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Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart

Stichworte:

Abwirken

Abwirken, verb. reg. act. welches nach Maßgebung des einfachen Zeitwortes wirken verschiedene Bedeutung hat. 1) Durch Wirken absondern. Besonders bey den Jägern, für abziehen. Einem Thiere die Haut abwirken, und metonymisch, einen Hirsch, einen Gäms, ein Schwein abwirken, mit Aufschneidung des Felles am Bauche die Haut abziehen, im Gegensatze des Abstreifens. 2) Zur Genüge wirken. So heißt bey den Bäckern, den Teig wohl abwirken, so viel als ihn gehörig durchkneten. 3) Aufhören zu wirken, zu Ende wirken, besonders in den Salzsiedereyen, aufhören zu sieden. Ingleichen, das Wirken oder Weben vollenden, wie abweben. So auch die Abwirkung.

Anm. Abwirken, für abbrechen oder zerstören, ist im Hochdeutschen ungewöhnlich. Indessen sang doch Opitz:   Die Thore sind versenkt, die Riegel ganz zerbrochen, Und sämmtlich abgewirkt.   Ábwischen, verb. reg. act. 1) Durch Wischen wegbringen. Den Staub von dem Tische, den Schweiß von dem Gesichte, das Blut von den Händen abwischen.   Der Wangen Lilien und Rosen lagen nun In Tüchern abgewischt,

Zachar.   In welchem letztern Beyspiele zugleich der Begriff der übertragenen Farbe mit Statt findet. Sich die Thränen abwischen. Einem die Thränen abwischen, figürlich dessen Kummer lindern. Thränen die wir nicht abwischen, wenn wir können, sind so gut als Thränen, die wir erzwingen, Dusch. Ingleichen, abwischen und auslöschen, mit Kreide geschriebene Buchstaben abwischen. Eine Rechnung abwischen von der Tafel. 2) Metonymisch, durch Abwischen reinigen. Den Tisch die Fenster, die Hände, das Gesicht abwischen.

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Letzte Änderung der Seite: 02.09.2026 - 20:23