EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Friedrich Wilhelm III. von Preußen

* 03.08.1770 in Potsdam
† 07.06.1840 in Berlin

Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) war ab 1797 König von Preußen. Unter seiner Regentschaft erlebte der preußische Staat die Schlappe von Jena und Auerstedt aber auch die Stein-Hardenbergischen Reformversuche zur Moderniesierung des Staates.
Friedrich Wilhelm III. (1770-1840)

Geboren wurde der älteste Sohn Friedrich-Wilhelms II. und Friederike von Hessen-Darmstadt am 03.08.1770 in Potsdam. Schon in der Jugend galt der preußische Kronprinz als schüchterner und zurückhaltender Knabe. Dies drückte sich später vor allem in seiner äußerst verknappten Sprache aus, die oft auf Prädikate oder Subjekte verzichtete. Als Beispiel sei ihr ein Zitat Friedrich Wilhelm III., dass sein Verständnis von Pflichterfüllung zeigte, angeführt werden:

Jeder Staatsdiener hat doppelte Pflicht: Gegen den Landesherrn und gegen das Land. Kann wohl vorkommen, daß die nicht vereinbar sind, dann aber ist die gegen das Land die höhere.

Die Jugend des späteren preußischen Königs ist durch seine Abneigung gegen die höfische Sittenlosigkeit geprägt. So hatte sein Vater, König Friedrich-Wilhelms II. zahllose Affären und am Hof wimmelte es von Intrigen.

Am Heiligen Abend 1793 heiratete der Kronprinz Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz, die er erst im Laufe des Jahres kennen lernte. Es war eine echte Liebesheirat und keine - wie es oft in monarchischen Kreisen vorkam - Heirat aus dynastischen Gründen. Das junge Paar führte eigentlich eine bürgerliche Ehe und wohnte im Kronprinzenpalais in Berlin unter den Linden.

Nach dem Tod seines Vaters Friedrich-Wilhelms II. bestieg er noch am selben Tage, den 17.11.1797, den Thron. Er übernahm einen vollkommen heruntergewirtschafteten Staat. Um das Staatsdefizit aufzulösen, blieb das junge Königspaar z.B. weiterhin im Kronprinzenpalais wohnen. Um gegen die sittlich-moralische Verfallen seiner Zeit anzugehen, ging er sogar soweit, dass er Schadows Prinzessinengruppe, dass Kronprinzessin Luise und ihre Schwester Friederike zeigte, vor den Augen der Öffentlichkeit zu verbergen.

Die Politik des Monarchen zeichnete sich durch Zaudern und Hadern aus, so galt seine vom Vater übernommene Neutralitätspolitik gegenüber dem unter Napoléon expandierenden Frankreich als Fehlentscheidung. Es gelang zwar einer Koalition aus Engländern, Österreichern und Russen im zweiten Koalitionskrieg Frankreich zu schwächen. Doch gleichzeitig gelang es der französischen Führung jedoch ihren Einfluss in Deutschland zu verstärken. Dies hatte zur Folge, dass im Rahmen der Friedensverhandlungen das linke Rheinufer endgültig an Frankreich abgetreten wurde und die deutschen Reichsfürsten durch die Aufhebung geistlicher und kleinster Territorialstaaten die deutsche Landkarte binnen weniger Jahre komplett veränderten. Gleichzeitig gelang es Kaiser Napoléon den größten Teil Deutschlands in den Rheinbund zu zwingen und somit ein nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches drohendes Machtvakuum zu verhindern. Ohne die Waffen in die Hand nehmen zu müssen gelang es dem preußischen Staat sein Territorium zu vergrößern, doch gleichzeitig manövrierte die Politik Friedrich Wilhelm III. den Staat in eine politische Isolation.

Im Jahre 1805 trat Friedrich Wilhelm III.in ein Bündnis mit Russland ein. Er verstand es jedoch nicht in den Krieg zwischen Russland und Österreich einzutreten, die gemeinsam gegen die Grandé Armée antraten. Nachdem Napoléon in der »Drei-Kaiser-Schlacht« von Austerlitz das verbündete Heer erfolgreich geschlagen hatte, musste auch Preußen sich dem Willen Bonapartes unterwerfen. S erhielt Preußen zunächst das ehemalige großbritannische Kurfürstentum Hannover, das von französischen Truppen besetzt war, im Norden Deutschlands überlassen. Doch in Friedensverhandlungen mit Großbritannien bot Frankreich das Territorium seinen Gegnern an. Hierbei überging er jedoch den preußischen König, der dies als Provokation wahrnahm. Weitere Provokationen der französischen Regierung folgten in den nächsten Monaten und schließlich forderte eine Kriegspartei, zu der auch Prinz Louis Ferdinand angehörte, den König auf, Frankreich ein Ultimatum zum Abzug seiner Truppen aus Süddeutschland zu stellen.

