Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart

Stichworte:

Schliefen

Schliefen, verb. irreg. neutr. welches das Hülfswort seyn erfordert; ich schliefe, du schliefst, (Oberd. schleufst,) er schlieft, (Oberd. schleuft;) Imperf. ich schloff; Mittelw. geschloffen; Imperat. schliefe, (Oberd. schleuf.) Es bedeutet sich schleifend oder kriechend in einem engen Raume bewegen, kriechen, wird aber im Hochdeutschen nur selten, häufiger im Oberdeutschen gehöret. Durch einen Zaun schliefen. Vor Angst in ein Mauseloch schliefen wollen. Die Dachshunde schliefen in die Dachslächer. Die Küchlein sind aus dem Eye geschloffen. Wie das Wasser in die Erde verschleuft, (verschlieft,) 2 Sam. 14, 14. So auch das Schliefen.

Anm. Bey dem Notker sliuffan, im Nieders. slupen und slipen, im Angels. slipan, im Engl. to slip, im Schwed. släpa. In Schwaben ist einschliefen und ausschliefen sich an- und auskleiden, und schon Willeram sagt, ih bin uze minemo rocche gesloffan, ich habe mich ausgekleidet. Es ist so wie das nahe verwandte schleifen, und das nur im Endlaute verschiedene schleichen, eine Onomatopöie des mit dem Schliefen verbundenen Lautes. Das Intensivum davon ist schlüpfen, S. dasselbe.

Zurück zur Listenansicht
Letzte Änderung der Seite: 02.09.2026 - 20:23