Friedrich August Alexander Eversmann

* 08.10.1759 in Brachwitz bei Halle/Saale
† 29.10.1837 in Berlin

Friedrich August Alexander Eversmann wurde am 08.10.1759 in der Ortschaft Brachwitz bei Halle/Saale geboren. Sein Vater Albrecht Hermann Carl Eversmann (1727-1780) war Kriegs- und Domänenrat bei der Kammer in Magdeburg während seine Mutter Susanne Philippine (1742-1809), die Tochter des aus der Schweiz stammenden preußischen Majors Marc Ami de Richard war. Sein Großvater väterlicherseits war Rudolf Wilhelm Eversmann war Kammerdiener und Oberkastellan Friedrich Wilhelm I. von Preußen.

Eversmann besuchte, nachdem er erst von Hauslehrern unterrichtet wurde, zunächst das Pädagogium in Halle an der Saale und wechselte später auch an die dortige Universität. Zunächst studierte er, wie sein jüngerer Bruder Albrecht Ludwig Rudolf die juristischen Fächer. Später entschied er sich zu einem Studienwechsel und hörte bei Klaproth und Achard in Berlin chemische Vorlesungen, da er für die Bergwerkslaufbahn vom Vater bestimmt wurde.

Nachdem er im Jahre 1780 seine Studienjahre beendete, trat Eversmann in den preußischen Staatsdienst als Bergeleve ein.

In der Folge begleitete der junge Mann Minister Friedrich Anton von Heynitz auf seinen Inspektionsreisen zu Manufakturen, Fabriken sowie Bergwerken in die verschiedenen preußischen Provinzen. Auf Grund seiner sehr ausführlichen Berichte erfolgte im Jahre 1781 seine Beförderung zum Bergkommissar. Ihm wurde der Auftrag erteilt, die Grafschaft Mark zu bereisen und über den Zustand der dortigen Bergwerke und Fabriken nach Berlin zu berichten. Sein Hauptaugenmerk lag auf der wirtschaftlichen Weiterentwicklung der Region. Er bemühte sich insbesondere die Metallindustrie zu fördern.

Nachdem er im Jahre 1783 im Auftrage von Minister Heynitz Schlesien bereiste, erhielt er den Auftrag auch nach Holland und England zu reisen um die dortige Metallindustrie zu erkunden.

Nach seiner Rückkehr wurde er als Bergrat nach Witten entsandt. Hier versuchte der preußische Beamte seine neuen Erkenntnisse auch in die Praxis umzusetzen. Hierzu zählte die im Jahre 1787 auf seine Initiative hin gebaute Kohlenbahn bei Hattingen. Diese sollte die geförderte Ruhrkohle nach Ruhrort bringen, wo sie auf dem Rhein verschifft werden konnte.

Eversmann ging im Jahre 1787 die Ehe mit Marianne Loebbecke (1765-1809), Tochter des Iserlohner Kaufmanns Johann Hermann Loebbecke ein. Aus dieser Ehe sollten unter anderem die Söhne Eduard Friedrich (1794-1860), der sich einen Namen als Biologe und Forschungsreisender machte. Ludwig »Lewis« (1799-1858), der im Jahre 1824 Gottfried Duden zum Missouri begleitete.

Auf eigenes Bemühen erfolgte am 06.01.1788 seine Anstellung als Assessor an der Kriegs- und Domänenkammer in Hamm. Auf diese Weise wollte der junge Beamte sich besser mit dem kameralistischen System vertraut machen.

