EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld

* 26.12.1737 in Schloss Ehrenburg/Coburg
† 26.02.1815 in Coburg

Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saaalfeld (1737-1815) war kaiserlicher Feldmarschall und Befehlshaber der Truppen in den österreichischen Niederlanden zwischen 1792 und 1794. Nach der Niederlage von Fleures zog er sich ins Privatleben zurück.
Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saaalfeld (1737-1815)

Friedrich Josias Prinz von Sachsen-Coburg-Saalfeld ist der jüngste Sohn des Herzogs Franz Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1697-1764) und seiner Gattin Anna Sophia, geborene Gräfin von Schwarzenburg-Rudolstadt (1700-1780) wurde am 26.12.1737 im Schloss Ehrenburg bei Coburg geboren.

Prinz Friedrich Josias wuchs in Coburg auf und verließ bis zu seinem 18. Lebensjahr die Grenzen des Herzogtums nicht. Seine Ausbildung war hervorragend. Schwerpunktmäßig wurden ihm Sprachkenntnisse vermittelt sowie Religion und eiserne Disziplin.

Seine erste Reise außerhalb Coburgs führte den jungen Mann nach Mecklenburg, wo seine ältere Schwester Charlotte Sophie nach ihrer Hochzeit lebte. Diese Reise veränderte das Leben des jungen Prinzen, der bei dieser Gelegenheit Hamburg und Rostock, aber auch die Höfe in Darmstadt und Hannover kennenlernte. Von nun an wollte er die Welt sehen.

Er ging nach Wien, wo er zunächst bei seiner Schwester Friederike Caroline wohnte. Kurz darauf wurde er als Rittmeister in einem österreichischen Kürassier Regiment angestellt und begann seinen Dienst im Jahre 1755 in Ödenburg im Westen Ungarns. Im dritten schlesischen Kriege - oder auch Siebenjährigen Krieg genannt - zog der junge Offizier mit seinem Regiment gegen Preußen ins Feld. In der Schlacht bei Hochkirch zeichnete sich Prinz Friedrich Josias durch seine besondere Tapferkeit aus. Obwohl ihm sein Degen aus der Hand geschossen wurde und eine blutende Wunde zurückblieb, verbliebt er so lange auf dem Schlachtfeld bis die Preußen in die Flucht geschlagen wurden. Er wurde auf Grund dieses Einsatzes bereits im Alter von 21 Jahren zum Obersten befördert und zugleich erhielt er das Kommando über die Ansbacher Kürassiere anvertraut. Unter dem Befehl Feldmarschall Gideon Ernst von Laudons (1717-1790) war der Prinz an der Schlacht bei Leignitz und der Eroberung der Stadt Schweidnitz am 01.10.1761 beteiligt. Bei dieser Gelegenheit konnten die Österreicher den preußischen Generalmajor Leopold von Zastrow (1702-1779) gefangen nehmen und 357 Geschütze erbeuten.

Am Kriegsende hatte er den Rang eines Generalmajors und Brigadekommandanten erreicht. Im Jahre 1773 beförderte Maria Theresia den verdienten Offizier zum Feldmarschallleutnant und es folgte 1786 die Bestellung zum kommandierenden General in Galizien und der Bukowina. Anlässlich dieser neuen Aufgaben beförderte Kaiser Joseph II. ihn zum General der Kavallerie. Zwischen 1778 und 1788 war er zugleich auch Generalkommandant von Preßburg.

Mit dem Vorstoß des osmanischen Reiches nach Banat im heutigen Rumänien begann im Jahre 1789 der zweite Türkenkrieg. In dieser Auseinandersetzung gingen russische und österreichische Truppenverbände gemeinsam gegen die »Bedrohung vom Balkan« vor. Er befahl ein Armeekorps unter Laudon.

Im Jahre 1788 marschierte Prinz Friedrich Josias von Czermowitzu aus in das Gebiet von Chotym vor. Er griff den Feind an und trieb ihn nach dem Sieg von Batussan, wo er am 21.03.1788 nach Jassy und am 19.04.1788 in den Gefechten bei Rohatin und 5 Tage später bei Bojana-Losy schlug. Vom 15.05. bis 16.09. desselben Jahres belagerten die Truppen des Prinzen die Festung Chotym, die schließlich kapitulierte. In der Festung fanden die österreichischen Truppen 200 Geschütze, darunter auch eine metallene 192 Pfund Kanone, 2.000 Pfund Pulver sowie 80.000 Kugeln und Bomben sowie 8.500 Granaten. Der Prinz rückte mit seinem Truppen weiter in der Moldau vor.

