Friedrich Wilhelm Ludwig von Preußen

* 30.10.1794 in Berlin
† 27.07.1863 in Berlin

Prinz Friedrich wurde am 30.10.1794 als Sohn des Prinzen Friedrich Ludwig Karl von Preußen und Prinzessin Friederike von Mecklenburg-Strelitz geboren. Er war der Neffe von des späteren preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. und der Königin Luise. Als der Prinz im zweiten Lebensjahr stand verlor er seinen Vater, der an Diphtherie erkrankte.

Im Jahre 1815 übernahm Prinz Friedrich das Kommando über das Schlesische Kürassier-Regiment Nr. 1 aus dem am 18.09.1866 das Leib-Kürassier-Regiment »Großer Kurfürst« (Schlesisches) Nr. 1 wurde.

Im Jahre 1820 wurde dem königlichen Prinzen das Kommando über die 14. Division in Düsseldorf übertragen. Er wählte das am Hofgarten gelegene Schloss Jägerhof zu seinem Sitz. Er ließ das Gebäude um zwei Flügel erweitern. Hierzu setzte er die ursprünglich von Johann Joseph Couven um, die aus dem Jahre 1749 stammten. Auch Pläne des Architekten Adolph von Vagedes, die bereits anlässlich des Kaiserbesuchs Napoléons und Marie Louises im Jahre 1811 Umbaupläne im klassizistischen Stile angefertigt hatte, flossen in die Ausbaupläne des Prinzen ein. Die Bauleitung übernahm der Düsseldorfer Architekt Anton Schnitzler, der den Berliner Klassizismus an den Rhein brachte.

Die Hofhaltung von Prinz Friedrich erinnerte die Düsseldorfer an die Tage der alten Residenzstadt. Dies trug sicherlich mit dazu bei, dass sich nun die rheinischen Katholiken mit der protestantischen preußischen Herrschaft anfreunden konnten.

Sowohl der Prinz als auch seine Ehefrau Luise konnten selbst gut zeichnen und waren beide kunstinteressiert. So entwickelte sich Schloss Jägerhof schnell zu einem Zentrum des gesellschaftlich-kulturellen Lebens am Rhein. So gehörte Prinz Friedrich auch zu den Begründern des Düsseldorfer Kunst-, Musik- und Theatervereins und wirkte viele Jahre als deren Protektor.

Prinz Friedrich war wie auch sein Cousin, der spätere König Friedrich Wilhelm IV. ein begeisterter Anhänger des Mittelalters. Im Jahre 1821 erwarb Prinz Wilhelm die Burgruine Voizberg im oberen Mittelrheintal bei Trechtingshausen. Die Burg stammte ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert und war eine Höhenburg auf der linken Rheinseite. Er ließ diese nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel und Johann Claudius von Lassaulx umbauen. Der Prinz machte die Burg zu seinem Sommersitz und nannte sie nach der Fertigstellung 1829 von da an Burg Rheinstein. Zwischen 1838 und 1842 wurde die Burg nochmals um das so genannte Schweizerhaus – ein Gästehaus – und eine Kapelle erweitert. Auch interessierte sich der Prinz für die Mythen des Rheins und so kann man seine Familie als Wegbereiter der deutschen Rheinromantik betrachten.

Als 20.04.1842 in Biebrich bei Mainz der Mainzer Adelsverein gegründet wurde, gehörte Prinz Friedrich zu den 21 Gründungsmitgliedern. Der Verein setzte sich für die deutsche Auswanderung nach Texas ein. Auf diese Weise wollten die Vereinsgründer der aktuellen Armut und Not in Deutschland begegnen und Menschen neue Hoffnung geben. Insgesamt wanderten mit Unterstützung des Mainzer Adelsvereins circa 7.400 Menschen nach Amerika. Aus wirtschaftlicher Sicht war das »Unternehmen« jedoch nicht erfolgreich und auch die Gründung einer Aktiengesellschaft verbesserte die wirtschaftliche Situation nicht. So meldete man Anfang 1848 den Konkurs an.

Nachdem König Friedrich Wilhelm IV. im Revolutionsjahr 1848 auf dem Weg vom Düsseldorfer Bahnhof zum Schloss Jägerhof mit Pferdeäpfeln beworfen wurde, erfolgte die Abberufung des Prinzen nach Berlin. Durch die revolutionären Ereignisse in Düsseldorf war das Verhältnis zwischen ihm und dem politischen Zentrum so gestört, dass er am 08.02.1849 dem Elberfelder Metallwaren- und Militärproduzenten Wilhelm Jaeger gegenüber Düsseldorf als »politisches Sodom und Gomorra« bezeichnete. Weiter schrieb er: »Dieses […] sollte eigentlich aufhören Stadt zu sein und zum Dorfe herabsinken, wenngleich es wohl damit nicht die guten Gesinnungen mit sich aneignen würde, die Gott sei Dank in den Dörfern noch leben«.

Nach der Revolution suchte man in Düsseldorf jedoch die Versöhnung mit dem Prinzen. So wurde 1851 die ehemalige Kastanienallee zur Königsstraße, auch trug man Prinz Friedrich die erste Ehrenbürgerwürde der Stadt an, die er im Jahre 1856 auch annahm.

Ab dem Jahre 1855 lebte das Paar getrennt. Seine Frau zog sich auf Schloss Eller bei Düsseldorf zurück, da sie an einem Nervenleiden erkrankt war. Ihren gemeinsamen Geburtstag, beide waren an einem 30. Oktober geboren, verbrachte das Paar auch nach der Trennung stets gemeinsam.

Prinz Friedrich Wilhelm Ludwig von Preußen ehelichte am 21.11.1817 auf Schloss Bellenstedt im Landkreis Harz Wilhelmine Luise Prinzessin von Anhalt-Bernburg. Aus der Ehe stammten die Söhne Alexander (1820-1896) und Georg von Preußen (1826-1902).

Prinz Friedrich Wilhelm Ludwig von Preußen starb am 27.07.1863 in Berlin.


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