EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Alexander Wassiljewitsch Suworow

* 24.11.1729 in Moskau
† 18.05.1800 in Sankt Petersburg

Alexander Wassiljewitsch Suworow (1729-1800) war en russischer Feldmarschall, dder im Siebenjährigen Krieg sowie den russisch-türkischen Kriegen mit Auszeichnung kämpfte. Im Jahre 1794 eroberte er Brest und die Warschauer Vorstädte und im Jahre 1799/1
Alexander Wassiljewitsch Suworow (1729-1800)

Geboren wurde Alexander Wassiljewitsch Suworow als Sohn von Wassili Iwanowitsch Suworow, der am Hofe Peter I. (1672-1725) dazu erzogen wurde, die Aufgaben des späteren Dienstadels zu erfüllen. Als der Vater 1775 verstarb war er General-en-Chef und Mitglied des Kriegskollegiums. Er hinterließ 1895 Leibeigene, das einen gewissen Wohlstand bedeutete. Er wurde am 24.11.1729 (manche Quellen sagen auch 1730) in Moskau geboren.

Seine militärische Laufbahn begann er am 03.11.1742 beim Semjonowski-Garde-Regiment.

Seinen aktiven Dienst in diesem Regiment trat er nach einer soliden Ausbildung am 12.01.1748 im Range eines Korporals in St. Petersburg an. Die Verlegung des Regiments nach Moskau im Jahre 1749 nutzte Suworow, um die Landkadettenakademie zu besuchen, deren Abschluss ihm neben dem bereits vorhandenen militärischen Rang noch einen zivilen Rang gab. Im Jahre 1751 wurde er als Adjutant zum Generalmajor N.F. Sokownin. Von März bis Oktober 1751 befand er sich an den Höfen von Dresden und Wien um eine diplomatische Mission zu erfüllen.

1755 erfolgte die Versetzung zum Ingermanländischen Infanterie-Regiment, wo er im folgenden Jahr mit der Inspektion der Proviantmagazine in Gouvernement Nowgorod betraut wurde. Gleichzeitig wurde er zum Oberproviantmeister im Range eines Hauptmannes und kurze Zeit später als General-Auditor-Leutnant ins Kriegskollegium berufen. Am 15.12.1756 erfolgte erneut seine Versetzung zurück zur Infanterie im Range eines Premiermajors.

Während des Siebenjährigen Krieges (1756 - 1763) nahm Suworow in der Brigade des Generalmajors Michail Nokolajewitsch Wolkonski an der Eroberung von Rossen und der Schlacht bei Kunersdorf am 12.08.1759 teil. Im folgenden Jahr wurde er Oberkriegskommissar des Kasaner Infanterieregiments und gehörte mit zu den Soldaten, die am 09.10.1760 Berlin einnahmen. Später diente er in den leichten Truppen des Generalmajors Gustav Berg. Er wurde im Gefecht bei Stettin am 22.10.1761 verwundet, beteiligte sich an der Belagerung Kolbergs, zeitweise als Kommandeur des Twerer Dragoner-Regiments, und am 11.09.1762 bekam er, inzwischen am 06.09.1762 zum Obersten befördert, das Kommando über das Astrachaner Infanterie-Regiment.

Mit diesem versah er den Wachdienst in der russischen Hauptstadt. In dieser Zeit diente der junge Michail Kutusow unter Suworow. Am 17.04.1763 übernahm er für längere Zeit das Kommando über das Susdaler Infanterie-Regiment. Er nutzte die Zeit in der russischen Hauptstadt und verfasste die Schrift »Regimentsordnung«, die er im Jahre 1765 publizierte.

Am Feldzug Russlands gegen die polnische Konföderation von Bar in den Jahren 1768 bis 1772 marschierte der Oberst nach Smolensk und wenig später nach Orscha und Minsk. Am 26.05.1768 erhielt er erstmals das Kommando über eine ganze Brigade, die aus den Regimentern Smolensk, Susdal und Nishni Nowgorod gebildet wurde. In einem Gewaltmarsch legte er im Sommer 1769 eine Entfernung von 500 Kilometern in nur 12 Tagen zurück und eroberte dabei Warschau. Am 23.09.1771 besiegte Suworow mit nur 822 Soldaten eine polnische Übermacht von 3 bis 4000 Konföderierten. Am 26.04.1772 kapitulierte die Burg Krakau vor ihm und noch vor Jahresende war er wieder zurück in St. Petersburg.

