Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart

Stichworte:

Kappen 3

3. Kappen, verb. reg. act. eine altes Wort, welches schneiden oder hauen, bedeutet, und noch in vielen Fällen des gemeinen Lebens üblich ist. 1) Abschneiden, abhauen; besonders im Niedersächsischen. Das Ankertau kappen, in der Schifffahrt, es abhauen, wenn man nicht Zeit hat, den Anker aufzuwinden. Den Mast kappen, ihn abhauen. Besonders das Oberste, den Gipfel eines Dinges abhauen. Die Bäume kappen, die Wipfel abhauen, im Nieders. auch pollen, von Poll, der Gipfel; wofür auch köpfen, koppen, kuppen, und im Diminut. köpfeln, kipfeln, küpfeln üblich sind. 2) Verschneiden, castriren, wo es besonders im gemeinen Leben von dem Verschneiden der Hähne und Hühner gangbar ist; kapaunen. Ein gekappter Hahn, ein Kapaun. S. Kapphahn.

Anm. Im Nieders. gleichfalls kappen, im Schwed, kappa, im Engl. to chipp, chopp, im Franz couper, im mittlern Lat. coppare, capulare, im Griech. koptein. Vielleicht zunächst von Kopp, Kopf, das Ende eines Dinges. So fern es hauen überhaupt bezeichnet, bedeutete davon im mittlern Lat. Chapuisius einen Zimmermann.

Zurück zur Listenansicht
Letzte Änderung der Seite: 02.09.2026 - 20:23