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Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart

Stichworte:

Befahren 1 (*)

1. * Befahren, verb. reg. act. et recipr. welches so viel als befürchten bedeutet, aber im Hochdeutschen veraltet ist, und um der Bequemlichkeit des Reims willen nur noch zuweilen von den Dichtern gebraucht wird. Es wird so wohl Active mit der vierten Endung des Hauptwortes, als auch Reciproce mit der zweyten Endung gebraucht. Ein Unglück befahren, und sich eines Unglückes befahren. Es lässet sich dieses nicht thun, ohne einigen Widerstand zu befahren.   Es gehe, wie es will, was hab ich zu befahren?

Weiße.   Anm. Dieses Verbum ist von dem alten Fahr, wofür jetzt Gefahr üblich ist; S. Gefahr und Fahren 1. Das einfache fara, bedeutet noch im Schwedischen so viel als befürchten. Auch im Niedersächsischen ist bevaren üblich, und zwar so wohl Active als Reciproce. Bey dem Opitz kommt dafür befohren vor.   Eh als ich mich befohre; ingleichen Du Mörder hättest du ja müssen dich befohren u.s.f.   2. Befahren, verb. irreg. act. S. Fahren. 1) Oft auf etwas fahren. Einen Weg befahren. Eine befahrne Straße, wo schon Leute gefahren sind. Ein nie befahrnes Meer. Da fahren ehedem nicht bloß von einem Fuhrwerke gebraucht wurde, so bedeutet befahren 2) in weiterer Bedeutung auch zuweilen so viel, als sich an einen Ort begeben. So befahren die Bergbeamten eine Grube, wenn sie sich in selbige verfügen, sie zu besichtigen; in den Lübeckischen Statuten heißt ein Haus befahren, so viel, als, es beziehen, in Besitz nehmen. Daher die Befahrung, besonders im Bergbaue, die Besichtigung der Grubengebäude, und der Befahrungsbericht, das Befahrungsbuch u.s.f.

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Letzte Änderung der Seite: 02.09.2026 - 20:23