Am 04.08.1789 konnte er zusammen mit dem russischen Befehlshaber Suworow einen Sieg bei Focsani erringen. Am 22.09.1789 schlug er mit 17.000 Österreichern und 7.000 Russen die türkische Hauptarmee von 100.000 Mann bei Mărtinești. Es fielen 100 Fahnen, 80 Geschütze und weitere reiche Beute in die Hände des Siegers. Für diesen Erfolg ernannte Kaiser Joseph II. den Prinzen von Sachsen-Coburg-Saalfeld zum Feldmarschall und verlieh ihm das Großkreuz des Maria-Theresien-Ordens.

Nach der Eroberung Bukarests konnte der Prinz am 08.11.1789 in Bukarest einziehen und die Huldigung der Stadt für den Kaiser entgegennehmen. Die Eroberung der Walachei war damit abgeschlossen. Im Jahre 1790 eroberte Friedrich Josias noch die Festung Orsowa und die Stadt Giurgiu. Diese musste er jedoch nach einem Ausfall der Türken aus der Festung wieder aufgeben. Nach dem Frieden von Sistowa im Jahre 1791 erfolgte seine Ernennung zum Kommandierenden General in Ungarn und Ende des Jahres 1792 übernahm er im ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich den Oberbefehl über die Reichsarmee in den österreichischen Niederlanden.

Zunächst errang der Prinz große Anfangserfolge. So konnte er in der Schlacht von Aldenhoven die französischen Revolutionstruppen entscheidend schwächen und über die Maas zurückwerfen. Er konnte Aachen und die Festung Maastricht wieder in Besitz nehmen. Prinz Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld gelang es in siegreichen Schlachten gegen General Charles-François Dumouriez bei Neerwinden und Löwen konnte er das heutige Belgien zurückerobern. Er gelang ihm auch nach der Schlacht von Famars die Eroberung von Valenciennes und Le Quesnoy auf französischen Territorien. Nach dem Winterquartier gelang es dem kaiserlichen Feldmarschall am 17.04.1794 die Festung Landrecies zu erobern. In Beisein des jungen Kaisers Franz II. gelang ihm ein Sieg bei Tournai.

Auf Grund einer ungeschickten Politik des Staatsministers Thugut nicht so entfalten, wie er es gerne getan hätte. Der Erfolg seiner Siege wurde durch die Politik schnell zunichte gemacht und es kam zu einer Pattsituation der verfeindeten Truppen.

Um die von den Franzosen belagerte Stadt Charleroi zu entsetzen griff Prinz Coburg am 26.06.1794 bei Fleurus mit 46.000 Mann erfolgreich an. Nachdem bekannt wurde, dass Charleroi einen Tag zuvor gefallen war und die Franzosen schnell freigewordene Truppen heranzogen, befahl Coburg seinen unterlegenen Verbänden den Rückzug.

Nach der Niederlage von Fleurus, die zur politischen Aufgabe und Räumung der österreichischen Niederlande führte, legte der Prinz enttäuscht sein Kommando nieder und kehrte in seine Heimat nach Coburg zurück wo er sich ins Privatleben zurückzog. Graf Clerfait übernahm das Kommando des Prinzen.

In Coburg wurde er feierlich von der Bevölkerung empfangen. Hier erwarb er ein heruntergekommenes Haus und mehrere Grundstücke auf dem Bürglaß, und ließ sich ein prächtiges Palais (Bürglaßschlösschen) erbauen.

Im Oktober 1806 rettete Prinz Friedrich Josias seine Heimatstadt Coburg vor der Plünderung durch französische Truppen. Unter dem Kommando des Marschalls Augereau marschierten 60.000 Mann im Coburger Land ein, das seinerzeit noch mit dem geschlagenen Preußen verbündet war, und es drohten Plünderung und Brandschatzung. Statt des Herzogs empfing Prinz Friedrich Josias den französischen Marschall in Coburg und erreichte in zähen Verhandlungen, dass die Stadt verschont blieb. Er selbst stand seinerzeit 2 Jahre auf feindlichen französischen Boden, ohne das seine Truppen geplündert hatten.

Der Feldmarschall starb am 26.02.1815 in seinem Palais in Coburg.

Letzte Änderung der Seite: 24. 09. 2017 - 21:09