Ernst Ludwig Pfuhl

* 08.12.1716 in Gut Plagow/Neumark
† 05.05.1798

Ernst Ludwig von Pfuhl entstammte den alten in Jahnsfelde angesiedelten Geschlechte der von Pfuel. Sein Vater war der königlich-preußische Hauptmann im Infanterieregiment von Schlabrendorff Nr. 25, Wilhelm von Pfuhl (1690-1756) während die Mutter Dorothee Hedwig, die Tochter eines königlich preußischen Geheimrats war. Der spätere preußische Generalmajor Franz Wilhelm von Pfuel (1733-1808) war sein jüngerer Bruder.

Kurz nach der Geburt des Kindes zogen die Eltern nach Pommern, die Erziehung des Knaben wurde durch einen Verwandten wahrgenommen.

Der junge Pfuhl schlug die militärische Laufbahn ein und wurde Kadett und ab dem 21. Lebenjahr Freikorporal im Regiment des Fürsten Dietrich von Anhalt-Dessau (1702-1769). Als Freikorporal von Pfuhl im Jahre 1739 damit beauftragt war neue Soldaten zu werben, bot man ihm die Stelle eines Oberleutnants in der österreichischen Armee an, wenn er dafür den katholischen Glauben annehmen würde. Dieses Angebot schlug der Protestant aus märkischen Adel jedoch aus. Als König Friedrich Wilhelm I. davon erfuhr, beförderte er ihn zum Fähnrich.

Er nahm unter Friedrich den Großen an den beiden Schlachten des 1. Schlesischen Krieges (1740-1742) teil und wurde auch bei der Belagerung der Festungen Brieg und Neiße eingesetzt. Nach der Schlacht von Mollwitz am 10.04.1741 erfolgte seine Beförderung zum Sekondeleutnant.

Im selben Jahre wurde er aus dem preußischen Lager bei Strehlen unter dem Befehl eines Hauptmannes und zusammen mit einem anderen Leutnant und mehreren Freiwilligen beauftragt, ein in der Nähe liegendes Dorf zu besetzen. Das Dorf war im Handumdrehen besetzt. Auf dem Schloss kümmerten sich mehrere Mönche, die jedoch im Kontakt mit dem Österreichern standen, um den Gottesdienst auf dem Gutshof. Sie empfingen die Preußen mit großer Gastfreundschaft und versuchten die Soldaten mit übermäßigen Weingenuss kampfunfähig zu machen. Da der Hauptmann und die Gemeinen unendlich viel tranken schien das Unterfangen der Mönche erfolgreich zu sein, bis Sekondeleutnant von Pfuhl und der andere Leutnant die Posten kontrollierten und diese schlafend vorfanden. Sie weckten sie auf und erhielten sie munter. Ohne diese Wachsamkeit wäre der kleine Trupp verloren gewesen, da gut eine Stunde später ein feindlicher Trupp am Tore auftauchte. Pfuhl konnte den Angriffsversuch zurückschlagen.

Während des zweiten Schlesischen Krieges (1744-1748) nahm der junge Offizier ebenfalls teil und kämpfte am 15.12.1745 bei Kesselsdorf erfolgreich gegen die Streitkräfte der antipreußischen Allianz.

Pfuhl nahm ebenfalls am Siebenjährigen Krieg teil. Er kämpfte bei Prag am 06.05.1757 sowie Breslau am 22.11.1757. Am 05.12.1757 schlug König Friedrich II. die in Schlesien stehende österreichische Armee entscheidend und die Preußen konnten bis zum nächsten Frühjahr Schlesien zurückerobern. Pfuhl wurde in dieser Schlacht zweimal verwundet. Kurze Zeit später erfolgte seine Beförderung zum Stabskapitän. 1758 nahm er an den Gefechten von Leignitz sowie bei Görlitz und Burckersdorf teil. Auch an der Belagerung von Prag, Breslau und Ölmütz war der Offizier beteiligt.