Am 20.10.1791 erfolgte seine Ernennung zum Kriegs- und Steuerrat bei der Kriegs- und Domainenkammer zu Hamm. Seine Tätigkeiten als Steuerrat nahm er erst im Frühjahr 1792 auf und seine Zuständigkeit erstreckte sich auf das Gebiet südlich der Ruhr. Sein Amtssitz war Hagen. In dieser Funktion beförderte der preußische Beamte die Altenaer Nadelproduktion. Dies begründete er – aus seiner damaligen Sicht sicherlich eine sozialpolitische Entscheidung – mit der Möglichkeit, dass auch Kindern eine Verdienstmöglichkeit zu bieten. Auch beteiligte er sich an der Entwicklung eines Entschwefelungsverfahrens für Steinkohle und damit auch an der Entwicklung der Koksherstellung. Aber auch für die Leinenproduktion im Ravensburger Land führte der preußische Beamte Verbesserungen ein. So konnte er bei den Leinenwebern in Bielefeld und Hirschberg Verbesserungen beim Leinwandbleichen erreichen.

Auch wurde er mit der Beschaffung einer englischen Dampfmaschine aus England beauftragt. Diese sollte auf der Kohlenzeche in Tarnowitz in Oberschlesien zum Einsatz kommen. Diese Maschine, nach der Bauart von James Watt wurde die erste preußische Dampfmaschine.

Weiterhin setzte sich Eversmann für die Entwicklung des Zinkproduktion von Galmei ein, die er im Jahre 1798 in Oberschlesien bekannt machte.

Im Jahre 1801 erhielt er von seinen Vorgesetzten zahlreiche Kenntnisse bestätigt, jedoc sei er oft übereilt. Im Jahre 1803 geriet er mit dem Chef des Fabrikendepartements in Berlin aneinander. Friedrich August Alexander Eversmann hielt die zollpolitischen Maßnahmen zur Abschottung der mittleren preußischen Provinzen kritisierte. Eine französische Departements.«. Heute gilt dieses Werk als wichtige Quelle als wirtschaftliche Quelle für Westfalen vor der Industrialisierung. Er publizierte auch zahlreiche Beiträge für den »Westfälischen Anzeiger«.

Nachdem die preußischen Westgebiete im Jahre 1807 – als Folge des Tilsiter Friedensschlusses – von Preußen abgetreten werden mussten, arbeitete er zunächst in der alten Position weiter. Im Jahre 1809 beurteilte man den Beamten jedoch als politisch unzuverlässig und entließ ihn.

Im Jahre 1810 heiratete Eversmann in Moskau Helena Hedwig Preyler in Moskau.

Nach seiner Entlassung emigrierte Eversmann zunächst nach Russland, wo er im Auftrage des russischen Zaren Alexander I. zunächst Berg- und Hüttenwerke am Ural leitete. Als der Krieg zwischen Frankreich und Russland im Jahre 1812 ausbrach, wurde Eversmann beauftragt, eine Waffenfabrik mit deutschen Spezialisten zu errichten. Im Jahre 1818 ging er in Pension und lebte bis zu seinem Tode am 29.10.1837 als Privatier in Berlin.

Seit dem Jahre 1819 hielt sich der ehemalige preußische Bergrat wieder in Preußen auf.

Werke:

  • Technologische Bemerkungen auf einer Reise durch Holland. Crazi, Freyberg 1792
  • Einige statistische Bemerkungen über das Herzogthum Westfalen, Arnsberg 1804
  • Nachricht von den in den Ländern zwischen Lahn und Lippe gelegenen und auf der Eversmannschen Charte angezeigten metallischen und unmetallischen Werken. Als Zugabe zu dieser Charte., Mallinckrodt 1804
  • Die Eisen und Stahl-Erzeugung auf Waßerwerken zwischen Lahn und Lippe und in den vorliegenden französischen Departements. Band 1, Mallinckrodt 1804
  • Übersicht der Eisen- und Stahl-Erzeugung auf Wasserwerken in den Ländern zwischen Lahn und Lippe. Angehängt sind eine Übersicht jener Fabrikation in den vorliegenden französischen Departements und eine Nachricht von anderem in dem Distrikte zwischen Lahn und Lippe vorhandenen metallischen und unmetallischen Werken, nebst Kupfern und einer großen technologischen Charte, Mallinckrodt 1804

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