Historische Quellen für das Jahr 1789

[1788 oder Anfang 1789.]

Ich schicke Ihnen hier lieber Herr Hofrath einen Clienten. Es ist der Sohn des Pfarrers in Berka. Haben Sie doch die Güte ihn anzusehn und ein wenig zu tentiren, der Vater hat mich sehr gebeten mich für ihn zu verwenden. Wenn er brauchbar ist findet sich ja vielleicht in der Folge ein Plätzchen für ihn. Der Alte unterstützt ihn gern noch eine Weile. Ich wünsche gegenwärtig nur daß Sie ein wenig beurtheilen was an ihm ist. Verzeihen Sie diese Bitte.

G.

[1788 oder Anfang 1789.]

Da ich nach Hofe gehe und also nach Tische außer dem Hauße bin; so werde ich gegen fünf Uhr zu Ihnen kommen und über die vorliegenden Geschäfte sprechen.

G.

Weimar den 5. Januar 1789.

 

Ich habe einige Tage das Zimmer, ja sogar das Bett hüten müssen, du erhältst also später ein Wort auf deinen Trauerbrief. Der gute Wiedeburg hat mich sehr gedauert, mehr, daß er des Lebens nicht sonderlich froh ward, als daß er gestorben ist.

Hier schicke ich die versprochenen Kupfer, theile sie unter die Wohlwollenden aus. Komm doch bald wieder, du wirst doch nicht den 12. hujus in Jena zubringen wollen?

Moritz grüßt. Er lehrt den Herzog Englisch, es geht unglaublich schnell.

G.

 

 

 

[Weimar, Anfang Januar 1789?]

 

Bey Ew. Wohlgeb. bringe ich das römische Carneval wieder in Erinnerung. Wollte man es auf Ostern herausgeben, so wäre es Zeit nun daran zu dencken. Ich bin eben dran einiges für den Merkur aufzusetzen und könnte bey der Gelegenheit auch die einige Bogen zusammenschreiben welche die Kupfer begleiten sollen.

Dem Künstler mit dem ich in Abrechnung stehe habe ich 15 Dukaten zu gute gethan, er wird damit zufrieden seyn, in Betracht daß wir alle Blätter brauchen können. Ich bitte gelegentlich um deren Ersaz und erwarte was Sie übrigens über diese Entreprise beschließen.

Goethe.

Vergebens habe ich bisher auf den letzten Bogen des achten Bandes gewartet. Haben Sie die Güte, mir solchen sobald als möglich zu überschicken. Auch wünschte ich zu wissen, in welcher Zeit Sie die bei Herrn Lips bestellten Titelkupfer zu haben Arbeiten einrichten zu können. Leben Sie wohl.

Weimar, den 26. Januar 1789.

v. Goethe.

Ich habe an dir bemerckt und habe durch Moritzen ausführlicher gehört daß du über den Brief im Merkur böse bist. Hätte ich vermuthet dich dadurch verletzen zu können; so würdest du ihn weder gedruckt sehn, noch würde ich schriftlich oder mündlich dieser Sache weiter erwähnt haben.

Gegenwärtig kann ich nichts weiter sagen als daß ichs ernstlich und aufrichtig gemeint habe, daß meine Absicht war: einen Grundstein zu künftigem gemeinschaftlichen Bau manches wissenschaftlichen Denckmals zu setzen. Gelingt das nicht und wir stehen in Prinzipien zu weit auseinander; so ist es ja besser es behandelt jeder die Sache auf seine Weise, als daß wir uns einander immer anzuähnlichen suchen und uns dann am weitsten entfernt finden wo wir uns eben zu begegnen glaubten.

Es ist mir sehr Ernst in allem was die großen ewigen Verhältniße der Natur betrifft und meine Freunde sollten über die Art wie ich meine Erkänntniße manchmal mittheile einigermassen nachsichtig werden.

Was übrigens in diesem Falle zu entschuldigen und zurecht zu legen ist das überlaße ich deinem freundschaftlichen Herzen das das beste dabey thun muß.

d. 28. Jan. 89.

G.