Im Jahre 1758 verlieh der König dem mutigen Offizier eine Kompanie. Als er mit seiner Kompanie einen Brottransport von Leitmeritz nach Nollendorf begleitete, wurde dieser durch kroatische Truppen angegriffen. Er ließ diesen Transport nicht in Stich sondern brachte den Transport, obwohl sein Regiment bereits gegen den Feind abmarschiert war, sicher an sein Ziel und sicherte den Preußen noch ein Geschütz. Bei seinen Vorgesetzten traf dieses Verhalten nicht auf Zustimmung und er erhielt eine Arreststrafe. die König Friedrich II. jedoch wieder aufhob.

Im Jahre 1760 war er bereits Bataillonskommandeur. Hauptmann Ernst Ludwig von Pfuhl kommandierte sein Bataillon unter schwierigen Bedingungen zwischen Töpliwoda und Neiße, als dieses von einer überlegenen feindlichen Truppe während des Marsches angegriffen wurde. Es gelang ihm jedoch sein Bataillon erfolgreich in die schützende Festung Neiße zu führen. König Friedrich II. beförderte ihn zum Hauptmann und verlieh ihm zugleich den Orden Pour le Merite. Nach dem Kriege beförderte der preußische König ihm zum Oberstleutnant.

Erst im Jahre 1777, in diesem Jahr wurde er zum Obersten befördert, trat Pfuhl in engere Bekanntschaft mit dem Könige. Er war als Regimentskommandeur aus Westfalen für die Dauer von 7 Wochen nach Potsdam befohlen worden, um hier das neue Exerzierreglement besser kennenzulernen. König Friedrich II. zog den verdienten Offizier nun des öfters in seine Gesellschaft.

Während des Bayerischen Erbfolgekrieges konnte sich der verdiente Offizier nochmals bewähren. An der Spitze einer Brigade der Armee des Prinzen Heinrich führte er auf dem Rückmarsch noch ein erfolgreiches Nachtgefecht bei Nikolsburg. Der König schenkte ihm als Belohnung eine erste Präbende:

Mein lieber Obrister von Pfuhl. Glaubt nicht, daß, weil ich weit von euch entfernt bin, ich nicht an euch denke. Da man mir geschrieben, daß in dem Stifte Münster-Eyffel eine Stelle vacant sei, so gebe ich euch dieselbe, um euch zu zeigen, daß ich bin euer

wohl affectionirter König
Friedrich.

Am 17.07.1779, nach Ende des Feldzuges, erhielt er dafür die Beförderung zum Generalmajor und der König übertrug ihm das in Berlin in Garnison liegende Füsilierregiment Nr. 46. Im Jahre 1784 übernahm der General die Aufgaben des Gouverneurs von Spandau um kurz darauf zum Inspekteur der märkischen Infanterie berufen zu werden. Seit dem 31.03.1783 war Generalmajor von Pfuhl auch Amtshauptmann von Potsdam und der preußische König Friedrich II. scherzte anlässlich dieser Ernennung:

»Jetzt stände er unter Pfuhl´s Jurisdiction, denn er selbst sei nur Einwohner von Potsdam«.

Zugleich übertrug der preußische König ihm die Stelle eines Präbende beim Domkapitel zu Halberstadt und bedachte den General immer wieder mit Geldgeschenken.

Nachdem er bereits im März 1786 zum Generalleutnant befördert wurde verlieh der König »dem lieben und ehrlichen Pfuhl« am 28.05.1786 den Schwarzen Adlerorden. Es war die letzte Verleihung des Schwarzen Adlerordens, die Friedrich der Große vollzog. Während der letzten Krankheit des Königs reiste der verdiente General häufig nach Potsdam.

Ernst Ludwig heiratete Anne Katharina Margarethe von Porr, die Tochter des Mindener Regierungsrats Ludoph Friedrich von Porr. Das Paar hatte drei Söhne und eine Tochter das Leben gesschenkt.

Ernst Ludwig von Pfuhl wurde im Jahre 1794 zum General der Infanterie befördert und trat im Dezember desselben Jahres in den Ruhestand. Ernst von Pfuhl starb am 05.03.1798.


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