An eine schöne Flötenspielerin.

Als aus gelötetem Rohr sich Pallas die Flöte verfertigt,
Und den Ton nun versucht‘, letzet‘ er himmlisch das Ohr,
Aber verzerrt erscheinen dabei die reizenden Züge,
Siehe, da warf sie – doch Weib! – zornig das Kunstwerk zur Erd‘!
Doch als die Göttliche jüngst den Zaubertönen gelauschet,
Da du flötetest, und dir in das Antlitz geblickt,
Sah, wie zum süßesten Kuss die lächelnden, rosigen Lippen,
Hauchend schweben am Holz, wahrnahm das niedliche Spiel
Der geründeten, zarten Finger, die zierliche Haltung
Deiner Arm‘ und Gestalt, o wie erstaunte sie da!
Hurtig nahm sie die Flöt‘ wieder auf, und bat nun die Charis,
Welche so hold dichs gelehrt, Lehrerin ihr auch zu sein.


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