An Professor Ecker

Und Dir nur schwinge Dank und Lied
Gefällger Freund, aus meinem Munde,
In dieser trüben Abschiedsstunde,
Der mir so manche Lust beschied?
Der mit erfind[e]rischer Güte
Der manichfachsten Freuden Saat
Mit voller Hand auf meinen Pfad
Zu streuen, freundlich sich bemühte;
Der niemals ohne Gabe kam,
Mit Bildern bald mein Aug' ergötzte
Bald meinen Geist durch Nahrung letzte,
Und oft der Gegenwart die Last von meinem Gram,
Durch frohen Scherz vom Fittig nahm;
An deßen Arm ich von den heitern Höhen
Um die des Schwarzwalds Mantel fließt,
Wo rein schon Alpenlüfte wehen,
Ins schöne Land hinab gesehen,
Durch welches sich die Treisam gießt;
Ottilie, in deine Schatten,
Auf Küttfels unbetretne Bahn,
O Horbens Thal, durch deine Matten
Zu Zährings Trümmerthurm hinan.
O, diese Tage, diese Scenen
Umschweben stets im Bilde mich!
Trank dieses Land gleich manche meiner Thränen,
Doch denk' ich sein nie ohne Sehnen,
Und nimmer ohne Dank an dich!


Letzte Änderung der Seite: 27. 03. 2017 - 22:03