Ihre beyden Briefe haben mir viel Freude gemacht, sagen Sie mir ja von Zeit zu Zeit etwas. Von Ihnen ganz allein höre ich einen ernsthaften Wiederklang meiner ächten italiänischen Freuden. Wie sehr wünsche ich daß wir uns irgend in der Welt wieder begegnen möchten.

Danck für die Zeichnung der Figuren von der Vase. Es ist eine kostbare Composition. Oder wie Moritz will, man soll nicht Composition sagen, denn solch ein Werck ist nicht von aussen zusammengesetzt, es ist von innen entfaltet. Ein Gedancke in mehreren Figuren verkörpert.

Die symmetrische Art die Figuren zu stellen, hatte eigentlich die Absicht daß die Gestalten zugleich ein Zierrath werden sollten. Auch bin ich überzeugt daß in dieser symmetrischen Art mehr Manigfaltigkeit zu zeigen war als in unsrer neueren. Dieß scheint ein tolles Paradox. Vielleicht sind Sie aber auch schon meiner Meynung. Ein andermal sage ich mehr davon.

Man ist in den neuern Zeiten, nach meinen Begriffen selten wieder auf die Spur der alten Denckart ge kommen, und wenn auch ein Meister sich ihr näherte, so verließen die Nachfolger solche gleich. In unsern Tagen scheint sie mir ganz verschwunden. Eben der Punckt wo wir uns wegen Circe vereinigten, ist ein Hauptpunckt. Die Alten sahen das Bild als ein ab– und eingeschloßnes Ganze an, sie wollten in dem Raume alles zeigen, man sollte sich nicht etwas bey dem Bilde dencken sondern man sollte das Bild dencken und in demselben alles sehen. Sie rückten die verschiednen Epochen des Gedichtes, der Tradition zusammen und stellten uns auf diese Weise die Succession vor die Augen, denn unsre leiblichen Augen sollen das Bild sehen und genießen.

Das hat Carrache wohl gefaßt. Merkur legt eine Pflanze in den Becher, wenn er beym Homer dem Ulyß die antimagische Pflanze lang vorher giebt. u.s.w. Wie erbärmlich quälen sich nicht neuere Künstler um die kleinsten historischen Umstände. Aber freylich jenes ist nicht jedem gegeben. Raphael hatte diese Sinnesart penetrirt, seine Verklärung ist ein deutlicher Beweiß.

Verzeihen Sie ich bin heute zerstreut und von Carnavals Lustbarkeiten ist mir der Kopf wüste; doch soll dieser Brief fort und er ist beßer als nichts.

Den Johannes Kopf, für welchen ich im Voraus dancke, schicken Sie mir ja mit der Thurneysischen Sendung, auch etwa die Juno und was Sie sonst haben. Kniep wird auch für mich etwas hinzufügen. Sorgen Sie doch daß man ein Zettelchen zu Thurneysens Nachricht beylegt, was für mich ist.

Könnten Sie nicht eine Gypsform über die schöne Münze machen, welche der Beichtvater der Königinn besitzt, und mir solche zuschicken. Vielleicht können Sie die Erlaubniß haben.

In Deutschland wird viel erbärmliches über die Kunst geschrieben. Die Berliner Akademie, wovon Riem Sekretair ist, zeichnet sich besonders aus.

Schreiben Sie mir ja, wie es mit dem Rufe geht den Sie nach Zürch haben, noch wünsche ich und hoffe ich es möge sich fügen daß wir einander näher kommen.

Schicken Sie mir auch etwas von Ihren eignen Produckten und blicken in den achten Band meiner Schriften der bald anlagen wird. Leben Sie wohl und schreiben mir bald wieder.

G.

Berlin, 7 März 1789.

Ich sende Ihnen hier, Theurester und Verehrungswehrter Mann, das neue Quartal der Berl. Monatsschrift. In dem neuesten Stücke (März, Nr. 1) hat ein Ungenannter, wie mich dünkt in einer sehr feinen u. schön ausgedrückten Allegorie den Unterschied der Wolfischen und Kantischen Philosophie angegeben: wie jene stolz dogmatisch, eilig von Schluß auf Schluß u. Beweis auf Beweis schreitend, u. eingebildet Wahrheitschaffend; diese hingegen warnend, die Schwierigkeiten kennend u. anzeigend, u. daher wahrhaft belehrend u. nützlich ist. Der Verfasser (der aber unbekannt zu bleiben wünscht) ist der sonst als Historiker schätzbare Professor Hegewisch zu Kiel.

