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Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart

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Betrüglich

Betrüglich, -er, -ste, adj. et adv. was und betriegt, oder zu betriegen sucht, einem Betruge gleich. Er handelt betrüglich. Du bist sehr betrüglich mit mir umgegangen. Eine betrügliche Waare. Ein betrüglicher Handel. Ingleichen in weiterer Bedeutung, unächt, was den Werth, die Dauer nicht hat, die es verspricht. Eine betrügliche Schönheit. Wenn nun aller betrüglicher Nebel vor deinen Blicken zerfließen wird. Eine betrügliche, d.i. ungegründete, Hoffnung. Drugilicho bey dem Ottfried, trugelicho bey dem Notker. Daher die Betrüglichkeit, plur. inus. die Eigenschaft, da eine Person oder Sache betrüglich ist, auch in der weitern Bedeutung und der höhern Schreibart. Die Betrüglichkeit unserer Hoffnungen, Less. Betrüglich scheinet unmittelbar von dem vorigen Substantivo zu seyn, und wird in so fern mit einem ü geschrieben. Da es sich aber auch unmittelbar von dem Verbo ableiten lässet, so ist auch die Schreibart betrieglich zu vertheidigen.

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Letzte Änderung der Seite: 02.09.2026 - 20:23