EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Luigi Cherubini

* 14.09.1760 in Florenz
† 15.03.1842 in Paris

Luigi Cherubini (1760-1842) war einer der angesehensten Komponisten seiner Zeit. Er wurde von Haydn und Beethoven verehrt, Fürst Esterházy bot ihm die Nachfolge Hadyns als Kapellmeister an. Seit 1816 war er Professor für Komposition und Sunintendant de
Luigi Cherubini (1760-1842)

Am 14.09.1760 erblickte der junge Maria Luigi Carlo Zenobio Salvatore Cherubini als zehntes von zwölf Kindern in Florenz das Licht der Welt. Bereits im Alter von sechs Jahren erhielt der Junge von seinem Vater, der ebenfalls Musiker war, seinen ersten musikalischen Unterricht. Im Alter von 13 Jahren konnte Luigi bereits mehrere geistliche Werke zu Papier gebracht.

Von 1778 bis 1782 studierte Cherubini an der Universität Mailand. Dort war der Komponist und Kapellmeister Guiseppe Sarti (1729-1802) sein Lehrer. Im Jahre 1788 siedelte er sich in Paris an.

Während seiner Pariser Zeit arbeitete er zunächst als Opernkomponist und im Jahre 1791 folgte mit der Oper »Lodoiska« sein erster großer Erfolg. Genossen wurde vom Publikum der realistische Heroismus und im Jahre 1797 folgte die auf dem revolutionären Prinzipien des Schreckens beruhende Schreckensoper »Médée«. Im Jahre 1800 publizierte er sein wohl bekanntestes Werk »Der Wasserträger« - oder im französischen Original »Les deux journées ou Le porteur d'eau« - das ebenfalls im kleinen Theatre de la Foire Saint Germain aufgeführt wurde. Die Aufführungen im größeren Opernhaus blieben ihm verschlossen. In seinen Werken verband er einen Idealismus sowie seine künstlerische Unabhängigkeit mit einer Strenge und vornehmen Charakter seiner Musik. Inspiriert wurde er durch Christoph Willibald Gluck dienten ihm als Anregung. So gestaltete er in seinen Kompositionen das Orchester entsprechend mit einer farbenreichen Klangwelt aus. Ein weiteres konnte der Komponist jedoch nicht unterbringen, da Kaiser Napoléon die italienische Musik bevorzugte.

Im Jahre 1795 fand der freischaffende Künstler Cherubini eine Anstellung als Inspektor am Pariser Konservatorium. Somit wurde zumindest seine wirtschaftliche Situation für ihn erträglicher.

Im Jahre 1805 nahm Luigi Cherubini ein Angebot aus Wien an. Er sollte eine Oper komponieren und zugleich die Aufführung selbst inszenieren. Das Ergebnis dieses Auftrages war die Oper »Franiska«, die auch im folgenden Jahr auf die Bühne gebracht wurde.. Das Publikum feierte das Bühnenwerk mit großem Beifall. Auch Beethoven und Haydn fielen ebenfalls in die Lobreden ein. Im Jahre 1810, Cherubini war wieder in Paris, schlug Nikolaus II. Fürst Esterházy dem Komponisten vor, eine Stelle als persönlicher Kapellmeister des Fürsten und Nachfolger des im Jahre 1809 verstorbenen Joseph Haydn zu werden. Unmittelbar nach der Abreise des Fürsten begann Cherubini die monumentale »Messe solenelle per il Principe Esterházy« in der Tonlage d-moll zu Papier zu bringen. Sie wurde erst am 07.10.1811 fertiggestellt. Jedoch - vermutet wird aus finanziellen Gründen - zog der Fürst sein Angebot zurück.

Nachdem der Erfolg seiner Stücke am Theater ausblieb wendete sich der Opernkomponist Luigi Cherubini der Kirchenmusik zu. Er schrieb noch sieben Messen sowie zwei Requien und zahlreiche kürzere Werke. Nach der zweiten Abdankung Kaiser Napoléons wurde er im Jahre 1816 zum Professor für Komposition und Surintendant de la musique du Roi ernannt. Bereits im Vorjahr hatte die Londoner Philharmonie bei ihm jeweils eine Sinfonie, eine Ouvertüre und eine Komposition für Chor und Orchester mit den entsprechenden Aufführungen bei ihm bestellt.