Nehmen Sie übrigens, Theurester, auch diesen Anfang des neuen Iahrganges mit Ihrer gewohnten Güte an. Sie sehen, wir fahren auf unserm gewohnten Wege fort, und haben noch immer gute u. scharfsinnige Mitarbeiter. Treten Sie also auch mal wieder zu uns, wie Sie es sonst so fleißig und lehrreich thaten. - Ihre größern Arbeiten, die ich mit allen Kräften meines Geistes u. Gefühles bewundere, haben Ihnen freilich bis itzt alle Zeit zu solchen Nebensachen geraubt. Aber ich hoffe, daß Sie auch einst wieder gütig an die Monatsschrift denken werden; und das um so mehr, da Sie mir von Zeit zu Zeit durch Reisende Ihr fortdaurendes Wohlwollen nebst einem Versprechen, nächstens zu schreiben u. zu schicken, haben ankündigen lassen.

Mit dem größten Vergnügen erfahre ich, daß (was Sie vielleicht itzt Selbst noch nicht wissen) vor einigen Tagen das OberSchulkollegium beschlossen, Ihnen Ihr feststehendes Gehalt bis auf 500 Rthl. jährlich zu erhöhen. Dieser Zug von Gerechtigkeit, wodurch endlich eine langbegangene Nachläßigkeit wieder in etwas gut gemacht wird, hat alle denkende Menschen hier außerordentlich erfreut; u. daß um so mehr, weil durch keine Vorstellung von dort her (vom dortigen Staatsministerium oder sonst) sondern bloß durch die Erinnerung einiger wohldenkenden Glieder des O[ber]Schulkollegiums dieser Entschluß sogleich bewilligt und gefaßt ist. Mit dem lebhaftesten Antheil an dieser angenehmen Veränderung, welche Ihnen die so wohl verdiente größere Bequemlichkeit u. Gemächlichkeit schaffen kann, - wünsche ich nicht sowohl Ihnen dazu Glück, als vielmehr unsrer Regierung, welche durch solche Handlungen in den Augen eines nicht zu strengen Richters manche andere expiiren kann.

Der Genius unsers Vaterlandes erhalte Sie noch lange zu unsrer Ehre und zu unsrer Belehrung!

Leben Sie gesund u. wohl, und würdigen mich Ihrer fortdaurenden gütigen Freundschaft.

Biester.

HE. Prof. Kraus werde ich nächstens wegen eines nach England zu richtenden Schreibens antworten.

Allerdurchlauchtigster Grosmächtigster König
Allergnädigster König und Herr!

Die unverdiente Gnade, welche Ew: Königl. Majestät mir, durch das d. 3. Mart. ergangene und den 23sten eiusd. an mich gelangte Rescript, in einer jahrlichen Gehaltszulage von 220 Rthr haben angedeyen lassen, erregt mein ganzes Gefühl der innigsten und devotesten Dankbarkeit, für eine so gnädige Vorsorge, die meinem zunehmenden Alter, bey dessen zugleich vermehrten Bedürfnissen, eine so wichtige Unterstützung verschafft.

So wie ich in meinen bisher in Ew: Königl. Majestät Diensten angewandten Bemühungen mir nichts weiter bewust bin, als meine schuldige Pflicht beobachtet zu haben, so soll die mir jetzt erzeigte Königl. Gnade mir zur Triebfeder dienen, meine letzte Lebenszeit nach allem Vermögen zu demselben Zwecke eifrigst anzuwenden.  

In der tiefsten Devotion ersterbe ich als

Ew: Königl. Majestät
allerunterthänigster Knecht
Immanuel Kant
ProfessorLogices

Köigsberg, den 27sten Mart 1789.

