Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart

Stichworte:

Mücheln

Mücheln, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und nur in den gemeinen Sprecharten üblich ist, nach Schimmel, und in weiterer Bedeutung nach einer verdorbenen, von der Fäulniß noch verschiedenen Feuchtigkeit riechen oder schmecken, anbrüchig riechen oder schmecken. Das Mehl müchelt. Es ist statt dessen auch müchzen, im Oberdeutschen miechteln, in andern Gegenden muffen, muffzen, müffen, müffzen, münchen, münchzen u.s.f. üblich. Es erhält das Andenken des Lat. mucere, mücheln, und Mucor, Schimmel, welcher in einigen Gegenden Muff und in andern Mün genannt wird. Siehe 1. Mauke. Man hat in eben diesen Gegenden auch die Bey- und Nebenwörter muchlich, müchlich, muffig, müffig, müfzig, münig, Nieders. mulsterig, Engl. mouldy, und muddig, welches letztere von Mudde, Schlamm, Koth, abstammet und zu dem Geschlechte des Wortes Moder gehöret. Übrigens ist für mücheln im Österreichischen auch bladeln üblich. S. 2. Muff und 3. Muffen.

Zurück zur Listenansicht
Letzte Änderung der Seite: 02.09.2026 - 20:23