Lorenz von Crell

* 21.01.1744 in Helmstedt
† 07.06.1816 in Göttingen

Geboren wurde Lorenz Florenz Friedrich von Crell am 21.01.1744 als Sohn von Johann Friedrich Crell, einem Anatom und Physiologen des 18. Jahrhunderts. Sein Großvater war der Philosoph Ludwig Christian Crell (1671-1733). Sein anderer Großvater war der Chirurg und Botaniker Lorenz Heister (1683-1758).

Im Jahre 1765 begann er sein Studium an der Universität Helmstedt und erwarb hier den Magister der Philosophie und promovierte mit der Arbeit »Contagium vivum« zum Doktor der Medizin.

Lorenz von Crell war ab 1771 Professor der Chemie und Mineralogie am Braunschweiger Collegium Carolinum sowie am anatomischen Institut. Ab 1774 wurde er ordentlicher Professor der Medizin.

Im Jahre 1780 erhielt Crell seine Ernennung zum herzoglich braunschweigischen Bergrat. Es folgte seine Berufung zum Professor der Philosophie und Medizin an der Universität zu Helmstedt. Seine letzte Professur trat er im Jahre 1811 an der Universität Göttingen an.

Im Jahre 1778 begründete er mit der Zeitschrift »Chemische Analen für die Freunde der Naturlehre, Arzneygelahrtheit, Haushaltungskunst und Manufacturen«, die weltweit erste chemische Fachzeitschrift. Er publizierte das Journal unter zweifacher Namensänderung letztlich bis zum Jahre 1804 als das Journal von Alexander Nicolaus Scherer und Adolph Ferdinand Gehlen eine zu große Konkurrenz wurde.

Er übersetzte auch einige Werke Richard Kirwans ins Deutsche. Wie dieser gehörte auch Crell der Phlogistontheorie an. Nach dieser im 17. Und 18. Jahrhundert verbreiteten Theorie ging man davon aus, dass eine hypothetische Substanz bei der Verbrennung entweichen würde sowie bei der Erwärmung in den Gegenstand eindringen würde. Erst in den 1770er Jahren begann man diese Theorie zu widerlegen und die Bedeutung des Sauerstoffs bei Verbrennungsvorgängen zu erkennen. Erst Lavoisier wiederlegte im Jahre 1783 die Phlogistontheorie endgültig indem er die durch seine Experimente erkannte, dass die Stoffe beim Verbrennen (Oxidation) Sauerstoff binden. Auf seine heute noch gültigen Erkenntnisse konnten dann Proust mit seinem Gesetz der konstanten Proportion im Jahre 1797 und 1805 John Dalton das Daltonische Gesetz ableiten. Crell selbst verteidigte bis zum Jahre 1799 die Phlogistontheorie, doch auch danach widerrief er sie nicht öffentlich.

Crell gehörte auch zahlreichen europäischen Akademien der Wissenschaften an. So wurde er beispielsweise am 08.01.1784 auswärtiges Mitglied der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften. Am 24.01.1812 wurde ihm die Ehremitgliedschaft verliehen. Seit dem 23.10.1786 war er auch Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg sowie Mitglied der American Philosophical Society. Seine Berufung an die Royal Society erfolgte am 03.04.1788. Im Jahre 1807 erfolgte seine Berufung an de Königlich bayerische Akademie der Wissenschaften.

Bereits im Jahre 1781 wurde Lorenz Crell durch Kaiser Joseph II. in den Reichsadel aufgenommen. Lorenz Florenz Friedrich von Crell starb am 07.06.1816 in Göttingen. Er wurde 72 Jahre alt. Sein Sohn Karl Just von Crell war bereits im Alter von 20 Jahren 1793 verstorben.


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