EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Ludwig Aurbacher

* 26.08.1784 in Tücking/Schwabeck
† 25.05.1847 in München

Ludwig Aurbacher (1784-1847) war Professor für Stil und Ästhetik an der Münchener Kadettenschule. Er verfasste mehrere Jugendbücher mit Märchen und Sagen.
Ludwig Aurbacher (1784-1847)

Geboren wurde Ludwig Aurbacher am 26.08.1784 als Sohn eines Nagelschmieds im schwäbischen Türkheim. Das Elternhaus erzog Aurbacher zu Fleiß und Genügsamkeit. Schon in jungen Jahren wurden die Kinder zu angemessenen Arbeiten herangezogen, jedoch an langen Winterabenden versammelte sich die gesamte Familie und man las sich Legenden vor, oder erzählte Märchen und Geschichten.

Seine erste schulische Ausbildung erhielt der junge Aurbacher, trotz der finanziell bescheidenen Mittel seiner Eltern in einem Kapuzinerkloster in der Nähe von Kirchdorf. Die Eltern ermöglichten ihm auch den Besuch der Schule in Landsberg am Lech. Auf dem Weg, so überliefert der handschriftliche Lebenslauf Aurbachers eine kleine Anekdote: Als sich der Vater und der Sohn dem Schulhause näherten, sagte der Vater scherzhaft zu ihm »Wenn Du jetzt etwas Rechtes lernst, kannst du auch einmal in der Kutsche fahren; lernst du aber nichts, musst du Zeitlebend zu Fuß gehen, wie ich«. In Landsberg fanden sich Wohltäter, die sich der Erziehung des Knaben annahmen. Nach dem Besuch der Landsberger Schule beabsichtigte der junge Aurbacher zunächst eine geistliche Karriere einzuschlagen.

Ein Geistlicher unterrichtete den Knaben im Singen, so dass er ab 1793 Chorknabe ins Kloster Dießen am Ammersee aufgenommen werden konnte. In Dießen wurde seine Singstimme weiter entwickelt und zusätzlich lernte er Latein. Für kurze Zeit war er in das Benediktinerkloster München eingeschrieben, ehe er von 1796 bis zu seinem Gymnasialabschluss 1801 seine Schulausbildung im Kloster Ottobeuren fortsetzte.

Nach dem erfolgreichen Schulbesuch trat Aurbacher 1801 als Novize in das Kloster Ottobeuren ein. Nach der Säkularisation des Klosters trat der Novize in das vorderösterreichische Kloster Wiblingen ein. Doch schon 1804 verließ er zum einen aus gesundheitlichen Gründen aber anderseits auch, weil er an seiner religiösen Bestimmung zweifelte, das Kloster und trat eine Stelle als Hofmeister beim Stiftskanzler Weckbecker in Ottobeuren an, die er von 1804 bis 1809 innehatte.

Ab 1809 unterrichtete Aurbacher als Professor für Stil und Ästhetik am Kadettenkorps in München. Diese Stelle behielt er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1834 bei.

Bereits während seiner Anstellung in Ottobeuren hatte Ludwig Aurbacher genügend Zeit und Muße um seine Kenntnisse in deutscher und französischer Literatur zu vertiefen. Als Professor am Münchener Kadettenkorps gab er zahlreiche Schriften, die für Lehrkräfte bestimmt waren, heraus. Zu den bedeutendsten Titeln, welche auch über seinen Tod hinaus Bedeutung hatten, gehören z.B. die Abhandlung »Ueber die Methode des rhetorischen Unterrichtes« oder »Andeutungen zu einem neuen und einfachen Entwurf der Psychologie«.

In den Jahren 1829 bis 1832 gehörte auch die Redaktion der »Schulblätter« denen später die »Philologischen Belustigungen« folgten. Sein »System der deutschen Orthographie« und »Wörterbuch der deutschen Sprache« hatten lange nach seinem Tode noch Bedeutung.

Er war auch Herausgeber des 2bändigen »Lehrbuchs des deutschen Stils«. Anonym veröffentlichte er das »Handbuch zur intellectuellen und moralischen Bildung für angehende Officiere«.

Aurbacher ist heute jedoch noch als schwäbischer Volksdichter bekannt und zu seinen berühmtesten Märchensammlungen gehören das »Büchlein für die Jugend« und sein »Volksbüchlein« Um als Volksdichter Erfolg zu haben verbindet er Ernst und muntere Laune. Trotzdem er den Weg des Gelehrten einschlug bewahrte er sich die Einfachheit und Klarheit des kleinen Mannes.

Nach seiner Pensionierung aus gesundheitlichen Gründen arbeitete Aurbacher noch an einem schwäbischen Idiom-Lexikon, das er jedoch nicht vollenden konnte. Das Werk wurde durch die Erben in die Hände von Adelbert von Keller gelegt.

Heute noch erinnern in seinem Geburtsort eine Schule und eine Straße an den Dichter. Im Sieben-Schwabenmuseum wurde ein Raum zur Erinnerung an den bayrischen Märchendichter eingerichtet.

Werke:

  • Ueber die Methode des rhetorischen Unterrichtes
  • Andeutungen zu einem neuen und einfachen Entwurf der Psychologie
  • Lehrbuchs des deutschen Stils
  • Handbuch zur intellectuellen und moralischen Bildung für angehende Officiere
  • Büchlein für die Jugend
  • Volksbüchlein
  • System der deutschen Orthographie
  • Wörterbuch der deutschen Sprache

Letzte Änderung der Seite: 05. 08. 2017 - 23:08