Wir Maximilian Franz von Gottes Gnaden Erzbischof zu Köln, Bischof zu Münster etc. etc.
Thun hierdurch kund und zu wissen; obwohlen durch mehree von Unseren Herren Vorfahren an dem Hochstift Munster erlassenen landesherrlichen Verordnungen allen Unterthanen, welche zum Fischen und Krebsen nicht berechtiget sind, dieses schärfest verbothen ist; so erfahren Wir jedannoch mißfälligst, daß diesen landesrechtlichen Verordnungen immer mehr und mehr gewidert gehandelt, und das unerlaubte Fischen und Krebsen täglich gewaget werde.

Wir sind daher gnädigst bewogen worden, hierüber nachstehende geschärfte Verordnung ergehen zu lassen.

Besfehlen und verordnen also hiermit genädigst:

§ 1.

Allen und Jeden in dem Hochstift Münster wird das Fischen und Krebsen wie, und auf welche Art es immer geschehen mag, in den Flüssen, Bächen, Weyhern und Wässern, wo sie zum Fischen und Krebsen nicht berechtiget sind, hiermit wohlernstlich wiederholter verbothen.

§ 2.

Sollte nun Jemand dieser Unserer gnädigsten Verordnung zuwider das verbothene Fischen und Krebsen unternehmen; so soll derselbe, und ein jeder, welcher hierzu behülflich gewesen ist, zum erstenmal, nebst der rechtlichen Ersetzung des erweißlich zugefügten Schadens, in 25 Rthlr Strafe fürhaupts fällig ertheilet, und der Denuntions hievon die Halbscheid zu geniessen haben. Wenn aber der Excedent dieses Geldstrafe zu zahlen nicht im Stande ist; soll derselbe nach Ermessen des Frevels auf ein oder mehrere Tage, jedoch täglich nicht über drey Stunden, von des Ercedenten competenter Fiscal-Obrigkeit zum Brüchtenpfahl verdammet werden.

§ 3.Der nämlichen Strafe soll auch derjenige unterworfen seyn, welcher zum unerlaubten Fischen oder Krebsen Angeln, oder andere Werkzeuge, und Geräthschaft, wie die immer Namen haben, gelegt und gesetzt hat, wenn auch schon gar nichts gefangen ist: wie auch diejenigen, welche wissentlich von den Uebertrettern die Fische oder Krebse ankaufen, oder zu derer Verkauf behülflich sind.

§ 4.
Derjenige aber, welcher wegen unerlaubten Fischens oder Krebsens bereits einmal gestrafet ist, und dennoch zum zweytenmal dieser gnädigsten Verordnung zuwider handelt, soll von Unserm Hofrath oder des Excedenten sonstiger competenten Criminal-Obrigkeit zum Besserungshause wenigstens auf ein Jahr verdammet, und mit keiner Geldstrafe belegt werden; jedannoch bleibt Unserm Hofrath, oder des Excedenten sonstigem competenten Criminal-Richter, unbenommen, wegen Grösse des zugefügten Schadens, oder anderer eintretender die Strafbarkeit der Handlung vergrösserenden Umständen auch in diesem Fall unbenommen, den Excedenten auf längere Zeit zum Besserungs- oder zum Zuchthause zu verdammen.

§ 5.Da die bisher gnädigst bestimmten Strafen bey dem gemeinen Soldaten nicht angewendet werden können; so sollen diese wegen des verbothenen Fischens oder Krebsens jedes Mal mit der Regimentsstrafe abgestrafet, und diese Stafe, wenn die unerlaubte Handlung zum zweytennmal wiederholt wird, vergrössert, und die Uebertretter, wenn diese Stafen keine Besserung wirken, zum Besserungs- oder Zuchthaus verdammet werden. Es soll auch in den Städten, wo Garnisionen sind, die Wache die Soldaten, welche Fische oder Krebse in die Stadt hineinbringen oder aber mit den zum Fischen oder Krebsen gehörigen Werkzeugen ein- oder ausgehen, sofort gefänglich anhalten und von der Militair-Obrikeit die Untersuchung angestellet und das rechtliche nach Maasgabe dieser Unserer Verordnung verfüget werden.

§ 6.

