstützung wohlhabender Bürger der Stadt Brotgetreide auf um den Mangel innerhalb der Stadt zu lindern. In seiner Schrift »Wie schützte sich Elberfeld in den Jahren der Not 1816/17 durch seinen Bürgersinn vor Brot-Mangel« führte er an, wie durch die schnelle Beschaffung von ausländischen Getreide die Hungersnot gemildert werden könnte.

Sein besonderer Verdienst war die Gründung der »Rheinisch-Westindischen Kompagnie«, in der sich 50 Kaufleute und Industrielle zur Gründung einer Aktiengesellschaft, der Dritten in Preußen, zusammenschlossen. Für Aders war die Form der Aktiengesellschaft die Möglichkeit möglichst vielen zu einer nützlichen Kapitalanlage zu verhelfen. Auch der preußische König Friedrich Wilhelm III. beteiligte sich mit einer Einlage von 20.000 Talern an der Gesellschaft. Weitere Aktionäre waren zum Beispiel die Königlich Württembergische Hofbank, die herzoglich Nassauischen Amortisationskasse, aber auch der Herzog von Leuchtenberg sowie der Königlich sächsische Minister Graf von Einsiedel.

Diese Gesellschaft versandte und verkaufte auf eigene Rechnung Waren nach Amerika und insbesondere nach Mexiko. Den Niedergang dieser Außenhandelsgesellschaft erlebte er jedoch durch seinen frühzeitigen Tod nicht mehr mit. Die Ursachen für den Niedergang der Gesellschaft lagen zum einen in einer in schwerwiegenden Fehlentscheidungen der Gesellschaft, aber auch die politischen Entwicklungen in einer für Südamerika unruhigen Zeit. Insbesondere der Krieg zwischen Argentinien und Brasilien brachten erhebliche Einschränkungen für den Handel mit sich. Im Jahre 1832 erfolgte die endgültige Liquidation der Gesellschaft, die jedoch noch zwölf Jahre dauern sollte.

Der sozial engagierte Unternehmer und Bürgermeister Johann Jakob Aders starb am 22.03.1825 in seiner Vaterstadt Elberfeld. Er war mit Anna Helene Brinck (1770-1844), der Tochter seines Geschäftspartners Johann Heinrich Brinck, verheiratet. Das Paar hatte insgesamt 7 Kinder. Der Bankier und spätere Kunstmäzen Eduard von der Heydt (1882-1964), der im Jahre 1952 seine Gemäldesammlung der Stadt Wuppertal stiftete, war sein Enkel.

Werke:

  • Wie schützte sich Elberfeld in den Jahren der Not 1816/17 durch seinen Bürgersinn vor Brot-Mangel, 1817

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