Er inspizierte nun die Truppen in Finnland und ging von dort aus nach Bukarest ab. Dort übernahm er am 17.04.1773 das Kommando über einen russischen Militärverband, der aus dem Infanterie-Regiment Astrachan, einem Kavallerie-Regiment und einem Detachement Kosaken bestand. Mit diesem Verband gehörte er zum rechten Flügel der russischen 1. Armee unter Generalleutnant Iwan Petrowitsch Saltykow . Bei seinem zweiten Angriff auf das türkische Lager bei Turtukai am 28.07.1773 war sein erster Sieg während des Russisch-türkischen Krieges (1768-1774). Er bekam das Kommando über den einzigen Brückenkopf über der Donau übertragen und schlug am 14.09.1773 einen türkischen Angriff erfolgreich ab. Im April war Suworow mit seinen Truppen auf den Weg zum Balkan, wo er mit seinen 8.000 Soldaten etwa 40.000 Türken schlug.

Am 30.08.1774 erfolgte seine Versetzung ins Wolgagebiet, wo er unter dem Kommando von Pjotr Iwanowitsch Panins stand. Dort sollte er den Pugatschow-Aufstand niederschlagen. Pugatschow behauptete im August 1773, das er der ermordete Zar Peter III. war, der durch ein Wunder den Mordanschlag seiner deutschen Frau Katharina überlebte. Am 29.09.1773 brach ein Bauernaufstand in der Ukraine aus. Zu den Aufständischen gehörten, Kosaken, baschkirische Truppen sowie weitere Völker der Wolga-Region und des Urals. Jemeljan Iwanowitsch Pugatschow (1742 - 1775) wurde durch die Truppen Suworows gefangen genommen und nach Moskau gebracht, wo er hingerichtet wurde.

Nachdem er 1775/76 einen längeren Urlaub nahm, wurde er 1776 stellvertretender Kommandeur des Krimkorps und im folgenden Jahr dann dessen Kommandeur. Sofort begann er mit der Neustrukturierung und Verteilung seiner Truppen. In den folgenden Jahren übernahm er mehrere Kommandos in der Ukraine. Am 11.01.1782 ernannte man ihm zum Kommandanten der Kasaner Division. Zwei Jahre später erfolgte seine Versetzung als Kommandant der Wladimierer Division und im folgenden Jahre die Übernahme der Petersburger Division. Weitere Kommandos als Kommandeur der Jekaterinoslawer Armee und 1787 der Division Krementschug folgten.

Bei Ausbruch des Krieges mit dem osmanischen Reich 1787 standen unter dem Kommando Suworows etwa 30.000 Soldaten der 1. Jekaterineoslawer Armee und der Truppen rund um die Dnjepr-Mündung. Am 11.10.1787 konnten die Truppen des russischen General en Chef (seit 03.10.1786) einen türkischen Angriff zurückschlagen. Dabei wurde er an der linken Hüfte und am Unterarm schwer verletzt. Nach der Genesung kommandierte er den Sturm auf die türkische Festung Otschakow (07.08.1788) und wurde erneut schwer am Hals verwundet. Er wurde in die Festung Kinburn zurückgebracht und durch Glück überlebte er die Explosion des dortigen Pulvermagazins am 29.08.1788 schwer verwundet. Eine weitere Verwendung erfolgte erst im Dezember desselben Jahres in der Armee Rumjanzews, wo er die 3. Division auf dem rechten Flügel führte. Er errang mit seinen Truppen am 12.08.1789 bei Focsani den Sieg und erhielt von Zarin Katharina II. den St.-Andreas-Orden mit Brillanten verliehen.

Am 22.09.1789 schlug er zwischen Rimma und Rimnic zusammen mit österreichischen Truppen unter Befehl des Feldmarschalls Friedrich Josias Prinz von Sachsen-Coburg-Saalfeld die türkischen Verbände erfolgreich. Für diesen Sieg erhob die Zarin ihn in den Grafenstand. Kaiser Joseph II. erhob den General in den Grafenstand des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nationen.

Am 06.01.1790 wurde ihm das Kommando über alle Belagerungstruppen vor der Festung Ismail übertragen. Generalmajor Kutusow kommandierte die 5. Angriffskolonne. Am 21.12. des gleichen Jahres fiel Ismail. Suworow erwähnte in seinem Bericht ausdrücklich den Mut und das Können Kutusows. Durch eine unziemliche Antwort fiel Suworow bei Potemkin in Ungnade und erhielt als Belohnung für den Sieg bei Ismail den Rang eines Ehrenobersten im Preobraschenski-Garde-Regiment.

Am 05.04.1791 wurde er an die schwedische Grenze kommandiert, wo er mit einer Grenzinspektion betraut wurde und drei Monate später wurde er Leiter des Festungsbaus in Karelien. Am 13.12.1792 folgte die Versetzung in die Ukraine, wo ihm alle Truppen an der türkischen Grenze unterstellt wurden. Er gründete die Stadt Odessa und baute Sewastopol auf der Krim zu einer starken Festung aus.