Wie befehlen demnach sämtlichen Beamten, Richtern, Ober- und Untervögten hiermit gnädigst, dass dieselben den Innhalt dieser gnädigen Verordnung bey den etwa vorfallenden Uebertretungen genauest befolgen, und wieder die Uebeltreter obgemeldte Strafe strieckest vollziehen; und nach Unterschied der Fällen hierüber Unserm Hofrathe berichten.
Damit nun diese Unsere gnädigste Verordnung desto mehr zu jedermanns Wissenschaft gelange, soll dieselbe zum Druck befördert dem Intelligenzblatt dreymal einverleibet, gehörigen Orten angeschlagen, auf drey nacheinander folgenden Sonntägen von der Kanzel verkündiget, sodann davon dem Militair die erforderlichen Exemplarien, um diese Unsere gnädige Verordnung bey den Regimentern insbesondere bekannt zu machen, ferners den Beamten, den Richtern, den Magistraten in Städten, und Vorstehern in Wiegbolden, den Pfarrern, Gerichtsschreibern, Fiscis, Führern, Vögten, Schlmeistern des Krichdorfs und einem Wirthen des Kirchdorfs ein Exemplar mit dem fernen Auftrag zugestellet werden, daß solches Exemplar nach der dieserhalb annoch zu erlassenden Verordnung zur Sammlung eines zur Bedienung gehörigen und bey derselben verbleibenden Ediktenbuchs gelegt werden soll. Urkund Unseres gnädigsten Handzeichens und demgedruckten geheimen Kanzleyinsiegels.

Bonn, den 4. May 1789.

Maximilian Franz, (L.S.)
Kurfürst

Die Nationalversammlung beschließt in Anbetracht, zusammengerufen worden zu sein, um die Verfassung des Königreichs festzulegen, die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung zu bewerkstelligen und die wahren Grundsätze der Monarchie zu behaupten; dass nichts sie hindern kann, ihre Beratungen fortzusetzen, an welchem Ort man immer sie zu tagen zwingt, und dass schließlich überall dort, wo ihre Mitglieder versammelt sind, die Nationalversammlung ist.


Alle Mitglieder dieser Versammlung leisten sogleich einen feierlichen Eid, sich niemals zu trennen und sich überall, wo die Umstände es gebieten, zu versammeln, so lange, bis die Verfassung des Königreiches ausgearbeitet ist und auf festen Grundlagen ruht; alle Mitglieder, doch jeder für sich, bestätigen nach dem Ablegen besagten Eides diese unumstößliche Entschließung durch ihre Unterschrift.

Wer weiß nicht, wie groß Ludwig der Sechzehnde denkt? Wem sind seine erhabenden Gesinnungen für das Wohl seiner Unterthanen nicht bekannt? Das große Werk, dem gemeinen Manne Lasten abzunehmen, die ihm bey all seiner unglaublichen Geduld --- bey all seiner rastlosen Arbeit um Brod für sein Weib und Kind immer tiefer ins Elend drückten; das große Werk, den aufgeblasenen Stolz mit dem Kerker der Freiheit zu stürzen, den immer weiter um sich greifenden Wucher zu setzen, und die stinkenden Pfützen der Trägheit und des Müßiggangs in fruchtbare Acker umzuschaffen; das große Werk, sag´ ich, weitschichtige und schon halb gesunkene Länder wieder zu erheben --- wieder blühend zu machen, und unter Millionen Menschen, denen bisher das Leben eine Bürde war, ein allgemeines Frolocken zu erwecken; dies große, Gott ähnliche Werk hat Ludwig der Sechzehntde zur Bewunderung aller gekrönten Häupter in Europa, und zum Erstaunen ihrer Völker seit einigen Monden angefangen, bis heute fortgeführt, und noch ehe der traurige Wiederhall des Jammers benachbarter Nationen, unter denen indessen das Mordgetümmel herrschte, aufhören wird; die friedlichen Luftkreise zu erschüttern, wird es heißen: es ist vollbracht das Werk, das die Kräften und den Muth manches Riesen erschöpfte, und dessen weiten Umfang manch großer Geist nicht umfassen konnte; es ist vollbracht, zum immerwährenden Glück der bisher unterjochten Gallier, und zum unsterblichen Ruhm ihres erhabenen Königs!

