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Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart

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Glotzen (*)

* Glotzen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, aber nur in den niedrigen Sprecharten üblich ist. 1) Leuchten, scheinen, glänzen, im Oberdeutschen. Faules Holz glotzet im Finstern. 2) Mit großen hervor stehenden Augen sehen, oder ansehen. Mit den Augen glotzen, sie aufsperren. Daher das Glotzauge, ein großes hervor stehendes Auge, und ein Mensch, der solche Augen hat, der auch wohl ein Glotzer genannt wird.

Anm. Im Nieders. klotzen. Frisch hatte den wunderlichen Einfall, es in der zweyten Bedeutung von Kloß abzuleiten. Es ist ein Intensivum von dem noch im Dän. und Schwed. üblichen Zeitworte gloe, glo, aufmerksam ansehen, welches vermittelst des Gaumenlautes von dem noch in Griech. vorhandenen Zeitworte lao, lo, ich sehe, abstammet und mit zu dem großen Geschlechte der Wörter Glänzen, Glühen, Licht u.s.f. gehöret. S. Glau. Von diesem lo und glo, sehen, kommt das Griech. laysso, ich sehe, und ich glänze, das Isländ. gloggva, sehen, und gloggsyn, deutlich, das Schwed. glötta, glutta, sorgfältig betrachten, das Dän. glotte, gucken, und das Deutsche glotzen her. S. auch Glühen.

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Letzte Änderung der Seite: 02.09.2026 - 20:23