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Spiegel der Muse

Entstanden 1799, Erstdruck 1799.

Sich zu schmücken begierig, verfolgte den rinnenden Bach einst
   Früh die Muse hinab, sie suchte die ruhigste Stelle.
Eilend und rauschend indes verzog die schwankende Fläche
   Stets das bewegliche Bild; die Göttin wandte sich zürnend;
Doch der Bach rief hinter ihr drein und höhnte sie: Freilich
   Magst du die Wahrheit nicht sehn, wie rein dir mein Spiegel sie zeiget!
Aber indessen stand sie schon fern, am Winkel des Seees,
   Ihrer Gestalt sich erfreuend, und rückte den Kranz sich zurechte.

Letzte Änderung der Seite: 17.10.2026 - 10:36