Leopold Kuppelwieser

* 17.10.1796 in Piesting
† 17.11.1862 in Wien

Bereits in jungen Jahren wurde das Talent des jungen Leopold Kuppelwieser entdeckt, der am 17.10.1796 in Markt Piesting das Licht der Welt erblickte. Sein Vater war Johann Baptist Georg Kilian Kuppelwieser und Josepha Judith Gaspan. Der Vater war seit dem Jahre 1775 Miteigentümer einer Blechgeschirrfabrik in Markt Piesting in Niederösterreich. Der Theaterdichter Josef Kuppelwieser war sein älterer Bruder.

Das künstlerische Talent des Knaben wurde von niemand Geringeren als Professor Zauner, der Professor an der Wiener Akademie war und zu den bedeutendsten Bildhauern des Klassizismus gehörte. So besuchte er bereits am 1809- Im Alter von gerade einmal 12 Jahren – die Wiener Akademie. Hier lag sein Schwerpunkt auf Zeichenunterricht.

Zunächst galt der angehende Künstler als Anhänger der Wiener Klassik. Erst durch einen Aufenthalt in Rom im Jahre 1824 trat er mit den Künstlerbund der Nazarener um Friedrich Overbeck in Kontakt. Der Romaufenthalt war ihn als Reisebegleiter des russischen Adeligen Alexander Beresin, für den er Illustrationen verfertigte, ermöglicht worden.

Kuppelwieser beabsichtigte, sich während seines Rom-Aufenthalts intensiv mit den römischen Fresken zu beschäftigen. Doch durch den Einfluss der Nazarener gewann sein Stil eine neue Ausrichtung. So konnte er durch gelungene scharfe Portraits und einem genauen Erfassen der Persönlichkeit überzeugen, auch wurde seine Malweise strenger du abrupter. Zusammen mit Joseph von Führich (1800-1876), der Jahre nach Kuppelwieser zum Kreis der Nazarener in Rom dazu stieß, gehörten beide Männer zu den führenden Vertretern der religiös-romantischen Malerei in Wien.

Nach dem Tode seines Auftraggebers Beresin kehrte er im Jahre 1825 nach Wien zurück. Hier machte er sich schnell einen Namen als gefragter Portrait- und Historienmaler, aber auch seine Gebrauchsmalerei war sehr gefragt. So erfreuten sich seine Ladenschilder großer Beliebtheit.

In Wien fand er schnell Anschluss an den Freundeskreis von Franz Schubert, der sich im Sommer regelmäßig auf Schloss Atzenbrugg traf. Hier schuf er Bildnisse von Franz Schubert, Franz Seraph Joseph Vinzenz von Bruchmann, Moritz von Schwind oder auch Franz von Schober.

Im Jahre 1831 fand Kuppelwieser eine Anstellung als Korrektor an der Wiener Akademie der Bildenden Künste. Bereits im Jahre 1836 wurde er als Professor für Historienmalerei angestellt. Von nun an befasste er sich zunehmend mit religiösen Motiven sowie Freskenmalerei. Der spätere Maler Adam Brenner (1800-1891) gehörte zu seinen Schülern.

Im Jahre 1850 erhielt der Künstler das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens verliehen, der anlässlich des Jahrestages der Thronbesteigung Kaiser Franz Josephs I. im Dezember 1849 durch den Monarchen gestiftet wurde. Mit der Verleihung des Ordens war kein persönlicher Adel verbunden.

Im gleichen Jahr wechselte er als Professor an die Vorbereitungsschule. Diese Stelle behielt er für die nächsten zwei Jahre und wurde dann Leiter einer Meisterschule für Malerei.

Künstlerisch ist Leopold Kuppelwieser durch seine Portraits des Freundeskreises um Franz Schubert oder auch von Kaiser Franz bekannt. Seine wichtigsten Arbeiten waren jedoch religiöse Werke sowie Fresken, die er insbesondere für Wiener Kirchen angefertigt hatte. Etwa ab den 1840er Jahren begeisterte er sich auch für Monomentalmalerei.