Während des Polenfeldzuges des Jahres 1794 wurde seine Hilfe nicht benötigt, doch durch strategische Truppenverschiebungen, die ihm näher an die polnische Grenze brachten, wurde dem Krieg ein schnelles Ende bereitet. Eigenmächtig beteiligte er sich an den Kampfhandlungen und siegte am 19.09.1794 bei Brest gegen die Polen unter Sierakowski. Am 04.11.1794 eroberte er die Warschauer Vorstadt Praga, das die Kapitulation Warschaus am folgenden Tag zur Folge hatte. Aus dem Besitz des ehemaligen polnischen Königs erhält er die Herrschaft Kobrin mit rund 7.000 zugehörigen Bauern. Ihm wurde der Rang des Feldmarschalls am 30.11.1794 verliehen und zugleich das Oberkommando über alle russischen Truppen in Polen übertragen.

Ende 1795 kehrte er nach St. Petersburg zurück um 1796 das Kommando über neurussische Armee in Tultschin zu übernehmen.

Mit der Thronbesteigung Paul I. veränderte sich die russische Armee gravierend. So galt nun der preußische Lebensstil als Maßstab der Dinge. In der Armee kehrte der Zopf zurück und außer dem Zaren durfte niemand im Offizierskorps noch Entscheidungen fällen. Im Februar 1797 teilte Zar Paul I. Feldmarschall Suworow den unehrenhaften Abschied aus der Armee mit und wies ihm im Folgejahr einen Aufenthaltsort zu wo er zugleich unter Aufsicht gestellt wurde.

Im Jahre 1799 wurde Oberitalien Schauplatz eines weiteren Koalitionskrieges zwischen Frankreich und seinen Verbündeten. Auf der Seite Englands und Österreichs beteiligte sich Russland. In Norditalien vertrieben die verbündeten Truppen die französische Armee und die Soldaten der französischen Satellitenstaaten. Am 24.02.1799 wurde für das vereinigte österreichisch-russische Heer Suworow der Oberbefehl übertragen. Am 27.04.1799 folgte zunächst die Schlacht an der Adda und drei Tage später der Einzug in die italienische Stadt Mailand.

Am 22.05.1799 wurde Turin besetzt und am 18.06. folgte die Schlacht bei Trebbia. Die Schlacht bei Novi am 15.08.1799 beendete den Feldzug 1799. Am 19.08.1799 wurde Suworow durch den Zaren zum Fürsten von Italjiski erhoben. Durch den Einfluss Österreichs und Englands, wurde Zar Paul I. dahin gehend gesteuert, die russischen Truppen aus Italien abzuziehen. Damit setzten sich Engländer und Österreicher für spätere Friedensverhandlungen in eine vorteilhaftere Position.

Am 07.09.1799 wurde Suworow angewiesen in die Helvetische Republik einzumarschieren. Am 24.09.1799 wurde der St.-Gotthard-Pass von den Franzosen erobert. Der Marsch führte in das Muota-Tal, wo nur unter schweren Verlusten am 01.10.1799 ein Ausbruch gelang. Der Schweizer Feldzug war für die russischen Truppen sehr verlustreich ohne eine militärische oder politische Bedeutung für das Zarenreich zu haben. Nach dem Feldzug war die russische Italienarmee nicht mehr vorhanden, die restlichen Soldaten erreichten am 05.12.1799 Prag und bezogen dort Winterquartier. Durch den Feldzug und die damit verbundenen Strapazen erkrankte der russische Marschall schwer und gab am 20.03.1800 das Kommando ab. Der Marschall geriet erneut in Ungnade, weil administrative Dienstvorschriften nicht eingehalten wurden - der Stab wurde bei Regierungsantritt des Zaren Paul I. abgeschafft. Obwohl Suworow durch den Zaren vollständig freie Hand gewährt wurde und der Kriegsrat angewiesen wurde, keine Befehle an Suworow zu geben, sondern nur Empfehlungen und Informationen. Auf diese Weise entledigte sich Zar Paul I. eines Mannes, dem der russische Hof nicht mehr brauchte.

Am 18.05.1800 starb der verdiente und tapferere Soldat und Generalissimus Alexander Wassiljewitsch Suworow. Die Beisetzung erfolgte sechs Tage später im Alexander-Newski-Kloster ohne das der Hof offiziell Kenntnis vom Tod oder der Beisetzung Suworows nahmen. Das einfache Volk versammelte sich in großer Zahl zur Beisetzung.

Alexander Suworow wurden im Laufe seines langen Lebens zahlreiche Orden verliehen. So erhielt er 1770 den St.-Annen-Orden und im folgenden Jahr den St.-Georgs-Orden III. Stufe sowie den Alexander-Newski-Orden. 1773 folgten die II. Klasse des St.-Georgs-Ordens. Ihm wurden 1794 auch der preußische Rote Adlerorden und das Großkreuz des Schwarzen Adlerordens verliehen.

Suworow heiratete am 27.01.1774 Warwara Iwanowna Prosoroska, die Tochter eines ehemaligen Generals. Am 11.08.1775 wurde die Tochter Natalja und im Jahre 1785 der Sohn Arkadi geboren.

Letzte Änderung der Seite: 23. 09. 2017 - 15:09