Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Sehnsucht nach Ruhe

Herr! Deine Magd ist müde;
O, nimm sie ein zur Ruh'!
Hienieden ist kein Friede;
Herr Jesu! rufe Du.

     Ich habe kein Gefallen
An Tand und eitlem Scherz,
Muß still und einsam wallen,
Kein Herz für dieses Herz.

     Viel hat es wohl gelitten –
Ach, Herr! noch mehr gefehlt –
Manch heißen Kampf gestritten,
Die Wunden still verhehlt.

     Das kann nun hier nichts halten,
Kein Glück, kein goldner Schein;
Es sucht bis zum Erkalten,
Herr Jesu! Dich allein.

     Sein Schatz ist nicht hienieden,
Drum kann es hier nicht ruhn.
So nimm es ein zum Frieden –
O ja! Du wirst es thun.

     Und wenn in treuem Sehnen
Dies arme Herz nun bricht,
Und wenn in heißen Thränen
Erlischt der Augen Licht:

     Dann neigst Du Dich herüber,
Dann hab' ich abgebüßt,
Dann nimmst du mich hinüber,
Wo Heil und Gnade ist.

Herbst 1815.

Letzte Änderung der Seite: 17.10.2026 - 10:36