EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Beda Mayr

* 15.01.1742 in Daiting/Oberbayern
† 28.04.1794 in Donauwörth

Felix Mayr erblickte am 15.01.1742 im oberbayerischen Daiting das Licht der Erde.

Beda Mayr absolvierte zunächst die gymnasiale Ausbildung im Kloster Scheyen und studiete dann am Münchener Lyzeum Philosophie und an der Universität zu Freiburg Mathematik.

Der junge Mann trat im Jahre 1761 als Novize in das Kloster zu Donauwörth und legte am 29.09.1762 das Gelübde ab. Er begann dann seine theologischen Studien im Kloster Benediktbeuern. Am 06.01.1766 wurde er schließlich zum Priester geweiht und blieb fast sein gesamtes weiteres Leben im Kloster Heilig Kreuz zu Donauwörth. In den Jahren 1772-1776 betreute er als Seelsorger im Auftrage des Klosters die katholische Pfarrei Münding tätig.

Mayr war Lehrer für Mathematik, Philosophie, Rhetorik, Theologie und Kirchenrecht. Er fungierte als Bibliothekar und im Jahr 1776/77, nach dem Tode des Abts Cölestin Hegenauer (1748-1776) auch als Prior des Klosters.

Abt Gallus Hammerl, der diese Aufgaben zwischen 1776 und 1793 ausübte, war ein kunst- und wissenschaftsfreudiger Prälat. Er öffnete sein Kloster im Geist der maßvollen »katholischen« Aufklärung und ließ den klösterlichen Schulbetrieb auf das Niveau des zeitgemäß-modernen Wissensschaftslebens entwickeln. So gelang es Mayr aber auch anderen Konventualen, wie beispielsweise Michael Katzer, Joseph Nadernhürn, Ildephons Rimmele oder Franz Xaver Bronner, der im Jahre 1785 aus dem Kloster Donauwörth flüchtete, ideale Entfaltungsmöglichkeiten. Mayr, der sich in seinem Kloster wohl fühlte, lehnte Lehrangebote aus Dillingen, Ingolstadt und Salzburg ab. Beda Mayr war allgemein ein denkender und auch beliebter Prediger.

Beda Mayr hatte zahlreiche Schriften zu unterschiedlichen Themen drucken lassen. Neben theologischen Abhandlungen, von denen einige wegen ihrer auch Lustspiele, Schauspiele und Singspiele.. Auch dichterische publizierte Mayr zahlreiche satirische sowie Gelegenheitsgedichte.

Besondere Aufmerksamkeit erregte seine Schrift »Der erste Schritt zu künftigen Vereinigung der katholischen und evangelischen Kirche, gewagt von – fast wird man es nicht glauben- von einem Mönche, P.F.K. in W…«, die jedoch ohne sein Wissen durch Heinrich Braun herausgegeben wurde. Da er als Ordensmann im evangelischen Donauwörth lebte, traf er oft mit evangelischen Christen zusammen Dies war, wie auch einige andere Theologen seiner Zeit, für ihn der Anlass Überlegungen anzustellen, wie die konfessionellen Gegensätze überwunden und die Christen wieder zusammengeführt werden könnten.

Der Jesuit Aloys Merz hielt sofort nach Bekanntwerden in Augsburg eine Predigt gegen das Büchlein und veröffentlichte die Predigt als Gegenschrift. Auch Justus Möser veröffentlichte im Jahre 1780 unter dem Titel »Schreiben an den P.K. in W… Von dem Verfasser der patriotischen Phantasien«. Eine zweite im Jahre 1783 erschienene Auflage des Werks wurde übrigens von der Inquisition in Rom auf den Index gesetzt und somit verboten. Mayr wurde mit einem Verweis und einen zeitweisen theologischen Lehrverbot belegt. In den Jahren 1787 bis 1789 gab er selbst nochmals im Rahmen seines dreibändigen Werkes »Vertheidigung der natürlichen, christlichen und katholischen Religion nach den Bedürfnissen unserer Zeiten« heraus. Im letzten Band veröffentlichte er unter dem Titel »Anhange von der Möglichkeit einer Vereinigung zwischen unserer und der evangelisch-lutherischen Kirche«, wo er sich auch über seine zuvor publizierte Schrift äußerte.

Benedict Stattler sprach sich auch gegen den Theologen Mayr in seinem Werk »Plan zu der allein möglichen Vereinigung im Glauben … samt einem Anhange gegen einen neuen und weiter fortschreitenden Febronius in Wien« aus.

Es sei eine erste ausführliche zusammenhängende Apologie des katholischen Christenthums gegen alle vornehmsten Einwürfe der Neuerer Mayr hielt sich für den Inhalt der ersten beiden Theile hauptsächlich an Bergier, benutzte aber nebenbei auch die Werke deutscher Protestanten, Leß, Döderlein u. A. Mit der Nachweisung des unfehlbaren Lehramtes der Kirche [im 3. Teil] verbindet er irenische Tendenzen: er will den Begriff der kirchlichen Unfehlbarkeit so weit restringiren, als es möglich ist und geschehen muß, wenn man eine positive Möglichkeit der Wiedervereinigung der Protestanten mit der katholischen Kirche begründen will.

Bei den von Stattler genannten Theologen handelte es sich um Gottfried Less, Professor für Theologie in Göttingen, (1736-1797) und Johann Christoph Döderlein (1745-1792), Theologieprofessor an der Universität zu Jena.

Bereits im Jahre 1792 wurden Schriften von Mayr auf den Index der Katholischen Kirche gesetzt.

Am 28.04.1794 starb der Theologe und Schriftsteller Beda Mayr im Kloster Donauwörth im Alter von gerade einmal 52 Jahren.

Werke:

  • Der erste Schritt zur künftigen Vereinigung der katholischen und der evangelischen Kirche. Gewaget von - Fast wird man es nicht glauben, gewaget von einem Mönche. 1778
  • Etwas an Herrn Nicolai, Buchhändlern in Berlin, und seinen Recensenten, 1786
  • P. Beda Mayrs Apologie seiner Vertheidigung der katholischen Religion, Augsburg 1790
  • P. Beda Mayrs Antworten auf zwo sogenannte Kritiken über sein Werk: ›Vertheidigung der Religion‹, Augsburg 1790
  • Verteidigung der natürlichen, christlichen und katholischen Religion: Nach den Bedürfnissen unserer Zeiten. Vertheidigung der christlichen Religion, Augsburg 1787-1789
  • P. Beda Mayrs Anfangsgründe der Mathematik und Algebra. Zum Gebrauche in höhern und niedern Schulen, Augsburg 1792

Letzte Änderung der Seite: 02. 10. 2017 - 23:10