August Daniel Binzer

* 30.05.1793 in Kiel
† 20.03.1868 in Neisse

August Daniel von Binzer wurde am 30.05.1793 in Kiel geboren. Sein Vater war Generalmajor Johann Ludwig Jacob Freiherr von Binzer(1746-1811) und Margaretha Elisabeth Louise Ericius (1760-1839) war seine Mutter. Das Kieler Elternhaus Binzers war bereits ein wissenschaftlich und kulturell beeinflusstes Zentrum Kiels. Der PhilosophCarl Leonhard Reinhold wurde nach dem Tod des Vaters Binzers Vormund.

Nach einer kaufmännischen Ausbildung, die er sowohl in England als auch in Schweden absolvierte, begann er zunächst an der Christian-Albrechts-Universität seiner Vaterstadt ein Studium. Später setzte er seine Studien fort.

Binzer gehörte im Jahre 1817 zu den Begründern der Kieler burschenschaftlichen Bewegung. Er gehörte hier der Burschenschaft Teutonia zu Kiel an. In seiner Jenaer Zeit schloss er sich auch der Urburschenschaft an.

Binzer machte sich als Dichter einen Namen. So stammten aus seiner Feder die Lieder »Stoßt an!« und »Wir hatten gebauet ein staatliches Haus«. Das letztere Lied entstand anlässlich der 1819 unter politischer Führung Österreichs beschlossenen Karlsbader Beschlüsse, wodurch letztlich auch die Auflösung der Leipziger Urburschenschaft erfolgte. Diese wurde hier als »stattliches Haus« beschrieben, dass durch die Verleumdungen der »Schlechten« zerfällt. Durch den mehrfachen verweis auf Gott, wird stark lutherische geprägte Haltung der Burschenschaftler verwiesen und schließlich bezieht sich Binzer in der letzten Strophe mit »… und unsere Burg ist Gott« auf Martin Luthers Lied »Ein feste Burg ist unser Gott«. Auch ist bemerkenswert, dass in der siebten Strophe erstmals die Farben Schwarz-Rot-Gold in dieser Reihenfolge fixiert wurden. Während des Vormärz wurden die Farben jedoch meist durch Strich ersetzt, da diese Farbgebung verboten war.

Auch als Journalist und Schriftsteller verdiente Binzer seinen Lebensunterhalt. Seine Zeit als Schriftsteller führte ihn in viele deutsche Städte, wie Altenburg, Glücksburg, Flensburg, Leipzig, Köln, Augsburg oder Wien, wo er für verschiedene Zeitungen schrieb. Darüber hinaus redigiert er Artikel für Enzyklopädien und verfasste Novellen und Erzählungen. Im Jahre 1847 entschloss er sich zusammen mit dem österreichischen Schriftsteller Joseph Christian von Zedlitz am Altausee ein gemeinsames Haus zu errichten, wo im Sommer lebte. Im Jahre 1848 zog man nach Linz wo sie im Winter gemeinsam ein Haus mit Adalbert Stifter bewohnten.

Im Jahre 1831 hielt er sich in Neumühlen bei Altona auf, wo er für kurze Zeit ein Erziehungsinstitut leitete.

Als August Daniel von Binzer im Jahre 1822 einer Einladung der Herzogin Wilhelmine von Sagan folgte, lernte er deren Nichte Emilie Henriette Adelheid von Gerschau (1801-1891) kennen. Noch im gleichen Jahr gingen sie die Ehe. Seine Gattin selbst führte im ehelichen Haus Salons und publizierte selbst unter dem Pseudonym Emil Ritter.

Das Paar hatte insgesamt 5 Kinder, die in den Jahren 1823-1829 geboren wurden. Die Tochter Klara heiratete später Enno von Colomb, den späteren preußischen General und Militärschriftsteller. Carl Heinrich Friedrich Binzer trat als Schriftsteller in die Fußstapfen seiner schreibenden Eltern und malte darüber hinaus noch.

Binzer starb am 20.03.1868 im schlesischen Neisse während einer Reise. Seine Ehefrau überlebte ihn um 21 Jahre.

Schriften:

  • Beitrag zur Beantwortung der Frage: Was kann zur allgemeinen Förderung des Wohlstandes gegenwärtig in Teutschland geschehen?, 1820
  • Die Dämmerungsstunden der Familie Aebert“, 1833
  • Bericht über die bei Legung des Grundsteins der deutschen Buchhändlerbörse in Leipzig am 26. Oktober 1834 stattgefundenen Feierlichkeiten.
  • Venedig im Jahre 1844, 1845

Lieder:

  • Stoßt an, 1817
  • Wir hatten gebauet ein festes Haus. 1819

Übersetzung:

  • Benjamin Franklin: Leben und Werk

Herausgeberschaft:

  • Peter von Gerschau: Aus dem Leben des Freiherrn Heinrich Ludwig von Nicolay, weiland kaiserlich russischen Geheimraths.
  • Conrad Friedrich von Schmidt-Phiseldek: Über die neuerlichen Aufregungen in den Herzogthümern Schleswig und Holstein.

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