EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Christoph Heinrich von Lieven

* 06.05.1774 in Kiew
† 10.01.1839 in Rom

Christoph Heinrich von Lieven (1774-1839) war russischer General und Kriegsminister. Ab 1809 war er zunächst Gesandter am preußischen Hof und zwischen 1812 und 1834 am Londoner Hof. Er nahm großen Einfluss auf die griechische und belgischen Unabhängigkeitsbestrebungen.
Christoph Heinrich von Lieven (1774-1839)

Geboren wurde Christoph Heinrich von Lieven am 06.05.1774 in Kiew. Sein Vater war der russische Generalmajor Otto Heinrich Andreas von Lieven (1726-1781) und entstammte einen alten livländischen Adelsgeschlecht. Seine Mutter war Charlotte von Lieven (1742-1828), die vom späteren Zaren Paul seit dem Jahre 1783 mit der Erziehung seiner Söhne Nikolaus und Michael beauftragt wurde. Er war der dritte Sohn des Paares.

Im Alter von 15 Jahren trat er in die russische Artillerie ein und durchlief eine schnelle militärische Karriere. Bereits 1791 wurde er vom Fähnrichs zum Leutnant im Semjonowskoje-Leibgarderegiment befördert. Im Jahre 1794 erfolgte seine Beförderung zum Oberleutnant und nach dem Feldzug von 1796 wurde er zum Oberstleutnant im Regiment Wladimir befördert. Später wurde er zu den Tula Musketieren versetzt und er wurde in den Kaukasus versetzt, wo er am Krieg gegen das Osmanische Reich teilnahm. Er nahm sowohl an den Expeditionen gegen Persien und Georgien teil.

Im Jahre 1797 machte der russische Zar Paul den Offizier zu seinem Flügeladjutanten. Im Folgenden Jahr wurde er zum Generalmajor befördert und erhielt das Kommando über das Feldlager des Zaren. Im Jahre 1799 verlieh der Zar ihn die 1. Klasse des St. Annen-Ordens.

Er begleitete Zar Alexander in den Feldzügen der Jahre 1805-1807 und nahm an der Schlacht von Austerlitz ebenso teil wie an der Unterzeichnung des russischen Friedensvertrages von Tilsit im Jahre 1807. Im gleichen Jahr wurde er zum Generalleutnant befördert. Für seine Teilnahme an der Schlacht von Austerlitz erhielt er im Jahre 1806 den St. Georgs-Orden 3. Klasse verliehen.

Im Jahre 1808 wechselte er in den diplomatischen Dienst und wurde im Dezember 1809 an den preußischen Hof entsandt. Im Jahr 1810 verlieh der preußische König Friedrich Wilhelm III. den General und Diplomaten preußischen Schwarzen Adlerorden.

Als Napoléon im Jahre 1812 ein französisch-preußisches Bündnis zur Invasion Russlands schloss, wurde er im Jahre 1812 zum Botschafter am St. James Palace in London, wo er 22 Jahre seinen Dienst versah. Lieven nahm im Jahre 1814/15 am Wiener Kongress teil. In den folgenden Jahren setzte er sich in London insbesondere für die Freiheitsbestrebungen der jungen griechischen Nation ein und auch in der belgischen Unabhängigkeitsfrage trat er für eine Unabhängigkeit von den Niederlanden ein.

Im Jahre 1819 wurde Lieven zum General der Infanterie befördert.

Im Jahre 1834 berief Zar Nikolaus I. ihn von London zurück nach Russland. Er wurde nun in den Reichsrat berufen und im Jahre 1836 wurde er zum Oberzeremonienmeister berufen.

Seit dem Jahre 1834 nahm er auch Tätigkeit eines Erziehers des Großfürsten Alexander wahr. Er begleitete den späteren Zaren auch auf seiner Kavalierstour durch Europa, wo er dann am 10.01.1839 in Rom verstarb.

Am 22.09.1799 wurde Lieven zum Grafen ernannt. Durch die Nobilierung seiner Mutter als Prinzessin von Lieven, durfte er nun auch den Titel eines Prinzen führen. Im gehörten die Güter Fockendorf in Kurland, Baki und Il’insk im Gouvernement Kostroma.

Christoph Heinrich von Lieven war seit dem 01.02.1800 mit Dorothea von Lieven verheiratet. Die Eheschließung fand in St. Petersburg statt. Das Paar hatten eine Tochter und fünf Söhne gemeinsam.

Auch seine Frau spielte in diplomatischen Kreisen eine herausragende Rolle.

Letzte Änderung der Seite: 21. 09. 2017 - 01:09