EPOCHE NAPOLEON


von der Bastille bis Waterloo

Wasili Wassiljewitsch Kapnist

* 23.02.1759 in Obukhovka Mirgorodskogo im Gouvernement Poltawa
† 09.11.1823 in Mirgorodskogo im Gouvernement Poltawa

Wasili Wassiljewitsch Kapnist (1759-1823) war ein aus der Ukraine stammender russischer Dichter und Übersetzer.
Wasili Wassiljewitsch Kapnist (1759-1823)

Geboren wurde Wasili Wassiljewitsch Kapnist im ukrainischen Dorf Mirgorodskogo im Gouvernement Poltawa am 23.02.1759. Er entstammte einer adeligen Familie. Sein Vater war Oberst im Mirgoroder Regiment. Er fiel sechs Monate vor der Geburt seines Sohnes in der Schlacht von Groß-Egersdorf.

Im Januar 1771 wurde Wassili Wassiljewitsch Kapnist nach St. Petersburg geschickt, wo er im Range eines Gefreiten in die Kadettenschule des Izmailo Regiments aufgenommen wurde. Eine Beförderung zum Fähnrich und schließlich zum Feldwebel folgte rasch aufeinander.

Im Jahre 1773 wurde er in das Preobrazhensky Regiment in St. Petersburg versetzt. Dort gehörte Gabriel Derschawin, sein späterer langjähriger Freund, zu seinen Kameraden. Doch schon im Sommer des Jahres 1775 erbat er seinen Abschied aus der Armee. Er beabsichtigte sich von nun an der Literatur zu widmen. Ab dem Jahre 1780 zog er sich wieder in seine Heimat zurück und kam nur noch gelegentlich nach St. Petersburg.

Seine Ehefrau Alexandra Alexsewna Djakowa war eine Schwägerin seines Freundes Derschawin. Dieser schrieb selbst Gedichte.

Kapnist selbst verfasste Komödien und Satiren. Seine Stücke waren bei den Zeitgenossen sehr populär. Im Jahre 1774 schrieb er seine erste patriotische Ode anlässlich des russischen Sieges über die Türkei. Um das Jahr 1775 gehörte er zum literarischen Kreis um N.A. Lvov, Derschawin, I.I. Hemnitser.

Seine erste große Satire unter dem Titel »Satire I« erschien im Jahre 1780 in der Zeitschrift »St. Petersburger Bulletin«. Hiermit löste der junge Dichter einen Skandal aus, weil er seine Kritiker für inkompetent hielt und an die vielen zunächst kritisierten Schriftsteller dachte, die zu Lebzeiten verkannt wurden. Hier wurde er von seinem Freund Hemnitser durch eine Fabel und mehrere Epigramme bestärkt.

Hierbei stachen insbesondere die »Ode auf die Knechtschaft« aus dem Jahre 1783 und die »Prozeßschikane« aus dem Jahre 1798 hervor. Seine literarische Tätigkeit fand überwiegend in der Ukraine statt. Im Jahre 1785 wurde er auch in die russische Akademie der Wissenschaften aufgenommen und fertigte Übersetzungen des Horaz und von Molière für diese an.

Bereits im Jahre 1796 hatte er seine erste Gedichtsammlung veröffentlicht. Im Jahre 1798 veröffentlichte er eine in Alexandrinen gereimte Komödie »Jabeda«. Auch eine beißende Satire auf die russische Justiz geriet zunächst bei der Zensur auf Missachtung. Erst unter Zar Paul I., dem das Stück gefiel, durfte das Stück auf der Bühne aufgeführt werden.

Im Jahre 1785 wählten die Kiewer Adeligen ihn zu ihren Anführer.

Eine enge Freundschaft pflegte Kapnist zu Iwan Matwejewitsch Murawjow-Apostol. Er war der Vater des späteren Dekabristenführers Sergei Iwanowitsch Murawjow-Apostol.

Sein Sohn Alexei Wassiljewitsch Kapnist gehörte im Jahre 1825 zum Kreis der Dekabristen. Er wurde im Dezember 1825 verhaftet und nach dem Verhör auf freien Fuß gesetzt.

Werke:

  • Satire I, 1780
  • Ode auf die Knechtschaft, 1783
  • Prozeßschikane, 1798
  • Jabeda, 1798

Letzte Änderung der Seite: 10. 09. 2017 - 23:09