Alexei Grigorijewitsch Orlow

* 05.10.1737 in Ljublino
† 05.01.1808 in Moskau

Alexei Grigorjewitsch Orlow wurde am 05.10.1737 in Lubjlino im Gouvernement Twer geboren. Seine Eltern waren Grigori Iwanowitsch Orlow (1685-1746), der Gouverneur von Nowgorod war, und dessen Ehefrau Lukerja Iwanowna Sinowjewa. Seine älteren Brüder Iwan Grigorjewitsch (1733-1791) und Grigori Grigorjewitsch Orlow (1734-1783), wurde der Geliebte der russischen Zarin Katharina II.. Fjodor Grigorjewitsch (1741-1796) und Wladimir Grigorjewitsch Orlow (1743-1831) waren seine jüngeren Brüder.

Orlow war von großer kräftiger Statur. Er entschied sich für eine militärische Karriere und trat im Jahre 1749 in das Preobraschenski Leib-Garderegiment ein. Wo er es bis zum Jahre 1762 zum Sergeanten auf.

Während der Thronbesteigung von Katharina II. spielte er neben seinen Brüdern eine der kühnsten Rollen. So holte er Katharina II. aus Peterhof ab und rief sie zur Kaiserin aus. Später erdrosselte er eigenhändig den gestürzten Zaren Peter III. in Ropscha. Für diese Tat wurde er im Jahre 1764 zum Generalleutnant, Kammerherren und Präsidenten der Tutelkanzlei ernannt. Bereits zwei Jahre zuvor wurde ihm der Titel eines Grafen verliehen. Im Jahre 1765 erfolgte seine Beförderung zum Generalleutnant.

Im Jahre 1768 erfolgte Orlows Beförderung zum Admiral der gesamten russischen Flotte in griechischen Archipel. Im folgenden Jahr befehligte er eine Flotte von 14 russischen Kriegsschiffen. Zusammen mit seinen Brüdern Grigori und Fjodor Orlow organisierte Alexi Grigorjewitsch Orlow die Orlow-Revolte in Griechenland, die während des russisch-türkischen Krieges 1768-1774 das osmanische Reich schwächen sollte. Nach Anfangserfolgen gelang es dem osmanischen Reich die alten Machtverhältnisse wiederherzustellen. Die russische Flotte unter seinem Oberbefehl segelte zwischenzeitlich in die Ägäis wo man Anfang Juli 1770 in der Seeschlacht von Çeşme konnte er jedoch einen wichtigen Sieg gegen die osmanische Flotte erringen. Er erhielt den Titel eines Prinzen von Tschesmenskoi. Im Park von Zarskoje Selo wurde eine Marmorsäule errichtet und eine Medaille geprägt, die den General als Mars darstellen.

Dies war ein wesentlicher Schritt zum Frieden von Küçük Kaynarca. Hierbei trat das Osmanische Reich die Gebiete nördlich des Kaukasus und die südliche Ukraine mit der Mündung des Bug, Dnepr und Don an das zaristische Russland ab. Auch wurde Russland die freie Durchfahrt durch den Bosporus und dem Schwarzen Meer ermöglichte.

Nachdem der Krieg beendet war, rückte Orlow zum Oberbefehlshaber auf und wurde durch Katharina mit großzügigen Schenkungen bedacht.
Im Jahre 1775 erhielt er den heiklen Auftrag, Jelisaweta Alexejeewna Tarakanowa nach Russland zu bringen, da sie sie sich als Tochter der Zarin Elisabeth und von Alexei Rasumowski ausgab und auf Initiative des Woiwoden Karol Stanislaw Radziwill einen Anspruch auf die Krone Russlands erhob. Hierzu reiste er ins italienische Pisa, wo sie sich aufhielt. Beide genossen einen kurzen Sommer. Gemeinsam reiste man nach Livono, wo die russische Flotte bereits ankerte und es gelang ihm, unter dem Vorwand sie ehelichen zu wollen, sein Admiralsschiff zu betreten, Dort wurde sie sofort gefangen genommen und an Katharina II. ausgeliefert, wo sie in der Peter- und Paul-Festung wenige Monate später an Tuberkulose verstarb.

Er zog sich von nun an ins Private zurück und machte sich als Pferdezüchter einen Namen. So erwarb er im Jahre 1775 in Morea in Griechenland eine Gruppe Araberpferde für sein Moskauer Gestüt Ostrovo in der Nähe von Moskau.

Nachdem Tode der russischen Zarin Katharina II. trat ihr Sohn Paul I. von Russland die Regierung an. Er nahm an den noch lebenden Mördern seines Vaters Rache, indem sie bei der Überführung der Leiche aus dem Alexander-Newski-Kloster das Bahrtuch tragen mussten. Anschließend erhielten sie den Befehl, auf Reisen zu gehen. Er begab sich nach Deutschland und kehrte erst nach dem Tode Paul I, nach Moskau zurück.

Alexei Grigorjewitsch Orlow starb am 05.01.1808 in Moskau. Er hinterließ seiner einzigen Tochter Anna ein beträchtliches Vermögen.


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