EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Johann Peter Langer

* 01.07.1756 in Kalkum bei Düsseldorf
† 06.08.1824 in München

Johann Peter Langer (1756-1824) war ein deutscher Maler religiöser und profangeschichtlicher Werke.
Johann Peter Langer (1756-1824)

Geboren wurde Johann Peter von Langer am 01.07.1756 in Kalcum, heute ein Stadtteil von Düsseldorf. Der Vater Anton Langer (1721-1788) war ein aus Schlesien stammende Gärtner des Grafen Hatzfeld in Köln und war mit Maria Sibilla Walter verheiratet.

Langer begann im Jahre 1775 als einer der ersten Studenten der kurfürstlichen Kunstakademie seine Ausbildung in Düsseldorf bei Lambart Krahe (1712-1790). Bereits im folgenden Jahr gewann er den 2. Preis und im Jahre 1778 den mit einem Stipendium verbundenen ersten Preis in der Akademieausstellung mit der Zeichnung »Bocchus übergibt den gefesselten Jugurtha an Sulla«.

Im Jahre 1784 wurde Johann Peter von Langer zum Professor an der Akademie berufen und im Jahre 1788 unternahm der Künstler eine Studienreise nach Holland. Als der Künstler im Jahre 1789 im »Teutschen Merkur« in einer Anzeige Kopien nach Stichen von Marcanonio Raimondi anbot. Im Jahre 1790 folgte Langer seinem ehemaligen Lehrer Lambart Krahe als Direktor der Akademie nach. Als im Herbst des Jahres 1794 französische Revolutionstruppen Düsseldorf besetzten, floh Langer nach Duisburg. Er fand im Hause des Duisburger Unternehmers Johann Böninger (1756-1810). Beide Männer gründeten gemeinsam das »Mechanographische Institut« und produzierten Blumentapeten. Dem großen Weimarer Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe zollten die »durch Geschmack und Zierlichkeit« gestalteten Figurentapeten Respekt ab. Langers »Mechanographische Gemälde« wurden zunächst mit Öl auf Leinwand gebracht und für die Serienproduktion wurden Schablonen angefertigt. Meist wurden die Werke der griechischen Mythologie als Grisaillen in der Art von Flachreliefs wiedergeben.

Zusammen mit seinem Sohn Robert (1783-1846) und Böninger unternahm er im Jahre 1798 eine Reise nach Paris um die Tapeten in einer Ausstellung zu präsentieren. Zugleich fand er auch die Gelegenheit seine künstlerischen Studien in den Pariser Museen fortzusetzen. Im Jahre 1801 wurde, auf Grund der schwierigen politischen Situation in Deutschland die Tapetenfabrik nach Paris verlegt während sich Langer in Düsseldorf dem Wiederaufbau der Akademie widmete. Bereits im Jahr 1802 konnte er 42 Studenten verzeichnen. Zugleich wurde ihm auch die Leitung der Düsseldorfer Gemäldesammlung übertragen.

Im Jahre 1806 erfolgte von Langers Berufung an die neu zu gründende Akademie der Bildenden Künste nach München. Es gelang ihn Friedrich Wilhelm von Schelling als Generalsekretär zu gewinnen. Sein gesellschaftliches Ansehen wuchs schnell, bereits im Jahre 1808 verlieh im der bayerische König Max I. Joseph den persönlichen Adel.

Die Kunst von Johann Peter von Langer war in der Frühzeit durch die holländische Malschule geprägt, so zeigten seine Werke einen stark malerischen Einschlag. Dieser wurde doch im Laufe der Jahre durch Einflüsse des französischen Klassizismus zurückgedrängt. Durch seinen Pariser Aufenthalt kam der entscheidende Einschnitt, kehrte er doch 1799 als Klassizist nach Deutschland zurück. In jener Zeit entstand auch seine Vorliebe für den italienischen Maler Raphael. Diesen stellte er auch in den zukünftigen Jahren seinen Schülern stets als Vorbild vor.

Auch als Porträtmaler hattte Langer ein sehr umfassendes Werk der Nachwelt hinterlassen. So ist das Brustbild seiner Frau eine seiner frühen Porträtarbeiten, Bildnisse der älteren Frau Böninger und der jüngeren Frau Arnold Böninger zählen zu seinen besten Portraitwerken. Zu Beginn seiner klassizistischen Ära wurden seine Werke noch als Überwindung der späten Ausläufer des Barocks gefeiert. Durch seine Arbeit an den »mechanographischen Gemälden« verloren seine Werke jedoch an Kraft und Originalität. Seine Werke wurden jedoch im Laufe der Zeit durch Romantiker und Realisten immer mehr verdrängt. In seinen späteren Werken fanden sich auch Einflüsse der jungen »Nazarener«. Sein letztes bedeutendes Werk entstand nach einer Reise durch Oberitalien das Werk »Die Vermählung der Maria«.

Auch als Lehrer hatte Langer einen großen Einfluss auf eine ganze Generation von Malern des ersten Viertels des 19. Jahrhunderts. Peter Cornelius zählte zu den bedeutendsten Schülern des Gelehrten. Dieser, den er noch in Düsseldorf unterrichtete, trat nach dem Tode Langners seine Nachfolge an der Münchener Akademie an.

Der Künstler und AKademiker war zu seiner Zeit sehr angesehen und gehörte seit dem Jahre 1808 der Preußischen Akademie der Künste an. Im folgenden Jahr wurde er in die Akademie der Wissenschaften und Künste zu Amsterdam aufgenommen. Eine weitere Aufnahme in die Österreichische Akademie der Künste erfolgte im Jahre 1813.

Langer heiratete er die Radiererin Maria Josepha Kleyen, der Tochter des Düsseldorfer Kupferstechers Johann Joseph Kleyen. Das Paar hatte 3 Söhne, darunter Robert, der ab 1841 Direktor der Königlichen Gemäldesammlung war und die Pinakothek im Auftrage des bayerischen Königs Ludwig einrichtete.

Der Historienmaler und Direktor der bayerischen Akademie der Künste Johann Peter von Langer starb am 06.08.1824 in seiner Wahlheimat München.

Werke:

  • Brustbild der Maria Josepha Langer, 1788
  • Bocchus übergibt den gefesselten Jugurtha an Sulla, 1778
  • Die Horatier, 1795
  • Die alte Frau Böninger, 1795
  • Die junge Frau Arnold Böninger, 1795
  • Catharina Elisabeth Böninger, 1806
  • Badende an einem Waldsee
  • Die Vermählung der Maria, 1822

Letzte Änderung der Seite: 19. 09. 2017 - 22:09