Joachim Adolf von Bassewitz

* 26.09.1774 in Schönhof/Mecklenburg
† 20.07.1838 in Bad Kissingen

Geboren wurde Joachim Adolph von Bassewitz am 26.08.1774 auf dem elterlichen Gut Schönhof im Mecklenburgischen. Sein Vater war der ehemalige preußische Oberstleutnant Ulrich Carl Adolph von Bassewitz und seine Ehefrau Sophie von Barner.

Seine schulische Bildung erhielt Bassewitz zunächst auf dem Bützower Pädagogium des Professors Hecker ehe er im Jahre 1787 an das Königliche Pädagogium zu Halle an der Saale wechselte. Im Alter von 17 Jahren immatrikulierte sich Bassewitz er sich am 05.10.1791 an der Universität zu Rostock. Dort studierte bereits sein älterer Bruder Friedrich Magnus von Bassewitz. Zwischen 1792 und 1794 studierten beide Brüder Kameralwissenschaften an der Universität zu Jena. Joachim Adolph von Bassewitz besuchte jedoch auch voller Begeisterung die Vorlesungen von Prof. Reinhold, des Vertreters deutschen Idealismus unter den Jenaer Professoren.

Im Jahre 1792 beteiligten sich Friedrich Magnus und Joachim Adolph von Bassewitz an den Schokoladistenunruhen der Jenaer Studenten aktiv. Die Schokoladisten richteten sich gegen das Duellwesen innerhalb der studentischen Landsmannschaften. Hierbei setzte sich Heinrich Stephani, der als Privatgelehrter einen adeligen Studenten nach Jena begleitete, und unter dem Eindruck der Philosophie Kants und der Französischen Revolution die Einrichtung von Ehrengerichten forcierte. Auf diese Weise sollten Duelle zwischen den Studenten zur Streitschlichtung der Vergangenheit angehören. Im Jahre 1792 kam es zu Ausschreitungen, in denen sich die Constantisten, einen 1777 gegründeten Studentenorden, gegen die von den Schokoladisten geforderten Ehrengerichte, positionierten. Das Militär wurde mit der Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung beauftragt. Die Constantisten sahen sich jedoch hier in ihrer akademischen Freiheit bedroht und man griff die Soldaten mit Waffen an, die aufrührerische Studenten verhaften sollten. Am 17.07.1792 kam es zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen den Soldaten des Herzogs und der Studentenschaft. Zwei Tage später zogen die Jenaer Studenten, unter Führung der kurländischen Landsmannschaft in Richtung Nohra. Hierbei führte die Mecklenburgische Landsmannschaft, dessen Senior Friedrich Magnus von Bassewitz war, mit ihrer blutroten Fahne das Ende der Kolonne an. Hiermit setzte man die Universität und Stadt Jena unter Druck. Unter dem »Gejohle der Studentenschaft«, so schrieb Wilhelm Fabricius in »Die Deutschen Corrps«, zog das Militär sich zurück.

Im Jahre 1793 folgte Joachim Adolph von Bassewitz seinem Bruder als Senior der Mecklenburgischen Landsmannschaft. Am 23.07.1793 unterschrieb er, mit den Senioren acht weiterer in Jena aktiver Landsmannschaften, einen Aufruf an Carl Leonhard Reinhold, den Ruf an die Universität nicht zu folgen. Als er sich entschied den Ruf nach Kiel anzunehmen, beschloss die Studentenschaft ihm eine goldene Medaille und Festgedicht zu widmen. Diese Medaille wurde jedoch nicht rechtzeitig fertig und musste ihm mit einem Briefe der Studentenschaft nachgesandt werden.

Nach dem Studium trat Bassewitz im Jahre 1800 trat er in die Dienste des Herzogs von Mecklenburg-Strelitz und wurde zunächst wirklicher Kammerrat und im Jahre 1806 geheimer Kammerrat.

Während des Befreiungskrieges 1813 trat Bassewitz in das Mecklenburg-Strelitzsche Husaren Regiment ein. Nach dem Tode seiner ersten Frau erbat er den Abschied. Dieser wurde ihn unter gleichzeitiger Ernennung zum Geheimrat und unter Beibehaltung seines Gehalts als lebenslange Pension gewährt. Für seine Verdienste um die schwedischen Truppen hatte Bassewitz den Nordsternorden erhalten.

Er zog sich auf sein Gut Schönhof zurück. Er erweiterte seinen Landbesitz durch den Erwerb des Gutes Mummendorf. Im Jahre 1819 wurde Bassewitz in das Hauptdirektorium des ritterschaftlichen Kreditvereins gewählt. Im Jahre 1827 wurde er Landrat des Herzogtums Schwerin.

Bassewitz heiratete in erster Ehe Elisabeth von Dewitz und in zweiter Ehe Louise von La Roche-Starkenfels. Aus beiden Ehen hatte er insgesamt 15 Kinder, von denen jedoch bereits fünf zu seinen Lebzeiten verstarben.

Joachim Adolph von Bassewitz verstarb am 20.07.1838 in Bad Kissingen.


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