Johanna Christine Gok

* 08.07.1748 in Frauenzimmern
† 17.02.1828 in Nürtingen

Johanna Christiane Heyn wurde am 08.07.1748 in Frauenzimmern geboren. Ihr Vater war der ursprünglich aus Sachsen stammende pietätische Pfarrer von Cleebronn, Johann Andreas Heyn (1712-1772), und dessen Ehefrau Johanna Rosina Sutor (1725-1802). Sie entstammte mütterlicherseits von Carl (1600-1647) und Regina Bardli (1599-1669).

Johanna Christiane Heyn lebte lange im Haushalt der Mutter, diese unterstützte sie späterhin auch bei der Kindererziehung.

Im Jahre 1768 ging sie die Ehe mit mit dem um zwölf Jahre älteren Klosterhofmeister Heinrich Friedrich Hölderlin (1736-1772) ein. Das Paar lebte in Lauffen. Aus dieser Ehe stammten die Kinder

  • Friedrich (1770-1843)
  • eine namenlose Tochter (1771)
  • Maria Eleonora Henrica (1772-1850)

Nachdem Heinrich Friedrich Hölderlin an einem Schlaganfall im Jahre 1772 verstarb, zog sie mit ihren beiden Kindern im Jahre 1774 von Lauffen nach Nürtingen, wo sie die Ehe mit Johann Christoph Gok (1748-1779), der seinen Lebensunterhalt als Weinhändler und Kammerherr verdiente. Später wurde er auch noch Bürgermeister des Dorfes Nürtingen. Aus dieser Ehe stammte der Sohn Karl Gok (1776-1849).

Gok nahm auch seine Stiefkinder auf und kümmerte sich gut um sie. Bei einem schweren Hochwassereinsatz am 13.03.1779 kam er ums Leben und die mittlerweile 31-jährige Johanna Christiane Gok war nun mit drei Kindern wieder Witwe. Sie übernahm nun auch die Verwaltung des großen Grundbesitzes und der Familienkasse, über die der Dichter Friedrich Hölderlin jedoch nie verfügen durfte.

Sie bemühte sich, für den jungen Friedrich Hölderlin eine Anstellung als Pfarrer zu finden. So besuchte er die örtliche Lateinschule und dann weiterführenden Schulen und die Universität, ein Privileg dass dem jüngeren Halbbruder Karl jedoch nicht gestattet wurde.

Die Mutter bemühte sich auch immer wieder Lehrer- oder Pfarrstellen ausfindig zu machen, bei denen sich Hölderlin bewerben konnte, jedoch fühlte sich der Dichter stets den damit verbundenen Verpflichtungen nicht gewachsen und lehnte a. Obwohl dieser Mutter-Sohn-Konflikt nie offen ausgetragen wurde, blieb das elterliche Haus in Nürtingen stets der erste Zufluchtsort für den Dichter. Auch nach der Zwangsbehandlung Hölderlins und dem anschließenden Aufenthalt in Tübingen beim Tischler Ernst Zimmer brach der Briefkontakt der beiden nicht ab. Sie übernahm weiterhin die Vormundschaft für ihren ältesten Sohn, die erst mit ihrem Tode endete.

Johanna Christine Gok starb am 17.07.1828 in ihrer Wahlheimat Nürtingen. Um ihr Erbe entbrannte noch ein Streit zwischen den Brüdern Friedrich Hölderlin und Karl Gok, der das Verhältnis beider Männer zwischenzeitlich sehr abkühlen ließ.


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