August Johann Georg Karl Batsch

* 28.10.1761 in Jena
† 29.09.1802 in Jena

August Johann Georg Karl Batsch kam am 28.10.1761 als Sohn des Georg Lorenz Batsch (1728-1798) und seiner Frau Ernestine († 1803), geborene Franke, zur Welt.

Den ersten Unterricht erhielt der junge Batsch in der Jenaer Stadtschule und später auch durch Privatunterricht. Schon in jungen Jahren zeigte sich seine Neigung für die Naturwissenschaften, wobei die Botanik sein besonderes Interesse erregte. Im Jahre 1772 immatrikulierte er sich als Student in Jena und erhielt 1781 seinen Abschluss als Doktor der Philosophie.

August Johann Georg Karl Batsch wirkte in den Jahren 1782 und 1783 als Privatdozent für Zoologie und Botanik an der Universität Jena. Ab 1784 fand der Naturwissenschaftler eine Anstellung als Verwalter der Gräflich Reuß-Plauischen Naturaliensammlung in Köstritz.

Im Jahre 1786 promovierte Batsch bei Justus Christian Loder in seiner Vaterstadt zum Doktor der Medizin. Seine akademische Laufbahn setzte er im Jahre 1789 zunächst als extraordinante und 1792 schließlich Ordinarius an der Universität Jena fort. Seine Schwerpunkte lagen sowohl in der Botanik als auch Chemie. Ab 1792 konzentrierte er sich an der medizinischen Fakultät auf Naturgeschichte.

Durch seine Vorlesungen und Schriften konnte er sich in den Naturwissenschaften einen europaweiten sehr guten Ruf erarbeiten. In seinem Werk »Elenchus Fungorum«, das zwischen 1783 und 1789 erschien, beschrieb der Wissenschaftler etwa 200 Pilzarten und fügte diesem Werk zahlreiche kolorierte Tafeln. Auf Grund der sehr genauen Fundstellen hat die Arbeit nicht nur für die Pilzsystematik sondern auch für die Floristik Bedeutung.

Im Jahre 1793 gehörte Batsch zu den Gründern einer »Naturforschenden Gesellschaft« in Jena, deren bedeutende Sammlung später in den Besitz der Universität Jena überging. Im folgenden Jahr legte er zusammen mit den Dichter Johann Wolfgang von Goethe einen botanischen Garten an.

Seine Frau Sophie Karoline Amalie Pfündel lernte Batsch sehr früh kennen. Nach dem Tod der Eltern nahm Vater Batsch das 9jährige Mädchen bei sich auf. Im Jahre 1787 heirateten beide. Da Karl Batsch schon in jungen Jahren an Hypochondrie litt, war das Familienleben nicht immer angenehm, da sie immer wieder mit wenig Geld auskommen musste. Bis zu seinem Tode erhielt Batsch nicht mehr als 250 Taler Jahresgehalt. Sein Sohn Georg Friedrich Karl Batsch schrieb später über die finanzielle Situation der Familie:

»...die Besoldung meines Vaters als Professor extraordinarius [war] eine selbst für jene Zeiten nur geringe. Das Einkommen meines Vaters als junger Dozent und Schriftsteller konnte natürlich auch nicht bedeutend sein und wohl kaum zur Beschaffung von Büchern, chemischen und anderen Apparaten hinreichen, vielleicht wird auch noch manche finanzielle Verbindlichkeit meines Vaters aus seiner Studienzeit zu decken gewesen sein. Selbst später, als mein Vater Professor ordinarius geworden war, betrug seine Besoldung nicht mehr als 200 Thaler und später, als er einen Ruf nach Göttingen erhielt, legte man, auf meines Vaters Liebe zur Flora Jenensis und zu seinem Schoßkind, dem von ihm eingerichteten botanischen Garten rechnend, nur 50 Thaler zu, so dass er bis zu seinem Tode keine größere Besoldung als 250 Thaler hatte. Denn Goethe, der eigentliche Curator der Universität Jena, war meinem Vater, obgleich er ihn später nach seinem Tode schriftlich gepriesen hat, nicht sehr hold, weil mein Vater nicht verstand und keine Neigung hatte, ihn zu hofieren, wie es der Voigt verstanden hatte, dem dafür ein neues Wohnhaus im botanischen Garten gebaut wurde, mein Vater aber für das Bewohnen des alten Hauses, eines erbärmlichen Gebäudes, Wohnungsmiete bezahlen und für ein Grundstück mit einigen Obstbäumen, welches nach meines Vaters Tode dem Gärtner zur Benutzung unentgeltlich überlassen wurde, ein Pachtgeld entrichten musste...«

