Friedrich Karl Wilhelm von Hohenlohe-Ingelfingen

* 00.00.1752 in Ingelfingen/Hohenlohe-Kreis
† 16.01.1815.in Karschau/Slowakei

Prinz Friedrich Karl Wilhelm von Hohenlohe wurde im Jahr 1752 in der fürstlichen Residenz seines Vaters in Ingelfingen/Hohenlohe-Kreis geboren. Er ist der jüngere Bruder des späteren preußischen Feldmarschalls Friedrich Ludwig Fürst von Hohenlohe-Ingelfingen, der 1806 bei Jena durch Napoléon geschlagen wurde. Der Vater war Johann Friedrich Fürst von Hohenlohe aus der Waldenburg-Bartensteinschen, römisch-katholischen Linie des Hauses.

Der Beginn der militärischen Laufbahn des späteren österreichischen Feldmarschall-Leutnants ist bis heute im Dunkeln. Belegt ist, dass er im Jahre 1772 als Kürassier in die habsburgische Armee eintrat. Im Jahre 1781 fand man ihn im Range eines Majors im Dragoner-Regiment Nr. 39 »Waldeck« wieder, der sich in den Türkenkriegen 1788/89 bewährte. So rückte er im Jahre 1789 als Oberst an die Spitze desselben Regiments auf. Ihm wurde der bayerische St. Hubertsorden verliehen.

Im Jahre 1793, während des ersten Koalitionskrieges, stand Hohenlohe-Ingelfingen mit seinen Waldeck-Dragonern bei der k.k. Oberrhein-Armee. Zunächst unter dem Kommando des Generals der Kavallerie Grafen von Wurmser und im folgenden Jahr unter dem Kommando des Feldzeugmeisters Fürsten Hohenlohe-Kirchberg. Er zeichnete sich in diesem Jahr besonders während der Gefechte bei Kaiserslautern am 20.09.1794 und bei Oggersheim am 09.10.1794 als Dragoner-Offizier auch persönlich aus. Es erfolgte noch vor Ablauf des Jahres seine Beförderung zum Generalmajor.

Den zweiten Koalitionskrieg, der im März 1799 begann, machte er bei der Armee in Schwaben als Brigadekommandeur mit. Er stand in bei der Hauptarmee unter dem Kommando des Erzherzogs Carl. Er zeichnete sich in der Kürassier-Division des Feldmarschall-Leutnants von Riesch bei der Schlacht von Stockach am 25.03.1799 aus. Seine Kürassiere schlugen bei Liptingen die französische Kavallerie-Reserve d'Hautpoults in die Flucht. Im November befahl Erzherzog Carl ihm die Übernahme eines Postens als kommandierenden General an der Enz. Der Fürst ging aus eigenem Antrieb am 03.11.1799 gegen ein französisches Korps unter dem Divisionsgeneral Michel Ney bei Löchgau-Erligheim siegreich vor. Die Division Neys wurde unter empfindlichen eigenen Verlusten bis nach Sinsheim zurückgeschlagen. Durch diesen Vorstoß konnte er den dritten Entsatz der Festung Philippsburg vorbereiten. Die Festung wurde von der französischen Rhein-Armee unter dem Befehl des Divisionsgenerals Lecourbe belagert. Für diesen Sieg wurde Generalmajor Friedrich Karl Wilhelm von Hohenlohe-Ingelfingen bei der 61. Promotion am 21.11.1799 mit dem Ritterkreuz des Maria-Theresien-Ordens dekoriert. Zugleich erfolgte seine Ernennung zum Feldmarschall-Leutnant.

Wenige Tage später, am 02. und 03.12.1799 führte er eine Angriffskolonne, bestehend aus 3 Bataillonen und 16 Eskadronen, und trug maßgeblich zum Sieg im Gefecht von Wiesloch bei.

Mit Beginn der Frühjahrsoffensive des Jahres 1800 befand sich Hohenlohe-Ingelfingen wieder bei der k.k. Hauptarmee, die von Feldzeugmeister von Kray kommandiert wurde, in Süddeutschland. Im Winterfeldzug desselben Jahres befehligte der Reiteroffizier eine Division unter dem Befehl des Feldmarschall-Leutnants Baillet-Merlemont. Er nahm mit seiner Division, bestehend aus 4 Bataillonen und 12 Eskadronen, an der Schlacht von Hohenlinden (03.12.1800) teil. Die Schlacht von Hohenlinden ging für die Alliierten verlustreich aus und so schlossen sich Rückzugsgefechte entlang der Saalach an die ihn bis vor die Tore Salzburgs (12.-14.12.1800) führte.

Nach dem Frieden von Lunéville im folgenden Jahre wurde er Inhaber des vakante Dragoner-Regiment Nr. 7. Durch die österreichische Heeresreform im Jahre 1798 erhielt das Dragoner-Regiment Nr. 39 »Waldeck« die Nr. 7 und im Jahre 1802 wurde es als Nr. 2 geführt. Das Dragoner-Regiment »Waldeck« sollte er bis zu seinem Tode führen. Zugleich wurde Fürst von Hohenlohe-Ingelfingen die Aufgaben des Divisionärs in Grodek (heute Gorodok/Ukraine) und Lemberg (Lviv/Ukraine) übertragen.

Als im Jahre 1805 erneut ein Krieg zwischen Österreich und Frankreich ausbrach, kommandierte der Fürst in der Drei-Kaiserschlacht bei Austerlitz (02.12.1805) die schwere österreichische Kavallerie-Division, bestehend aus 20 Kürassier-Eskadronen, in der fünften Angriffskolonne unter Feldmarschall-Leutnant Fürst Liechtenstein. Seine Truppen wurden im Zentrum der Schlacht eingesetzt und mussten nach heftigen Gefechten vor den Truppen des französischen Marschalls Murat zurückweichen.

Im Jahre 1809 reichte der Feldmarschall-Leutnant Friedrich Karl Wilhelm von Hohenlohe-Ingelfingen seinen Abschied ein. Er galt stets als ein ausgezeichneter Kavallerie-Befehlshaber, der die Fähigkeit besaß, eigenständige Operationen zu führen.

Friedrich Karl Wilhelm von Hohenlohe-Ingelfingen starb am 16.01.1815 in Kaschau.


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