Im nachfolgenden Krieg wäre der preußische Staat fast völlig von der europäischen Landkarte verschwunden. Am 14.10.1806 verloren in zwei Schlachten bei Jena und Auerstedt die preußischen Truppen gegen die kriegserprobten französischen Armeen. Die preußische Armee befand sich in völliger Auflösung, binnen weniger Wochen verlor der König zahlreiche Festungen, doch konnte er den Kampf bis Sommer 1807 fortsetzen, bis Friedrich Wilhelm III. einen Friedensvertrag unterzeichnen musste, der Preußen hart traf.

Auch ein Versuch Königin Luises, den französischen Kaiser Napoléon im Vorfeld des Tilsiter Friedens zu besänftigen blieb erfolglos. Es brachte ihr jedoch eine ungeheure Publizität im Preußen ein. Im Frieden zu Tilsit wurde der preußische Monarch endgültig durch die Friedensverhandlungen gedemütigt. So verlor Preußen alle Gebiete westlich der Elbe. Auch die Gebietsgewinne der 2. und 3. polnischen Teilung im Osten gingen verloren. Weiterhin wurde Preußen im Jahre 1808 mit einer Kontributionsstrafe in Höhe von 140 Millionen Franc belegt, die die preußische Wirtschaft in den folgenden Jahren zum Niedergang verhalf. Der russische Verbündete Alexander, der mit Napoléon einen eigenen Friedensvertrag geschlossen hatte, kam relativ glimpflich davon.

Durch den Zusammenbruch des altpreußischen Staates wurde es notwendig den Staat zu reformieren. Der zaudernde König leitete die notwendigen Reformen, die zunächst von Freiherrn von Stein und anschließend Karl August von Hardenberg fortgesetzt wurden, nur zögerlich ein. Auch Wilhelm von Humboldt sowie die Militärs Scharnhorst, Gneisenau, Grolman oder Boyen trieben ihre Reformüberlegungen in den nächsten Jahren voran.

Als im Jahre 1809 erneut ein Krieg zwischen Frankreich und Österreich drohte, gab es erneut Forderungen der sogenannten Kriegspartei, zu der auch Scharnhorst gehörte, für einen Kriegseintritt Preußens auf Seiten Österreichs ein. Um den König entsprechend zu beeinflussen machte sich Ende April 1809 der in Berlin stationierte Husarenoffizier Ferdinand Baptista von Schill mit einer kleinen Streitmacht auf und zog gegen Napoléon ins Feld. Der König verurteilte das Vorgehen des beliebten Offiziers scharf und stellte die überlebenden Teilnehmer, die nach Preußen entkommen konnten, vor ein Kriegsgericht. Doch die Strafen fielen oft Milde aus und manch ein Angehöriger des Schill’schen Streifzugs sollte später noch eine militärische Karriere machen können, wie beispielsweise die Brüder Adolph Ludwig und Leo von Lützow.

Im Jahre 1812 schloss Friedrich Wilhelm III. von Preußen notgedrungen einen Beistandspakt mit Frankreich gegenüber Russland. Auf diese Weise bereitete der französische Kaiser einen Angriff auf das zaristische Russland vor, da dieses die Kontinentalsperre unterlief. Dieses Bündnis schloss der preußische König nicht aus Überzeugung, schätzte er doch Alexander I. pers;nlich sehr. Sondern aus politischer Not heraus um die Existenz seines modernisierten Staates zu sichern.

Die preußische Armee musste ein Armeekontingent von 20.000 Mann unter dem Befehl des Generals Grawert zur Grandé Armée abstellen. Am 30.12.1812 schloss, der General der Infanterie von Yorck, der seit August 1812 den Oberbefehl führte, in Tauroggen einen Neutralitätspakt mit den russischen Gegnern. Dieser Pakt erlaubte es ihm seine Truppen ohne Verluste nach Preußen zurückzuführen.

