EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Georg Friedrich Karl Batsch

* 19.02.1792 in Jena
† 06.04.1873 in Weimar

Georg Friedrich Karl Batsch (1792-1873) nahm als Artillerieoffizier der sachsen-weimarschen Armee an den Befreiungskriegen gegen Napoléon teil und seit 1839 am Aufbau der Eisenbahn in Thüringen aktiv beteiligt.
Georg Friedrich Karl Batsch (1792-1873)

Geboren wurde Georg Friedrich Karl Batsch am 19.02.1792 in Jena. Sein Vater war der Professor für Biologie und Zoologie August Johann Georg Karl Batsch (1761-1802) und dessen Ehefrau Sophie Karoline Amalie, die Tochter des Kaufmanns Pründer. Nachdem die wirtschaftlichen Verhältnisse des Vaters sehr bescheiden waren, musste sich die kleine ab 1802 auch vaterlose Familie durch den Verkauf der Bibliothek des Vaters über Wasser halten. Im Jahre 1805 nahm die Mutter eine Stelle als Erzieherin im Hause des Erbprinzen Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach und der Erbprinzessin Maria Pawlowna. Nach langen Überlegungen nahm sie schließlich die Stelle und musste, da sie im herzoglichen Schloss wohnte, ihre Kinder bei Verwandten unterbringen.

Ab dem Jahre 1806 besuchte der junge Batsch das Weimarer Gymnasium und nahm im Jahre 1812 ein Studium der Rechte an der Universität zu Jena auf. Doch schon im folgenden Jahr unterbrach er sein Studium um den Ruf zu den Waffen gegen Napoleon unmittelbar. Er schloss sich einer Schar freiwilliger Jäger an. Nachdem die Freischar im folgenden Jahre aufgelöst wurde, setzte er sein Studium fort.

Als im Frühjahr 1815 der nach Elba verbannte französische Kaiser Napoléon trat er als Infanterist in Weimarsche Dienste. Er verließ im Dezember desselben Jahres im Range eines Sekondeleutnants den Militärdienst.

Im folgenden Frühjahr gehörte er zu den ersten Offizieren, die sich freiwillig bereiterklärten eine Katastervermessung des Herzogtums zu organisieren. Von dem hier verdienten Gelde leistete er sich im Jahre 1818 eine fünfmonatige Reise nach München, Salzburg, Linz, Wien, Triest Venedig, Mantua sowie Verona und Mailand. In der Schweiz besuchte er noch Lausanne und Bern und kehrte über Straßburg nach Weimar zurück.

Im Jahre 1819 begann der ehemalige Jurastudent ein Studium des Wasserbaus, da es hier für ihn die Option einer zivilen Anstellung gab. Im folgenden Jahre ging er für 13 Monate nach München und begab sich anschließend auf die sogenannten Hydraulischen Wanderungen, die ihn unter anderen nach Paris, Calais Dover, Delft und Hamburg führen sollten. In den

Doch schon im Jahre 1822 wurde seine Studienreise auf höheren Befehl beendet. Er wurde als Leutnant der Artillerie zur 31. preußischen Artilleriebrigade nach Erfurt versetzt. Als er nach der Abgabe eines Gutachtens mit dem kommandierenden General Egloffstein in Streit geriet, folgte Batschs Versetzung zur Infanterie nach Jena. Da er es jedoch nicht akzeptieren konnte, als Artillerieoffizier Dienst in der Infanterie zu tun, meldete er sich selbst in Arrest. Ende 1822 wurde er wegen dieser Affäre zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Strafe musste er auf der Wartburg absitzen. Für den Offizier war die Zeit der Haft ein willkommener Aufenthalt, es war in erlaubt Ausflüge und Wanderungen in die Umgebung zu machen und zugleich fand er die Gelegenheit seinen Reisebericht zu schreiben. Zugleich nutzte er die freie Zeit um sich überwiegend aus englischen Quellen über den Eisenbahnbau zu informieren. Herzog Carl August von Weimar verkürzte den Arrest und so konnte er bereits ein halbes Jahr früher den Artilleriedienst in Weimar aufnehmen.

Bereits Ende 1825 berief ihn der Großherzog als außerordentliches Mitglied – mit Sitz und Nahmen – in die Landesdirektion. Im Jahre 1828 wurde Premierleutnant Batsch zum Kommandeur der Weimarer Artillerie und im folgenden Jahr zum Chaussee-Kommissar des Eisenacher Kreises berufen. Mit der Berufung als Direktor aller Löschanstalten des Großherzogtums Weimar ließ ihn den Waffenrock endgültig ablegen.

Im Jahre 1834 folgte seine Berufung als Direktor der allgemeinen Gewerbeschule in Eisenach. Hier unterrichtete der ehemalige Artillerist technisches Zeichnen.

Im Jahre 1839 beteiligte sich der Direktor der Gewerbeschule auch an den Plänen zum Aufbau von Eisenbahnlinien in Thüringen. Hier kamen ihn insbesondere seine Studien in der Arrestzeit zu Gute. Nach Gründung der Gesellschaft für Thüringische Eisenbahn erfolgte seine Berufung in das Direktorium. Hier war er als Kommissar des Großherzogs von Weimar tätig. Zugleich war er auch ihr stellvertretender Vorsitzender.

Am 18.08.1828 heiratete Batsch Auguste Ernestine Sophie Rudolph (1806-1883). Das Paar hatte insgesamt 9 Kinder, davon sechs Söhne. Sein Sohn Karl Ferdinand (1831-1898) war Vizeadmiral der kaiserlichen Reichsflotte. Sohn Karl Wilhelm Batsch (1834-1896) war als Kaufmann in Mexiko, Havre und Barcelona tätig.

Georg Friedrich Karl Batsch starb am 06.04.1873 in seiner Geburtsstadt Weimar.

Letzte Änderung der Seite: 06. 08. 2017 - 14:08