Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart
Stichworte:
Keichen
Keichen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches den Laut nachahmet, welchen man 1) macht, wenn man den Athem mit Mühe in sich ziehet. So keicht man bey einigen Arten des Hustens, bey der Schwindsucht, bey der Engbrüstigkeit, nach einer heftigen Bewegung, in heftigen Leidenschaften u.s.f. Im Oberdeutschen und selbst bey einigen Hochdeutschen Schriftstellern in der höhern Schreibart, keuchen. Den Mund hab ich begierig aufgethan Und ganz gekeucht aus innigem Belieben Nach deinem Wort,
Opitz Ps. 119. Wenn er durch Weihrauchwolken zeucht, Die Kriegesfurie gefesselt an den Wagen Des Überwinders keucht,
Raml. Komm Lachen Die Hände gestämmt in keuchende Seiten,
Raml. In einigen Oberdeutschen Gegenden ist dafür das Frequentativum kakazen, im Nieders. kuchen, piechen, peichen, prichen, hachpachen, häsepesen, heisapen, hesapen, hastebaffen, himen, Holländ. himmen, helchen, (elkein, ziehen), anken janken u.s.f. üblich, wovon die meisten gleichfalls Nachahmungen des Lautes sind, theils auch besondere Arten des Keichens ausdrucken. 2) Da man bey einigen Arten des Hustens im Husten einen ähnlichen Laut von sich gibt, so wird ein solches Husten gleichfalls keichen genannt. Den ganzen Tag keichen, mit Engbrüstigkeit husten. Nieders. kuchen, kögen, kagen, kücheln, krücheln, Engl. to cough, wo auch Köge der Husten ist, Engl. Cough.
Zurück zur Listenansicht