Karl Philipp Conz

* 28.10.1762 in Lorch/Württemberg
† 20.06.1827 in Tübingen

Karl Philipp Conz wurde am 28.10.1762 im Marktflecken Lorch im Remstal in Württemberg geboren. Sein Vater war der Theologe Johnann Philipp Conz, der als Klosteramtsschreiber in Lorch tätig war, und seiner Frau Sophie Rosemunde, geborene Blifers. Die Mutter heiratete in zweiter Ehe den Amtsnachfolger ihres Gatten Johann Friedrich Hopf.

Dort lernte er auch den jungen Friedrich SchillerFriedrich Schiller kennen. Seine erste schulische Ausbildung erhielt der Knabe in der Klosterschule Blaubeuren und später in der Klosterschule Bebenhausen und am theologischen Seminar der Universität Tübingen, wo der spätere französische Diplomat Karl Friedrich Reinhard oder die Theologen Paulus und Stäudlin seine Mitschüler waren.

Conz zeichnete sich während seiner ganzen Schulzeit durch besonderen Fleiß aus und konzentrierte sich vorwiegend auf philosophische Studien sowie die Klassiker der griechischen und römischen Literatur.

Nachdem er die Universität verlassen hatte, war Karl Philipp Conz zunächst als Pfarrgehilfe in verschiedenen Gemeinden Württembergs tätig und war zugleich Repetent am theologischen Seminar in Tübingen. Hier wurde der angehende Lyrikers Friedrich Hölderlin, als Stipendiat des Stiftes, sein Schüler. Der Altphilologe Conz beeinflusste das Griechenlandbild des jungen Mannes deutlich, wie man später in den »Hyperion« sehen konnte.

Im Jahre 1791 traf er in Stuttgart mit seinem ehemaliger Lorcher Freund Friedrich SchillerSchiller in ein freundschaftliches Verhältnis. Nachdem er eine größere Bildungsreise durch Deutschland unternommen hatte, vertiefte er diese Freundschaft in Jena erneut.

Es erfolgte seine Anstellung als Prediger an der Hohen Karlsschule zu Stuttgart. Im Jahre 1793 wurde als Diakon nach Vaihingen berufen. Im Jahre 1798 erfolgte seine Versetzung nach Ludwigsburg. Dort blieb er bis zum Jahre 1804.

Im Jahre 1804 erfolgte die Berufung von Karl Philipp Conz zum ordentlichen Professor der klassischen Literatur nach Tübingen. So versuchte er in seinen Vorlesungen seinen Studenten die griechischen und römischen Klassiker nahezubringen. So las er über Plato, Aechylus, Sophokles, Euripides, Aristophanes aber die römischen Schriftsteller Tacitus, Seneca, Horaz und Persius. Gelegentlich lehrte er auch Ästhetik, deutsche Literaturgeschichte und Stiltheorie mit praktischen Übungen. Er richtete seinen Unterricht ästhetisch-philosophisch aus und leitete manchen vielversprechenden Studenten an.

Der junge Gustav Schwab, einer seiner Studenten, schilderte ihn in seiner 1841 erschienenen Biografie Friedrich SchillerFriedrich Schillers mit folgenden Worten:

Viele Männer unseres Schwabenlandes erinnern sich von ihren Studienjahren recht wohl eines mit Fett gepolsterten Kopfes, den die Wangen zu Mund und Augen kaum Platz ließen. Der ganze dicke Leib rührte sich nur schwerfällig und die Lippen brachten in Gesellschaft oder auf den Katheder Töne hervor, die sich mit Mühe zum Artikulieren steigerten. Aber wenn der Mann ins Feuer kam, und die blauen Augen zu leuchten begannen, so lösten sich die Worte allmählich verständlicher von der sich überschlagenden Zunge, seine Bemerkungen, gewürzte Scherze, sprühende Funken des Geistes, selbst tiefere Gedanken und gelehrte Untersuchungen ließen sich unterscheiden und man konnte den stammelnden Lehrer der Beredsamkeit das Zeugnis des alten Poeten nicht versagen. In uns wallet ein Gott, sein regend Bewegen erwärmt uns.

Schriftstellerisch hat sich Conz überwiegend kleinere Schriften philosophischen oder ästhetischen Inhalts veröffentlicht. Auch seine historischen Aufsätze erschienen teils einzeln oder in Zeitschriften. Er veröffentlichte auch eine kleine Sammlung poetischer Schriften unter den Titel »Kleinere prosaische Schriften vermischten Inhalts« das in zwei Bänden 1821/22 in Tübingen erschien. Im Jahre 1825 erschien noch eine weitere Sammlung seiner Lyrik in dem Band »Kleine prosaische Schriften oder Miscellen für Literatur und Geschichte«.

Der Professor der Beredsamkeit und klassischen Literatur Karl Philipp Conz starb am 20.06.1827 an der Wassersucht.

Werke:

  • Gedichte, 1792
  • Abhandlungen für die Geschichte und das Eigenthümliche der späteren Stoischen Philosophie, nebst einem Versuche über Christliche, Kantische und Stoische Moral, Tübingen, Heerbrand, 1794
  • Kleinere prosaische Schriften vermischten Inhalts, 1821/1822
  • Kleinere prosaische Schriften oder Miscellen für Litteratur und Geschichte, 1825

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