Johann Albrecht Philippi

* 00.00.1721
† 00.00.1791 in Berlin

Johann Philippi wurde im Jahre 1721 geboren. Er war zunächst Regimentsquartiermeister und trat im Jahre 1767 eine Stelle als zweiter Polizeidirektor in Berlin an.

Im Jahre 1771 übernahm er die Aufgaben des Stadtpräsidenten und war zugleich noch Geheimer Kriegsrath sowie Mitglied beim Kur- und Neumärkischen Tabaksgericht. Seit etwa 1774 war Philippi auch Mitglied des Manufaktur- und Commerzkollegiums sowie im Armen- und Arbeitshausdirektorium. Er wurde auch zum Vorsteher des Gesindeamtes berufen.

Johann Philippi erhielt von König Friedrich II. (1712-1786) den Auftrag die Berliner Polizei nach französischen Muster aufzubauen. Zu diesem Zweck befand er sich zeitweilig in Paris um dort das französische Polizeiwesen kennenzulernen. Nach seiner Rückkehr führte er in Berlin das System der Geheimen Polizei ein.

Als Bürgermeister war Philippi auch für die Abnahme des Bürgereides verantwortlich. In diesem Eide verpflichtete sich der Neubürger seine völlige Unterwerfung:

Ich gelobe und schwöre meinem Allergnädigsten Könige und Herrn, auch Einem Hoch-Edlen Magistrat dieser Kgl. Haupt- und Residenzstadt jederzeit getreu und gehorsam sich zu zeigen. Dero Nutzen und Bestes nach höchstem Vermögen zu befördern, dagegen Schaden und Nachteil zu kehren und abzuweisen. So oft ich auch von Seiner Kgl. Majestät bei Tag und Nacht, in heimlichen und öffentlichen Sachen gefordert werde, will ich gehorsam allermal erscheinen und alles, was mir auferlegt wird, mit gutem Fleiß bestellen, auch mich in keinerlei Sachen wider Seine Kgl. Majestät oder einen Hoch-Edlen Magistrat gebrauchen noch finden lassen. Ingleichen will ich alle und jede Gaben, sie haben Namen, wie sie wollen, gern und willig abtragen und bezahlen, und mich in allen Dingen, wie auch einem guten Bürger eignet und gebühret, erzeigen und verhalten. So wahr mir Gott helfe durch seinen Sohn Jesum Christum.

Obwohl die Berliner Handwerker ihren politischen Einfluss unter Philippi verloren hatten, erlebten sie nochmals eine Blütezeit. Zugleich standen die Zünfte noch unter einer strengen Aufsicht des Berliner Senats. Dies spiegelt sich zum Beispiel sehr deutlich in den Einwohnerzahlen zu Beginn seiner Amtszeit und am Ende. So hatte Berlin im Jahre 1771 etwa 128.000 Einwohner und 20 Jahre später, als er sein Amt abgab, hatte sich die Einwohnerzahl auf mehr als 150.000 Menschen erhöht. In jener Zeit nahm aber auch die Zahl der Armen zu. So bevölkerten etwa 8 % der Berliner Bevölkerung im Jahre 1791 die Armenhäuser oder wurden durch die öffentlichen Armutskassen finanziert.

Bereits in jungen Jahren veröffentlichte Philippi einige juristische und politischen Schriften. Philippi übersetzte auch den Roman »Candide, oder die beste Welt« von Voltaire im Jahre 1761.

Werke:

  • Die wahren Mittel zur Vergrößerung eines Staates, Berlin 1753
  • Voltaire: Candide, oder die beste Welt (Übersetzung), Riga & Leipzig 1761
  • Der vertheidigte Korn-Jude, Berlin 1765
  • Ange Goudar: Staatsfehler der mehresten Hofe im franzosischen Gemahlde (Übersetzung), Berlin & Leipzig 1766
  • Briefe uber verschiedene Gegenatande der Staats-Wirtschafft, Policey und Moral, Berlin 1770
  • Der vergrößerte Staat, Berlin 1771

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