EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Karl Gottlob Zumpt

* 20.03.1792 in Berlin
† 25.06.1849 in Karlsbad

Der spätere Pädagoge Karl Gottlob Zumpt wurde am 20.03.1792 in Berlin geboren. Er besuchte zunächst das Gymnasium zum Grauen Kloster und dann das Joachimsthalische Gymnasium. Dort gehörte Philipp Karl Buttmann (1764-1829) zu seinen Lehrern. Ab dem Jahre 1809 studierte er in Heidelberg und später an der neu gegründeten Universität zu Berlin. Er schloss sein Studium als Doktor der Philosophie erfolgreich ab.

Ab dem Jahre 1812 trat der Altphilologe eine Stelle als Lehrer am Werderschen Gymnasium in seiner Vaterstadt an. Im Jahre 1821 wurde ihm eine Professur am Joachimsthaler Gymnasium angetragen. In jener Zeit war es üblich, dass auch Lehrer an Gymnasien den akademischen Grad eines Professors verliehen bekamen. Seit dem Jahre 1826 war er auch als Lehrer an der Berliner Militärakademie tätig. Er unterrichtete dort Geschichte. Ein im gleichen Jahr erfolgter Ruf an die Universität Kiel lehnte Zumpt jedoch ab.

Er verfasste im Jahre 1818 eine »Lateinische Grammatik«, die durch zahlreiche Merkverse den Schülern das Lernen der schwierigen lateinischen Grammatik erleichtern sollte. Lange Zeit war sowohl der »Kleine Zumpt« für den Lateinunterricht der unteren Klassen und der »Große Zumpt« als Lehrgrammatik für die oberen Klassen verwandt, er löste damit die Grammatiksammlung von Christian Gottlieb Broeder (1745-1819) aus dem Jahre 1787 ab.

So fasste er zum Beispiel die schweren lateinischen Mascukulina in folgenden Vers zusammen:

Merk's: Neununddreißig auf ein is
Sind masculini generis
Axis, Amnis, callis, anguis,
Cassis, cossis atque sanguis,
Cenchris, caulis et canalis,
Lapis, fustis et sodalis,
Ignis, cinis funis, glis,
Orbis, panis, cucuims.

Im Jahre 1827 wurde Professor Zumpt zunächst außerordentlicher und ab 1836 ordentlicher Professor der römischen Literatur an der königlichen Universität zu Berlin. Seit dem Jahre 1836 war der Alt-Philologe auch ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Professor Zunpt starb am 25.06.1849 während einer Kur im böhmischen Karlsbad.

Der durch seine Arbeiten zu lateinischen Inschriften bekannte August Wilhelm Zumpt (1815-1877) war sein Neffe.

Werke:

  • Lateinische Grammatik, 1818
  • M. Fabri Quintilani de Institutione Oratoria Libri duodecinm., Leipzig 1829
  • Über die Abstimmung des römischen Volkes in Comitiis centuratis oder über die Verbindung der beiden Eintheilungen des Römischen Volks nach Classen und Centurien und nach Tribus, Berlin 1838
  • Über den M. Curius, der dem Velinus abgeleitet, Berlin 1838
  • Über Ursprung, Form und Bedeutung des Centumviralgerichts in Rom, Berlin 1839
  • Über die römischen Ritter und den Ritterstand in Rom, Berlin 1841
  • Über den Unterschied der Benennungen Municipium, Colonia, Praefectura im Römischen Staatsrecht, Berlin 1841
  • Über die Textesverbesserung der Ciceronischen Rede pro Murena, Berlin 1841
  • Über den Stand der Bevölkerung und die Volksvertretung im Alterthum, Berlin 1841
  • Über das Leben des Horaz und die Zeitfolge seiner Gedichte, namentlich der Satiren, Leipzig 1843
  • Aufgaben zum Übersetzen auis dem Deutschen ins Lateinische: aus den besten neuen lateinischen Schriftstellern gezogen, 1844
  • Über den Bestand der philosophischen Schulen in Athen und die Succession der Scholaren, Berlin 1844
  • Commentatio de legibus iudiciisque repetundarum, Berlin 1847
  • Q. Curtii Rufi De gestis Alexandri Magni regis Macedonum libri qui supersunt octo. Ad fidem codicum manuscriptorum et olim adhibitorum et recens collatorum Florentinorum et Bernensium rec., Braunschweig 1849

Letzte Änderung der Seite: 06. 08. 2017 - 02:08