Theodor Schmid

* 10.12.1798 in Wernigerode
† 16.01.1877

Theodor Schmid war der Sohn des Hofpredigers Carl August Schmid, der dieses Amt wie sein Vater Johann Friedrich bereits ausübte, und so wurde er auf dem Schloss der Grafen Christian Friedrich zu Stolberg-Wernigerode geboren während die Mutter Sophie sich um die Erziehung der Kinder kümmerte. Er wurde in der Schlosskapelle am 18.12.1798 getauft.

Zunächst besuchte der Knabe das Lyzecum am Oberpfarrkirchhof und ab 1815 dann das Pädagogium zu Ilfeld, wo er bis zum Jahre 1817 sich auf sein Studium an der Universität vorbereitete. In Halle studierte er gemeinsam mit dem späteren Oberhofprediger Hoffmann (1806-1873) Theologie. Beide Männer führten in jener Zeit die Teutonia, eine Burschenschaft, an. Der junge Schmid studierte auch Philologie.

Im Jahre 1820 nahm Schmid die Stelle eines Hauslehrers bei der Witwe von Minnigerode in Halberstadt an. Im gleichen Jahr wurde er noch fünfter Kollaborator und drei Jahre später Oberlehrer am Domgymnasium. Als 3. Oberlehrer erfolgte nach dem Abgange von Maaß seine Berufung zum Direktor des Domgymnasiums. Dieses Amt übte er er die nächsten 30 Jahre aus, ehe er im Jahre 1870 in den Ruhestand trat. Im Jahr seiner Pensionierung feierte er sein 50. Dienstjubiläum. Zu seinen Schülern gehörten Heinrich von Mühler(1813-1874), der später preußischer Kultusminister und Dichter war sowie zum jüngeren Lucanus (1831-1908), der Chef des Zivilkabinetts Kaiser Wilhelm II. werden sollte.

Nun begann er auch mit der Publikation von wissenschaftlichen Texten. Zunächst gab er im Jahre 1826 im Halberstädter Verlag Brüggemann »Blicke in den Haushalt der Natur, oder Darstellungen aus der Thierwelt« heraus. Es handelte sich um eine Arbeit seines im Jahre 1822 verstorbenen Vaters. Große Beachtung fand seine Veröffentlichung der Episteln von Horaz. Durch seine freundschaftliche Beziehung zur Familie von Johann Heinrich Voß verfasste er die Biographie für die im Jahre 1833 erschienene Werksausgabe. Später wurde er auch zum Mitarbeiter der Jenaischen Literaturzeitung. Seine schriftstellerischen Arbeiten stellte er bereits wenige Jahre vor seiner Pensionierung ein.

Nach dem Tode des großen Halberstädter Schriftstellers Gleim (1719-1803) verwaltete dessen Großneffe und Nachlassverwalter Friedrich Wilhelm Körte (1776-1846) dessen Nachlass in seinem Hause am Domplatz auf. Der junge Korte erschloss und publizierte aus diesem Nachlass und als er im Jahre 1846 starb entschloss sich Direktor Schmid die Sammlung in den Räumen des Domgymnasiums zu lagern. Diese Sammlung blieb bis zum Jahre 1862 in Verwahrung. Sie bildete den Grundstock für das noch heute bestehende Museum zum Leben und Werk des Dichters, dass im Jahre 1862 in seinem ehemaligen Wohnhaus eingerichtet wurde. So rettete er vermutlich die Sammlung vor der Auflösung oder gar Vernichtung.

Der Philologe war auch Direktor der Eisenbahn und begleitete in dieser Funktion Eisenbahnzüge zwischen Halberstadt und Thale täglich. Dies war ihm jedoch nur bis zu seinem ersten Schlaganfall im Januar 1876 möglich.

Theodor Schmid war zweimal verheiratet. Aus seiner ersten Ehe mit einer Hamburgerin und danach mit der Witwe des Oberpredigers Märtens. So war er mit einer Schar von Nachkommen gesegnet. Sein Schwiegersohn Karl Gustav Heiland (1817-1868) war zunächst als Hilfslehrer bei ihm angestellt und später als Provinzialschulrat ihm vorgesetzt.

Zu seinem Freundeskreis gehörten ehemalige Justizminister Märker (1803-1871) ebenso wie Schaub (1786-1855), Todt, Herbst (1825-1882) und Herzberg (1813-1879).


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