Heinrich Samuel Catel

* 01.04.1758 in Halberstadt
† 29.06.1838 in Berlin

Samuel Heinrich Catel entstammte einer hugenottischen Familie. Es bestand eine ferne Verwandtschaft mit den französischen Komponisten Charles Simon (1773-1830) sowie den Holzbildhauer und Maler François Louis (1778-1856) und den Architekten Louis Catel (1776-1819).

Er studierte in einem Berliner Predigerseminar Theologie und wurde im Jahre 1778 als Prediger ins uckermärkische Strasburg berufen. Im Jahre 1781 wechselte er in der gleichen Stellung nach Brandenburg an die Havel. Er blieb zwei Jahre in Brandenburg ehe er an die französisch-reformierte Gemeinde nach Berlin als Katechet wechselte. Später wurde er auch an derselben Kirche - die Hospitalkirche - als Prediger angestellt. Als Katechist begleitete er die Gläubigen als Lehrer auf ihre Sakramente vor.

Nach dem Tode des Vaters lebte der junge Heinrich von Kleist im Haushalt des Theologen Catel. Vermutlich hat er ihm sowohl die französische Sprache als auch den Zugang zu den Autoren der Klassik und Aufklärung vermittelt.

Im Frühjahr 1793 wurde Catel an das Französische Gymnasium von Berlin berufen. Als Lehrer für griechische Sprache arbeitete er bis zu seinem Tod an dieser Schule. Er war auch politisch interessiert und wurde im Jahre 1803 Redaktionsmitglied der »Berliner Politischen Zeitung«. Von 1806 bis 1822 war er auch als politischer Redakteur der »Vossischen Zeitung« tätig. Seine Nachfolge trat der Herausgeber und Verleger der Zeitung Christian Friedrich Lessing an.

Er trat durch die Veröffentlichung verschiedener monographischer Werke in Erscheinung, die sowohl in deutscher als auch französischer Sprache erschienen. Zu seine Veröffentlichungen gehörten »Berichtigungen einiger Stellen des Werks über den Religionszustand in den Brandenburgischen Staaten unter Friedrich dem Großen« dass er einer kritischen Würdigung unterzog.

Er war auch als Übersetzer und Bearbeiter französischer Texte tätig. So übersetzte er die »Fabeln« von Lafontaine in den Jahren 1791-1794. Er war auch an der Übersetzung des sechsbändigen Werks der Madame de Staël beteiligt. Die Übersetzung von »Über Deutschland« erstellte er zusammen mit Friedrich Buchholz und Julius Eduard Hitzig.

Er ging im Jahre 1782 die Ehe mit Maria Justine Juliey (1761-1819), der jüngsten Tochter von Jean-Henri Samuel Formey ein.

Samuel Heinrich Catel starb am 29.06.1838 im 71. Lebensjahr. Seine letzte Ruhe fand der Theologe auf dem französischen Friedhof von Berlin.

Werke:

  • Mémoire sur la question Quelle est la meilleure manière de convaincre les Catéchumenes ordinaires, de la vérité de l'Ecriture sainte?, 1781
  • Berichtigungen einiger Stellen des Werks über den Religionszustand in den Brandenburgischen Staaten unter Friedrich dem Großen, 1778
  • Dictionnaire françois-allemand: composé sur la cinquieme et dernière édition du Dictionnaire de l'Académie françoise. Zwei in vier Bänden, 1801
  • Johann Peter Erman. Eine biographische Skizze, 1804

Übersetzungen:

  • Lafontaine's Fabeln. Französisch und deutsch. In Versen., 1791-1794
  • Anna Louise Germaine de Staël-Holstein: Über Deutschland. Drei in sechs Bänden 1814

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