Francesco Casanova

* 01.07.1727 in London
† 08.07.1803 in Vorderbrühl bei Mödling

Francesco Giuseppe Casanova war das zweite Kind von Gaetano Giuseppe Giacomo Casanovas (1697-1733). Die Bei der Mutter handelte es sich um Giovanna Maria Farussi, die der Vater zur Erzwingung der Hochzeit entführt hatte und am 02.02.1724 heiratete. Seine Schwiegereltern waren gegen diese Beziehung.

Ende der 1720er Jahre ging das Paar nach England, wo Giovanna Casanova ebenfalls als Schauspielerin arbeitete. Immer wieder kam das Gerücht auf, dass ihr Sohn Francesco das Ergebnis einer illegitimen Beziehung mit dem Prinzen von Wales, der später als Georg II. den englischen Thron besteigen sollte, war.

Der junge Francesco Casanova wuchs in Venedig auf. Er wurde Schüler von Francesco Guardi (1712-1793) und setzte seine Studien bei Francesco Simoini (1686-1753) in Parma fort. Er ging zusammen mit seinem Bruder Giacomo nach Paris. Er blieb dort wohl nur bis zum Sommer 1753 und ging nach Dresden um sich durch die Anfertigung von Kopien Phillips Wouwermanns (1619-1686) Werken weiter zu entwickeln. Für seine Schlachtengemälde holte er sich die Anregungen von Jacques Courtois (1621-1676). Im Jahre 1757 kehrte er nach Paris zurück.

Im Jahre 1763 wurde der Maler Mitglied der Akademie. Diese erwarb seine Werke für 12.000 Francs. Er unterrichtete während seiner Pariser Zeit. Zu seinen Schülern gehörten Philipp Jakob Loutherbourg (1740-1812). Casanova verstand es mit Farben wirkungsvoll umzugehen, jeoch war sowohl die Bildkomposition als auch das Zeichnen eine seiner Schwächen. indem er seine Bilder mit viel verhüllenden »Pulverdampf« ausschmückte.

Zu seinen Auftraggebern gehörten die russische Zarin Katharina II. für die er mehrere Schlachtdarstellungen anfertigte. Zu den Arbeiten gehörte unter anderem die »Die Erstürmung der Festung Oczakow«. Er malte neben Schlachtengemälden auch Seestücke und Landschaften.

Finanziell war Casanova jedoch nicht erfolgreich. Trotz seines Erfolges und zweier Ehen, die eine große Mitgift einbrachten, führte er einen aufwendigen und kostspieligen Lebensstil. Dieser führte ihn schnell in die Schuldenfalle und sein Bruder Giacomo musste ihm mehrfach aushelfen. Die beiden Brüder gingen 1783 nach Wien und auch hier lebte er auf großem Fuße. So hatte er eine Wohung mit 5 Zimmern, drei Pferden und sechs Wagen sowie ein Landhaus in Vorderbrühl bei Mödling.

Graf Kaunitz protegierte den Maler und dieser bedankte sich als eine Art »maître des plaisirs« die Gäste des Grafen zu unterhalten. Nach dem Tode des Grafen im Jahre 1794 bedrängten ihn seine Gläubiger erneut. Im Jahre 1803 meldete Casanova Konkurs an. Am 08.07.1803 starb er entkräftet in seinem Landhaus.

Mit seinem älteren Bruder Giacomo verband ihn zeitlebens ein enges Band, welches ein von Hochachtung geprägtes Verhältnis der Brüder wiederspiegelte. So unterhielt er mit seinem Bruder einen engen Briefwechsel, der zum Teil heute noch im Schloss Dux erhalten ist.

 


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