Allein, eine solch große Unternehmung, deren Ziel hauptsächlich ist: das Staatssystem eines ganzen Königreichs zum Besten der Bürger umzuändern, kann nicht ausgeführt werden, ohne daß hie und da Gährungen und Aufrühre entstehen. --- Der gemeine Mann, ungeduldig auf den Zeitpunkt, der ihn Freiheit und Glück in vollen Maaße bringen wird, will aus eigener Gewalt sein Joch gleich von sich werfen, gleich seinen Vorgesetzten Hohn lachen, der doch sein Ansehen behaupten will, bis der rechte Zeitpunkt ihm abzutreten winkt; inzwischen versammelt sich das Lupnengesindel, und Rotten verworfener Taugenichts, Schwindelköpfe und widerspenstiger Bettler, die es allemal nach einer Zeit der Verwirrung und Zerrüttung hungert, häufen sich zusammen, und würdig und unaufhaltsam ist alsdann der verderbliche Aufruhr.

Da das Gerücht von dem Aufruhr in Straßburg tausendfältig und meistens ganz falsch ist, und da es sowohl dem Bürger dieser Stadt als dem Fremden aus verschiednen Ursachen angenehm seyn muß, daß alles, wenigstens das Wichtigste das sich bey diesem höchst betrübten Aufruhr zutrug, der Wahrheit gemäß öffentlich bekannt gemacht werde; so liefere ich hiermit eine ausführliche Beschreibung davon; der man um desto mehr Glauben beymessen kann, da ich ein Augenzeuge war und sichere Berichte eingesammelt habe.

Sonntag, den 18ten Juli gegen 9 Uhr Abends ward das rothe Haus, ein neuerrichtetes Gasthaus, auf dem Paradeplatze, sehr schön beleuchtet. Dies geschah eigentlihc in der Absicht, die Freude dadurch öffentlich zu bezeugen, die eine sehr willkommene Botschaft von Versailles den nemlichen Tag verursacht hatte; allein es gab auch Anlaß zu einem Zusammenlauf vieler Leute von jeder Art. Knaben von 8 bis 16 Jahren versammelten sich haufenweise, taumelten in der wildesten Ausgelassenheit auf dem Platze herum, schrien aus vollem Halse: „Vive le Roi! – einige von ihnen brachten indessen Stroh und Holz herbey und machten ein kleines Freudenfeuer; andere liefen von einem Hause zum andern, pochten wüthend an Thüre und Läden, und ihr Geschrey: eine Laterne heraus, oder wir werfen die Fenster ein““ versetzte jedermann in Furcht und Schrecken, und in kurzer Zeit waren die meisten Häuser der Stadt beleuchtet, und in wenigen die Fenster eingeworfen.

Sonntag, den 19ten gegen 9 Uhr Abends rotteten sich die Knaben wieder auf dem Paradeplatze zusammen, machten noch einen gräßern Lermen als den vorigen Tag; ihr Freudenfeuer ward diesmal auch größer, und das Spiel, das sie auf verschiedene Art mit Pulver und Racketen trieben, zog eine Menge Menschen dazu, worunnter dem größten Theile diese Ausgelassenheit gefiel; und eben dadurch stimmte sich ein Haufen Missvergnügter zusammen, die um Mitternacht das Haus de Herrn Ammeisters Lemp umringten, die Thür einschlugen, und den gnädigen Herrn mit den besten Vorsatz aufsuchten, um ihn ohne Gnad und Barmherzigkeit auf der Stelle umuzbringen. Vermuthlich wäre dies auch geschehen, wenn nicht der Herr Kommandant, Baron von Klingkling, ein Beyspiel seines großen Herzens, seiner klugen Vorsicht und seiner beständigen Wachbarkeit gegeben hätte; denn kaum war dies Haus bestürmt, so stund er schon an der Spitze der Reuterey vor demselben, und rettete das Leben des Herrn Ammeisters.