Als Friedrich Wilhelm III. von diesem eigenmächtigen Waffenstillstand erfuhr, setzte er Yorck als Befehlshaber ab und leitete eine Untersuchung ein. Doch gleichzeitig nutzte Preußen die Gelegenheit und sich auf den lange erwarteten Krieg mit Frankreich vorzubereiten. Der König verließ das unter französischer Besatzung stehende Berlin in Richtung Breslau.

Für Friedrich Wilhelm III. und die antifranzösischen Kreise in der preußischen Armee war dies die Gelegenheit am 16.03.1813 Frankreich den Krieg zu erklären. Zuvor hatte sich Preußen mit den Truppen Zar Alexanders verbündet. Dies wurde unter anderem durch die Vermittlung ehemaliger preußischer Offiziere in russischen Diensten und des ehemaligen preußischen Reformers Stein möglich. Zu den vermittelnden Offizieren gehörte auch der spätere Militärschriftsteller Carl von Clausewitz. Am folgenden Tag wendete sich der preußische Monarch - ein Novum in der preußischen Geschichte - erstmals mit dem Aufruf »An mein Volk« direkt an sein Volk, das er zu den Waffen gegen Frankreich rief. Bereit unter dem Datum des 10.03.1813 – die Urkunde wurde auf den Geburtstag der im Jahre 1810 verstorbenen Königin Luise zurückdatiert – stiftete der König das Eiserne Kreuz als Kriegsauszeichnung für den bevorstehenden Krieg. Das Besondere an dieser Kriegsauszeichnung war, dass sie sowohl an Mannschaften und Unteroffiziere aber auch an Offiziere verliehen werden konnte. Das Eiserne Kreuz wurde im Laufe der Geschichte mehrfach neu gestiftet und dient heute noch in der Bundeswehr als Hoheitsabzeichnen an Fahrzeugen und Fluggeräten.

Innerhalb weniger Wochen konnte das auf 42.000 Soldaten begrenzte Preußen eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen, die in den folgenden Monaten erfolgreich gegen die Franzosen kämpfte. Im Juni 1813 schlossen Frankreich und die Alliierten einen Waffenstillstand, der erst im August 1815 aufgekündigt wurde. In dieser Zeit konnte durch diplomatisches Geschick ein Beitritt Kaiser Franz I., dem Schweigervater Napoléons, zur antinapoleonischen Koalition erreicht werden. Den entscheidenden Sieg gegen die französische Streitmacht konnte man im Oktober 1813 in der mehrtägigen Völkerschlacht bei Leipzig feiern, wo mehr als 500.000 Menschen ihr Leben ließen. Am Jahresende war das gesamte rechtsrheinische deutsche Territorium befreit. Am 01.01.1814 überschritt der General der Kavallerie Gebhard Lebrecht von Blücher, der Sieger an der Katzbach, bei Kaub den Rhein und gelangte auf französisches Territorium. Drei Monate später marschierte man bereits in Paris ein. Am 06.04.1814 dankte Kaiser Napoléon ab.

Auf Einladung des Prinzregenten Georg reiste Friedrich Wilhelm III. mit einer Handvoll seiner siegreichen Offiziere nach London.

Nach der Englandreise begab sich König Friedrich Wilhelm nach Wien um an den Verhandlungen zur Neuordnung Europas teilzunehmen. Es gelang in zähen Verhandlungen, an denen der König auch persönlich teilnahm, große Teile der westlich der Elbe gelegenen ehemaligen preußischen Gebiete zurückzugewinnen. Es konnten auch noch weitere Gebiete am Rhein und in Sachen hinzugewonnen werden.

Auch nach dem Krieg mit Frankreich investierte der preußische Monarch viel Geld in die Militärangelegenheiten. So wurde im Jahre 1815 das neu gewonnene Gebiet um Koblenz zu einem Militärstützpunkt ausgebaut. So wurde am 11.03.1815 die Order zur Neubefestigung der Stadt Coblenz und der Festung Ehrenbreitstein geregelt. Die in der Folgezeit gebaute Festung entsprach den modernsten militärischen Erkenntnissen der damaligen Zeit.

Auch widmete sich der preußische König der Bildungspolitik. Bereits am 11.08.1806 gründete er die erste preußische Blindenanstalt. Unter Wilhelm von Humboldt die Universität zu Berlin, die von 1828 bis 1949 Namen Friedrich III. trug und seit diesem Zeitpunkt den Namen Humboldts führt, entstand im Jahre 1810 und im folgenden Jahre gründete der König die Universität zu Breslau. Im Jahre 1815 gründete er in Bonn die Rheinische-Friedrich-Wilhelms-Universität, die in den neu erworbenen rheinischen Territorien lag.

