Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau

* 09.04.1767 in Mainz
† 13.08.1849 in Mariahalden am Zürichsee

Karl Christian Ernst von Bentzlel-Stenau wurde am 09.04.1767 in Mainz geboren. Er war der Sohn von Franz Hermann Amseln Christoph Augustin von Bentzel-Sternau und seiner Ehefrau Ernestina Ludovica, geborene Pletz. Das Paar hatte 4 Söhne, darunter Gottfried von Bentzel-Sernau, und 5 Töchter.

Bentzel-Sternau absolvierte ein rechtswissenschaftliches Studium und trat schließlich im Jahre 1791 als Regierungsrat in die Dienste des Kurfürsten von Mainz. In dieser Zeit lernte er den Schriftsteller Christroph Martin Wieland kennen.

Im Jahre 1803 wurde er Staatsrat beim Kur-Erzkanzler in Regensburg. Zwischen 1806 und 1811 stand er in badischen Diensten. So war er im Jahre 1807 Direktor der Generalstudienkommission und trat 1808 in das Ministerium des Innern ein und wurde im Jahre 1810 Präsident des Mannheimer Hofgerichts.

Der Frankfurter Großherzog Karl Theodor ernannte ihn 1811 zu seinen Staats- und Finanzminister. Nach der Auflösung des Großherzogtums Frankfurt im Jahre 1813 trat Bentzel-Sternau in den Ruhestand. Als Staatsminister zeichnete er für die Gleichstellung der Juden im Großherzogtum Frankfurt verantwortlich.

Er lebte auf seinen Gütern in Emmerichshofen bei Hanau und Mariahaldern bei Erlenbach am Zürichsee. Hier betätigte er sich als Herausgeber und Schriftsteller. So war er Herausgeber der Zeitschriften »Jason« und der 1831 gegründeten Zeitschrift »Der Verfassungsfreund«, die jedoch nur sehr kurzlebig war.

In den Jahren 1825-1828 gehörte er als Abgeordneter der bayerischen Ständekammer an. Hier zeigte er erneut seine liberale Haltung. Im Jahre 1832 sympathisierte er auch mit den Studenten des Hambacher Festes.Hierzu schickte er den Teilnehmern einen Brief mit der Bekundung seiner Unterstützung.

Zusammen mit seinem Bruder Gottfried konvertierte Bentzel-Sternau am 19.08.1827 in Frankfurt zum protestantischen Kirche über.

Im Stile Jean Pauls verfasste der Jurist mehrere Erzählungen. Romane und Dramen. Diese befassten sich auf ironische Weise mit dem Adel und der Geistlichkeit und wurden vom Publikum gelobt. Seine im Geist Wielands gehaltenen Dichtungen galten als wenig originell boten jedoch eine Fülle an Welt- und Menschenkenntnis an Welt- und Menschenkenntnis.

Auch in seiner projüdischen Satire »Anti-Israel-Rede«, die ihm insbesondere den Hass nationalistischer Kräfte einbrachte, wurde auf dem Wartburgfest symbolisch mit anderen Büchern durch die Studentenschaft verbrannt. 

Gerade diese Satire ist eine Quelle für die Erforschung des Verhältnisses von Juden und Christen im 19. Jahrhundert. Sie ist heute nur noch in einer geringen Stückzahl im Original erhalten. zu seinem bekanntesten Werken dürften jedoch, der zwischen 1802 und 1804 in vier Bänden anonym erschienenen Prosatext »Das goldene Kalb. Eine Biographie« sein. Hier griff er das Motiv des literarischen Judenhasses auf, der nach dem Wiener Kongress in deutschland auf fruchtbaren Boden traf, und führte diesen durch Überspitzung ad absurdum. Visionär sah Bentzel-Sternau eine Entwicklung voraus, die von den Schrecken der antijüdischen Hep-Hep-Unruhen bald danach eingeholt wurde. Es scheint so, als ob ihm schon frühzeitig bewusst war, welches Gewaltpotential sich gegen die Juden angestaut hatte. Befeuert wurde dieses Klima auch durch die Schriften Friedrich Rühs und Jakob Friedrich Frieses.

Karl Christoph Ernst von Bentzel-Sternau starb am 13.08.1849 auf seinen Gut Mariaalden bei Erlenbach am Zürichsee.

Werke:

  • Das goldene Kalb. Eine Biographie, 1802
  • Lebensgeister aus dem klarfeldschen Archiv, 1805
  • Gespräche im Labyrinth, 1805
  • Proteus oder das Reich der Bilder, 1806
  • Titania oder das Reich der Mährchen, 1807
  • Morpheus oder das Reich der Träume, 1807
  • Der steinerne Gast. Eine Biographie, 1808
  • Pygmäenbriefe, 1811
  • Der alte Adam“, 1819
  • Weiß und Schwarz, Lustspiel, 1825
  • Hoftheater von Barataria, oder Sprichwortspiele, 1828
  • Mein ist die Welt, Lustspiel, 1831
  • Der Geist von Canossa, Schauspiel, 1839
  • Die jüngsten Feigenblätter, Schauspiel, 1840

Herausgeber:

  • Jason, eine Monatsschrift“, 1808–11
  • Der Verfassungsfreund, ein Landtagsblatt für Deutschland
  • Baiernbriefe, oder Geist der vier ersten Ständeversammlungen des Königreichs Baiern, 1831

Letzte Änderung der Seite: 07. 06. 2020 - 14:06