Am 17.09.1826 heiratete Leopold Kuppelwieser Maria Johanna Evangelista Augustina Stephanie Theodora Lutz. Von den Kindern des Ehepaares erreichten nur acht das Erwachsenenalter. Im Jahre 1841 wurde der Sohn Carl (1841-1925) geboren, der Onkel des späteren österreichisch-britischen Philosophen Ludwig Wittgenstein (1889-1951), und im übernächsten Jahr kam der spätere Industrielle Paul Kuppelwieser (1843-1919) zur Welt. Weitere Söhne waren ebenfalls Industrielle geworden.

Ab dem Jahre 1840 lebte der Maler mit seiner großen Familie im Schönbornpalais in der Rotenturmstraße.

Professor Leopold Kuppelwieser starb am 17.11.1862 in Wien. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Grinzinger Friedhof in der österreichischen Hauptstadt.

Im Jahre 1894 benannte man die Kuppelwieser-Gasse in Wien nach den Künstler Anlässlich seines 200. Geburtstages im Jahre 1996 ehrte die österreichische Post den Maler mit einer Sonderbriefmarke und auch in der Literatur fand er Einzug. So ist Leopold Kuppelwieser die Vorlage für eine der Figuren im Singspiel »Das Dreimäderlhaus«, welches von Heinrich Berté (1858-1924) nach der Romanvorlage »Schwammerl« aus der Feder von Rudolf Hans Bartsch (1873-1952) verfasste.

 

Werke:

  • Landpartie der Schubertianer von Atzenbrugg nach Aumühl [Aquarell], 1820
  • Dame in blauem Kleid [Öl auf Leinwand, 69 x 55 cm], 1827

Portraits:

  • Kaiser Franz II. (I.) im Krönungsornat [Öl auf Leinwand, 65,5 × 46,5 cm]
  • Erzherzog Franz Carl
  • Der Schubertsänger Johann Michael Vogl
  • Porträt der Frau Adler [Öl auf Leinwand, 68,6 × 56 cm], 1817
  • Porträt des Komponisten Johann Georg Albrechtsberger
  • Josef Mayer Freiherr von und zu Gravenegg [Öl auf Leinwand, 79 x 63 cm], 1827
  • Kaiser Franz I. von Österreich [Öl auf Leinwand], 1834

Religiäse Arbeiten:

  • Die heiligen Drei Könige, [Öl auf Holz], 1825
  • Der heilige Leopold [Aquarell], um 1832
  • Kreuzigung Christi [Seitenaltarbild], 1832
  • Hl. Joseph, 1835
  • Maria Immaculata, 1836
  • Maria als Königin des Rosenkranzes [Hochaltarbild], 1839
  • Herz Jesu, 1840
  • Der heilige Joseph mit dem Jesukinde [Öl auf Kupfer], 1840
  • Heilige Familie [Seitenaltarbild], 1841
  • Heiliger Vitus [Hochaltarbild], 1841
  • Glorie des hl. Johannes Nepomuk, [Fresko], 1841-44
  • Hl. Rupert [Hochaltarbild], 1847
  • Mariä Himmelfahrt [Öl auf Leinwand], 1851
  • Heiliger Stephan [Hochaltarbild], 1852
  • Fresken Engelsturz im linken Seitenschiff, Weltgericht im rechten Seitenschiff, Zyklus 8 Seligkeiten im Kuppeloktogon und Querschiff und Fresken an den Stirnseiten des Querschiffs in der Altlerchfelder Pfarrkirche zu Wien, 1855-58
  • Heilige Familie mit Stephanus und Leopold, 1856
  • Heilige Familie, wandernd, 1859
  • Einsetzung des Rosenkranzfestes durch Papst Gregor XIII. [Hochaltarbild]
  • Maria Immaculata [Öl auf Leinwand, 87 × 56 cm]
  • Mariä Himmelfahrt [Aquarell auf Papier, 9 × 4,4 cm]

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