Im Jahre 1817 schuf Friedrich Wilhelm die altpreußische Kirchenunion in der sich Lutheraner und reformierte Protestanten zusammenfanden. Er wollte auf diese Weise sowohl den kirchlichen Sinn heben als auch die Einigkeit der protestantischen Konfession innerhalb der evangelischen Kirche Preußens vereinen. Da sich das Volk jedoch in einem friedlichen Protest gegen die Unionskirche wendete, ließ sich der Monarch leicht zu Zwangsmaßregeln hinreißen. So ließ er protestantische Pfarrer verhaften oder friedliche Gläubige bei der Inbesitznahme lutherischer Kirchen durch das Militär einschüchtern oder aber auch durch Enteignungsmaßnahmen von Grundbesitz die Union durchzusetzen. Am 11.03.1812 ermöglichte Friedrich Wilhelm III. durch ein Toleranzedikt eine Emanzipation der preußischen Juden. So waren die jüdischen Staatsbürger den christlichen Untertanen fast gleichgestellt.

Doch die Hoffnung auf weiterführende Reformen des preußischen Königs wurden enttäuscht. So traf er sich am 01.08.1819 mit den österreichischen Staatskanzler Metternich und in der Folge wurden die preußischen Pressegesetze verschärft. Gleichzeitig führten beide eine verstärkte Überwachung der Universitäten ein. Die Karlsbader Beschlüsse waren geboren.

In Folge der Karlsbader Beschlüsse, die eine Überwachung und auch Ahndung freiheitlicher Gesinnungen, sowie Buch- und Pressezensur vorsahen, verfolgte er auf eine sehr rigorose Weise umsetzen. So wurden Männer wie Friedrich Ludwig Jahn, Ernst Moritz Arndt oder auch der Theologe Schleiermacher wurden unter Beobachtung gestellt und verhaftet.

Auch das vom König im Jahre 1810 gegebene Versprechen einer preußischen Verfassung wurde in den Zeiten der Restauration nicht weiter verfolgt. Am 11.06.1821 wurde das Finanzedikt des Jahres 1810 kassiert und die Arbeiten an der Verfassung für unbestimmte Zeiten vertagt. Am 05.06.1823 berief Friedrich Wilhelm III. die Provinzialstände ein. Weder die Zusammensetzung noch deren Befugnisse entsprachen dem Wünschen des Volkes. Mit ihnen hatte der preußische König im Grunde das mittelalterliche Ständesystem erneuert. Zwischen 1824 und 1827 wurden sie in den acht preußischen Provinzen eingerichtet und stellten zunächst die höchste Stufe parlamentarischer Einrichtungen dar. Wahlberechtigt für die Provinzialstände waren ausschließlich Grundbesitzer. Die Hälfte der Vertreter wurden durch adelige Grundbesitzer gestellt, während die städtischen Grundbesitzer 1/3 der Mitglieder und großbäuerliche Grundbesitzer nochmals 1/6 der Vertreter entsenden konnten. Die Aufgaben der Provinzialstände war eher eine beratende Tätigkeit. Sie konnten sowohl bei Personen- und Eigentumsrechten als auch Steuern die Regierung durch ein entsprechendes Gutachten beratend. Nur in Kommunalfragen der Provinz hatten sie auch legeslative Befugnisse. Bis in die 1840er Jahre waren die von Adeligen dominierten Vertretungen eher konservativ ausgerichtet.

Nach Ausbruch der Julirevolution in Paris wurde der Regierungskurs des preußischen Königs, der sich in seinen Abneigungen gegen volkstümliche Regungen wandte, mehr und mehr absolutistisch eingestellt. So ließ er die Erzbischöfe von Köln, Clemens August Droste zu Vischering, und Posen, Martin von Dunin, verhaften und auch die öffentliche Meinung vertrat nicht unbedingt die Regierungsposition.

