Anna Christina Ehrenfried von Balthasar

* 24.01.1736 in Stralsund
† 05.07.1808 in Richtenberg

Anna Christina Ehrenfried von Balthasar war die Tochter des aufgeklärten Juristen und Historikers Augustin von Balthasar (1701-1786) und dessen zweiter Ehefrau Christina Barbara Zander. Sie wurde in Stralsund geboren.

Schon als kleines Kind wurde sie in Fremdsprachen unterrichtet, so lernte sie sowohl Latein als auch Französisch. Sie erhielt auch in der Malerei und Musik und in den Rechtswissenschaften eine entsprechende Ausbildung.

Balthasar war vermutlich kein Wunderkind sondern, so bewertet die modernere Forschung sie, sondern mit einer deutlich über das Mittelmaß hinausgehenden Begabung ausgestattet. Da sie selbst durch ihren Abschluss nicht wissenschaftlich tätig wurde, ist sie nicht mit der Medizinerin Dorothea Christiane Erxleben (1715-1762) zu vergleichen sondern eher mit der Tochter des Göttinger Professors August Ludwig von Schlözer, Dorothea Schlözer (1770-1825), die im Jahre 1787 an der Universität zu Göttingen zum Doktor der Philosophie promovierte.

Auf Initiative Ihres Vaters hielt die junge Frau, sie war gerade 13 Jahre alt, am 28.04.1750 bei der feierlichen Einweihung des Universitätsgebäudes eine lateinische Festrede zum Geburtstag des Landesherrn, König Friedrich von Schweden. Am gleichen Tag erhielt sie das akademische Bürgerrecht an der Universität Greifswald und wurde formell als Studentin der Philosophie eingeschrieben. Bereits zwei Tage später promovierte sie vor dem Dekan der Philosophischen Fakultät, Andreas Mayer (1716-1782) zur Baccalaurea der Künste und der Philosophie.

Die junge Akademikerin war auch aktives Mitglied der »Deutschen Gesellschaft zu Greifswald«, die ihre Schriften als Anhang einer Sammlung anakronischer Lieder veröffentlichte. Auch gehörte sie der Gelehrtengesellschaften in Jena und Königsberg an. Im Jahre 1756 wurde durch die Königliche Deutsche Gesellschaft in Königsberg sogar ein gedrucktes Schreiben an sie gerichtet.

Balthasar ging die Ehe mit dem Referendar und späteren Assessor am Hofgericht zu Greifwald, Johann Heinrich von Essen, ein. Doch im Jahre 1764 gab er seine Stellung auf und begann ein unstetiges Leben, was zum persönlichen Konkurs und schließlich auch zur Scheidung der Eheleute führte.

Im Jahre 1771 zog sie zusammen mit ihren beiden Töchtern zu ihrem Vater Augustin von Balthasar nach Wismar, wo dieser als Vizepräsident des Tribunals tätig war.

Anna Christina Ehrenfried von Balthasar starb auf einer Reise in Richtenberg am 05.07.1808.

Werke:

  • Rede bey ihrer Aufnahme in die Königliche Gesellschaft zu Greifswald am 10ten Julius 1752; in den Reden bey öffentlicher Versammlung der Königlichen deutschen Gesellschaft in Greifswald gehalten., Greifwald 1752
  • Erweis,daß Bibliotheken die sichersten Merkstäten einer wahren und ächten Freundschaft sind, in einer Rede dargelegt bey der Eröffnung der akademischen Bibliothek den 14ten Julius 1752, Greifswald 1752
  • Vtivae Acclamationes, in ipfis solennisbus nataliis regis nostri Clementissinui, Friderici, nec ono inaugurationi Novi Collegii Academici Anno MDCCL., die XXIIX. Aprilis dicatis, excitarae, Gryph. , Greifswald 1750

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