Sigmund Anton von Hohenwart

* 02.05.1730 in Gerlachstein/Krain
† 30.06.1820 in Wien

Geboren wurde der spätere Wiener Erzbischof Sigmund Anton von Hohenwart am 02.05.1730 in Gerlachstein in der Krain. Er war der Onkel des Naturforschers Franz Josef Hannibal von Hohenwart (1771-1844) und Großonkel des österreichischen Staatsmannes Karl Sigmund von Hohenwart (1824-1899).

Er trat im Alter von 16 Jahren in die Jesuitenorden ein und studierte zwischen 1749 und 1751 in Graz die Humaniora. Hier lernte er auch den Dichter Johann Michael Denis kennen. Er blieb dem Schriftsteller zeitlebens freundschaftlich verbunden.

Er hielt sich einige Jahre als Professor in Triest auf und studierte schließlich in Graz

, das er 1758 erfolgreich beendete. Im folgenden Jahre erfolgte seine Ordination zum Priester. Ab dem Jahre 1761 fand er eine Einstellung als Lehrer an der Theresianischen Akademie in Wien. Im Jahre 1768 erfolgte seine Bestellung zum Rektor des Ordenshauses in Linz, das er auch nach der Ordensaufhebung weiterhin führte.

Im Jahre 1777 holte Erzherzogin Maria Theresia Hohenwart als Lehrer des jungen Franz und schickte ihn an den großherzoglichen Hof nach Florenz. Von hier aus trat er mit vielen bekannten Zeitgenossen, wie beispielsweise Herder in Kontakt.

Nach dem Tode Kaiser Joseph II. im Jahre 1790 kehrte Hohenwart mit seinen Schützlingen zurück nach Wien. Der bisherige Großherzog der Toskana trat als Leopold II. die Nachfolge auf dem Thron Österreichs an. Inzwischen gehörte auch Erzherzog Carl zu seinen Schülern.

Im Jahre 1791 erfolgte die Berufung als Bischof von Trient. Drei Jahre später trat er die Nachfolge des Bischofs von St. Pölten an. Er folgte dem ersten Bischof Johann Heinrich von Kerens auf dem Bischofsstuhl. Das Bistum wurde erst im Jahre 1785 gegründet. In der jungen Diözese förderte er insbesondere die Priesterdisziplin und setzte sich für einen Pfarrgottesdienst im Sinne des Josephinismus ein. Im Jahre 1798 verkündete Bischof Hohenwart eine einheitliche Diözesanstauten für alle Geistlichen seines Bereichs. Zugleich wurde er auch Heeresvikar in der kaiserlichen Armee.

Kaiser Franz II. berief seinen alten Lehrer am 29.04.1803 zum Fürsterzbischof der Erzdiözese Wien. Die päpstliche Bestätigung erfolgte bereits am 20.06.1803.

Während der Besetzung Wiens durch die Franzosen zeigte Hohenwart gleichzeitig Mut und Besonnenheit. So lehnte er es ab, einen ihm durch die Franzosen vorgeschriebenen Hirtenbrief von der Kanzel zu verkünden. In diesem Text sollte Napoléon verherrlicht werden und das österreichische Volk zum Gehorsam gegenüber dem korsischen Eroberer ermahnt werden. Einen Hirtenbrief, in dem die Priester im Jahre 1809 aufgefordert wurden, in ihre Gemeinden zurückzukehren unterschrieb er nur widerwillig.

Er vollzog am 11.03.1810 die Eheschließung zwischen Marie Louise und Kaiser Napoléon, bei der Erzherzog Carl den Bräutigam vertrat. Zuvor vergewisserte er sich jedoch ausgiebig, dass die erste Ehe des französischen Kaisers mit Josephine ordnungsgemäß durch das kirchliche Gericht unter Leitung Kardinal Feschs annulliert wurde.

Er bemühte sich stets um den Priesternachwuchs und war auch häufig in seiner Diözese zur Visitation unterwegs. Er leitete auch den Abbau des Staatskirchentums in die Wege. Er setzte sich für den Redemptoristenmönch Clemens Maria Hofbauer und dessen Orden ein. Ebenso förderte er die Ansiedlung der Mechitaristen.

Sigmund Anton von Hohenwart starb am 30.06.1820 in Wien. Er fand seine letzte Ruhe in der Bischofsgruft des Stephansdoms.


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