Durch den Abschluss der Heiligen Allianz, die von Alexander I. angestoßen wurde, führte Friedrich Wilhelm III. das preußische Staatssystem an das reaktionäre Österreich unter Kaiser Franz I. heran. So befürwortete er auf den Kongressen von Troppau und Laibach die von Alexander I. und Metternich befürwortete er eine militärische Intervention gegen die freiheitliche Bewegung in Italien und Spanien. Friedrich Wilhelm III. stimmte allen Maßnahmen zu, um eine Änderung der für Preußen günstigen Wiener Verträge zu verhindern. Auch während des polnischen Aufstandes im Jahre 1831 ließ er die Grenze nach Russland streng bewachen, die Teilung Belgiens und Hollands ließ er ohne Intervention geschehen.

Auch als Kunstsammler hat sich der preußische Monarch einen Namen gemacht. So ließ er die in den preußischen Schlössern verteilten Kunstschätze in einen eigens dafür errichteten Museum ausstellen. Im Jahre 1810 hatte er Wilhelm von Humboldt die Aufgabe übertragen, eine »gut gewählte Kunstsammlung« zusammenzustellen. Es entstand das Königliche Museum, dass eine Bildungseinrichtung wurde, die sich an den Staatsbürger richtete. Karl Friedrich Schinkel erbaute in den Jahren 1824 bis 1830 den Berliner Lustgarten. Es wurde im späteren Jahren zum Beginn der Berliner Museumsinsel.

Im Jahre 1793 ging der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm die Ehe mit Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz (1776-1810) ein. Dieser Ehe entstammten insgesamt zehn Kinder.

Im Jahre 1794 wurde dem Kronprinzenpaar eine Tochter geboren, die jedoch noch im gleichem Jahr gestorben war. Im Jahre 1795 wurde Kronprinz Friedrich Wilhelm geboren. Der jüngere Bruder Wilhelm, (1797-1888) folgte seinem Bruder im Jahre 1861 zunächst auf den preußischen und dann auf den 1871 geschaffenen Kaiserthrone. Seine Tochter Charlotte (1798-1860) heiratete im Jahre 1817 den späteren Zaren Nikolaus I., den jüngeren Bruder Zar Alexander.

Die 1799 geborene Tochter Friederike starb bereits im Alter von 1 Jahr während Prinz Carl (1801-1883), der unter Friedrich Wilhelm IV. zum Generalfeldzeugmeister und Chef der preußischen Artillerie wurde. Seine Töchter Alexandrine (1803-1892) ging im Jahre 1822 die Ehe mit dem Großherzog Paul Friedrich von Mecklenburg-Schwerin (1800-1842) ein während Prinzessin Luise(1808-1870) im Jahre 1825 die Ehe mit dem niederländischen Prinzen Friedrich von Oranien (1797-1881) ein. Der jüngste Sohn Albrecht von Preußen (1809-1872) trat eine militärische Karriere bei der Kavallerie an und wurde im Jahre 1852 zum General der Kavallerie befördert. Nach dem Krieg von 1870/71 erfolgte noch seine Beförderung zum Generaloberst.

1824 geht er eine 2. Ehe mit Auguste Gräfin von Harrach (1800-1873) ein. Die Ehe war jedoch nicht unproblematisch, war doch die neue Ehefrau des preußischen Königs 30 Jahre jünger als ihr Gatte. Zudem war die Ehefrau nicht standesgemäß und war katholischen Glaubens. So kam es am 09.11.1824 zu einer morganatischen Eheschließung in der Schlosskapelle von Charlottenburg. Diese wurde zunächst geheim gehalten. Sie erhielt den Titel einer Fürstin von Liegnitz und Gräfin von Hohenzollern. Der König habe über sie gesagt:

Eine Königin darf es nicht sein; eine Luise bekomme ich nicht wieder.

Die Position der zweiten Ehefrau Friedrich Wilhelm III. am Hofe war zunächst, die einer Außenseiterin. Rangierte sie doch in der Rangordnung hinter den jüngsten Prinzen und Prinzessinnen des Hauses Hohenzollern. Erst am 26.05.1826 trat sie zum protestantischen Glauben ihres Gatten über. In den letzten Monaten pflegte sie den preußischen König aufopferungsvoll und erhielt dadurch auch die Achtung der königlichen Familie. Nach dem Tode ihres Ehemannes lebte Fürstin von Liegnitz weiterhin im Prinzessinnenpalais mit einer reichhaltigen Apanage ausgestattet.

Der preußische König Friedrich Wilhelm III. starb am 07.06.1840.

Letzte Änderung der Seite: 30. 09. 2017 - 10:09