Im Jahre 1814 hatte sich der Komponist auch noch - ein eindeutiger Grund wurde bis heute nicht ermittelt - der Kammermusik zu. So entstand im Rahmen der Neuorientierung sein erstes Streichquartett. Berühmt wurde es durch sein fandangoartiges Scherzo. Robert Schumann (1810-1856) besprach dieses Stück. Nachdem er zunächst 1829 ein zweites Streichquartett schuf folgten in den Jahren 1834 und 1837 schließlich noch die restlichen vier Streichquartette in kurzer Folge aus der Feder des Künstlers. Nach seinen Vorstellungen sollten noch weitere fünf Streichquartette seines am Höchstmaß an Originalität und satztechnischer Finesse. Sie bildeten ein interessantes Gegengewicht zum Standard-Quartettrepertoire der Wiener Klassik.

Sein »Requiem c-Moll« aus dem Jahre 1816 erinnerte an den Jahrestag der Hinrichtung des ehemaligen französischen Königs Ludwig XIV. Es war ein großer Erfolg, seine prominenten Kollegen wie Beethoven, Schumann und Brahms (1833-1897) sehr bewundert.

Nachdem sich auch in Paris die Opern von Gioacchimo Rossini die Gusnt des Publikums gewinnen konnte, konnte sich die streng klassische Oper im Stile Cherubinis oder Glucks beim Publikum nicht mehr durchsetzen.

Im Jahre 1822 wurde er zum Direktor des Konservatoriums. Er sollte diesen Posten bis zu seinem Tode wahrnehmen. Das Standardwerk »Cours de contrepoint et de fgue« - auf Deutsch - »Theorie des Kontrapunktes und der Fuge« - erschien im Jahre 1835.

Luigi Cherubini starb imn Alter von 81 Jahren am 15.03.1842 in seiner Wahlheimat Paris.

Am 16.09.2010 wurde Cherubinis Oper »Koukourgi« in Klagenfurt uraufgeführt.Sie galt bis in die 1990er Jahre als durch die Revolutionswirren der 1790er Jahre in Frankreich als verschollen. Erst dann entdeckte man sie in Krakau.

Werke:

  • Adriano in Siria, 1782 (Oper)
  • Armida abbandonata, 1782 (Oper)
  • Il Mesenzio re d'Etruria, 1782 (Oper)
  • Il quinto Fabio, 1783 (Oper)
  • Lo Sposo di tre e marito di nessuno, 1783 (Oper)
  • Alessandro nell' Indie, 1784(Oper)
  • L'Idalide, (Oper)
  • La finta principessa, 1785 (Oper)
  • Il Giulio Sabino, 1786 (Oper)
  • Démophoon, 1788 (Oper)
  • Ifigenia in Aulide, 1788 (Oper)
  • Lodoïska, 1791 (Oper)
  • Eliza ou Le Voyage au glaciers du Mont Saint-Bernard, 1794 (Oper)
  • Médée [Medea], 1797/1802 (Oper)
  • L'Hôtellerie portugaise, 1799 (Oper)
  • La Prisonnière ou La Punition, 1799 (Oper)
  • Les deux journées ou le Porteur d'eau [Die beiden Tage oder Der Wasserträger], 1799-1800 (Oper)
  • Anacréon ou l'Amour fugitif, 1803 (Oper)
  • Achille à Scyros [Achilles auf Skyros], 1804 (Ballett)
  • Faniska, 1806 (Oper)
  • Missa solemnis Nr. 1, 1809 (Messe)
  • Pygmalion, 1809 (Oper)
  • Le Crescendo, 1809 (Oper)
  • Les Abencérages ou L'Étendard de Grenade [Die Abencerragen oder Das Feldpanier von Granada], 1813 (Oper)
  • Symphonie D-Dur, 1815 (Symphonie)
  • Requiem d-moll (Requiem)
  • Ali-Baba ou Les Quarante voleurs [Ali-Baba oder Die vierzig Räuber], 1833 (Oper)
  • Streichquartett Nr. 3, 1834
  • Cembalosonate Nr. 1 (Cembalosonate)
  • Cembalosonate Nr. 2 (Cembalosonate)
  • Cembalosonate Nr. 3 (Cembalosonate)
  • Cembalosonate Nr. 4 (Cembalosonate)
  • Cembalosonate Nr. 5 (Cembalosonate)
  • Cembalosonate Nr. 6 (Cembalosonate)
  • Streichquartett Nr. 1(Streichquartett)
  • Streichquartett Nr. 2 (Streichquartett)
  • Streichquartett Nr. 4 (Streichquartett)
  • Streichquartett Nr. 5 (Streichquartett)
  • Streichquartett Nr. 6 (Streichquartett)
  • Streichquintett e-moll (Streichquintett)
  • Englische Hornsonate Nr. 1 (Oboensonate)
  • Englische Hornsonate Nr. 2 (Oboensonate)
  • Missa solemnis Nr. 1 (Messe)
  • Requiem c-moll (Requiem)
  • Requiem d-moll (Requiem)

Letzte Änderung der Seite: 13. 08. 2017 - 21:08