Am 19.09.1802 fühlte sich August Karl Batsch unwohl und klagte über Schmerzen. Obwohl es ihm am nächsten Tag nicht besser ging, hielt er seine Vorlesung. Von diesem Tage an ging es mit seiner Gesundheit rapide bergab und führte am 29.09.1802 zu seinem Tod. Er hinterließ seine Frau mit den Kindern Friedrich (1789-1834), Georg Friedrich Karl (1792-1873) und Karoline) (1793-1865) fast mittelos, da sie nur eine geringe Witwenrente erhielt.

Joseph Colestus Mutis (1732-1808) benannte eine neu entdeckte Pflanzenart aus der Familie der Hülsenfrüchte - die Batschia- nach ihn und Wilhelm Zopf (1846-1909) benannte den Braunen Eichelbecherling (Cibonia batschiana) nach den Botaniker.

Werke:

  • Elenchus fungorum, Jena 1783-1789
  • Naturgeschichte der Bandwurmgattungen, 1786
  • Versuch einer Anleitung zur Kenntnis und Geschichte der Tiere und Mineralien für medicinische Vorlesungen entworfen und mit den nötigen Abbildungen versehen, 1788
  • Erste Grundzüge der systematischen Chemie, 1789
  • Synopsis universalis generum plantorum, 1793
  • Dispositi generum plantorum Jenensum
  • Anweisung zur Kenntnis der Geschichte der Pflanzen und Gewächse
  • Umriss der gesamten Naturgeschichte
  • Analyses florum e diversis plantorum generibus omnes etiam minutissimas eorum externas partes demonstrantes (Analysen der Blumen aus den verschiedenen Arten der Pflanzen, die alle, auch kleinsten äußeren Teile von ihnen zeigen).
  • Versuch einer Arzneimittellehre nach den Verwandtschaften der wirkenden Bestandteile, 1790
  • Botanische Unterhaltungen für Naturfreunde zur eigenen Belehrung über die Verhältnisse der Pflanzenbildung, 1793
  • Disposito generum plantarum Europae synoptium secundum systema sexuale emendiatum exarata, 1794
  • Botanik für Frauenzimmer, Weimar 1795
  • Mineralogie für Vorlesungen und für Anfangssammler von Mineralien, 1796
  • Kurze Erklärung derjenigen Naturalien des Herzoglichen Kabinetts zu Jena, welche bei den naturhistorischen Vorlesungen des Professors Batsch in besonderen Stunden vorgezeigt wurden, 1796
  • Übersicht der Kennzeichen zur Bestimmung der Mineralien und kurze Darstellung der Geologie für Vorlesungen, 1796
  • Der geöffnete Blumengarten, teils nach dem englischen von Curtis Botanical Magazine neu bearbeitet, teils mit neuen Originalen bereichert und zur Erläuterung der Frauenzimmer-Botanik für Pflanzenliebhaber, welche keine Gelehrten sind, herausgegeben, 1798
  • Lilien der Deutschen Dichtung. Für einsame Spaziergänge zur Stimmung der Geister für Innigkeit, Schönheit, Erhabenheit und Wahrheit. Gesammelt von A.J.G.K. Batsch, 1798
  • Beiträge und Entwurf zur pragmatischen Geschichte der drei Naturreiche nach ihren Verwandtschaften, 1800
  • Taschenbuch für mineralogische Excursionen in der umliegenden Gegend von Jena , 1800
  • Taschenbuch für mineralogische Excursionen in der umliegenden Gegend von Jena, 1802
  • Tabula affinatum regni vegetabilis, quam delineavit et nunc ultenus adumbratium tradit, 1802
  • Grundzüge der Naturgeschichte des Mineralrechts. Ein Handbuch für Lehrer auf Gymnasien und für Naturfreunde zum eigenen Unterricht

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