Montag den 20ten gegen 2 Uhr Nachmittags, ritt dieser edle Kommandant selbst in der Stadt herum, und kündigte an: das Brod und Fleisch wohlfeiler werden, und daß alles zum Besten der Bürger ausfallen wird. Er ermahnte zugleich den großen Haufen von Knaben, der ihn begleiteten und umringten, sich zufrieden zu stellen; und seine gelinde Herablassung und seine wohlmeinende Fürsorge gewann ihre Herzen und jene ihrer Väter. Gegen 4 Uhr versammelte sich der Magistrat auf der Platz (Rathahus) um sich über einige Anforderungen der Herrn Representanten der Bürgerschaft zu berathschlagen. Während der Berahtschlagung häufte sich eine Menge Volks ium die Pfalz herum; muthwiillige Buben warfen Steine in die Fenster derselben, und das Gemurmel vieler Missvergnügten kündigte einen nahen schrecklichen Aufruhr an. Sogleich kam das Militär bewaffnet, umringte die Pfalz, konnte aber das unaufhörliche Werfen in die Fenster derselben nicht verhindern, und dadurch sahen sie die Herrn genöthigt, die Pfalz zu verlassen und unter der Begleitung der Reuterrey, sich auf die ganz nahe dabey gelegene Zunft der Kaufleute zu begeben. Ungefehr um 6 Uhr unterschrieben die Herrn von der Pfalz die Anforderungen der Herrn Representanten, und Ruhe und Zufriedenheit herrschten wieder in der ganzen Stadt. Ihre schöne und ungezwungene Beleiuchtung verrieht, eine allgemeine Besänftigung, und das vortreffliche Gemälde, das mit der Aufschrift: Parem re dicumt cives, dicentque nepores; auf Deutsch: Die Bürger nenen dich ihren Vater, und ihre Enkel werden dich auch so nennne; über das Thor des Hotels des Herrn Baron von Klingkling aufgestellt wurde, bewieß eine allgemeine Dankbarkeit gegen diesen für das Wohl der Bürger wachbaren und edeldenkenden Mann.

Dienstag den 21ten Vormittags gieng das Gerücht in der Stadt  herum: der Magistrat wolle seine gestrige Bewilligung widerrufen, und seine Unterzeichnung für ungültig erklären, weil sie erzwungen ward. Dies war genug, um den noch glimmenden Aufruhr der Missvergnügten in Flammen aufzulodern. Das Volk lief zusammen, schadenfrohe Pursche gesellten sich Rottenweise, Männer und Weiber, elende und verworfene Geschöpfe, deren wilder Ansehen Zerstörung drohte, befeuerten einander ihre Wuth und schon vor 3 Uhr Nachmittags sah die Pfalz ihrer augenblicklichen Zerrüttung entgegen. Das Militär stellte sich gewaffnet um die pfalz herum; allein, Trotz aller klugen Anstalten und Vorsicht des Herren Grafen von Rochambeau und des Herrn Barons von Klinkling wurde zuerst die Pfalz mit Steinen bestürmt, dann mit Leitern erstiegen, und alle Mobilien, die darinnen waren, alle Bücher und Schriften wurden zerstückt, zerrissen und zu dem Fenstern hinausgeworfen. Diese sömmtlche Arbeit dauerte von 4 bis gegen 8 Uhr. Indessen fiel man auch über die Ohmgeld- und Almosenstube, zerstückte ebenfalls alle Mobilien und Schriften, zerschlug die Kästen und raubte das Geld. Der Stadthauskeller wurde erbrochen, die Fässer darinnen eröffnet, und gegen tausend Ohmen Wein gieng zu Grund. Hierauf zog man zwey Stadtkutschen auf den Paradeplatz, zerschlug und verbrannte sie. Dann bestimmte man das Haus des Herrn Fünfzehner Moog, der die Flucht über das Dach nahm und sich rettete. Der Garten des Herrn Fünfzehner Flach vor dem Metzgerthor wurde gänzlich zerstört und noch verschiedene andere Häuser wurden überfalen, die aber das Militär von ihrer Zerstörung befreyete. Beede Durchlauchten Prinz Maimilian von Zweybrücken und Prinz von Darmstadt an der Spitze ihrer Regimenter thaten der Wuth großen Einhalt durch ihre vortrefflichen Anstalten und Wachbarkeit während der ganzen Nacht.

Mittwoch den 22ten versammelte sich die Bürgerschaft; und die Gefahr, die ihnen das Gemurmel vom Häuserniederreisen und von Mordbrennen drohete, brachte sie zum Entschlusse, sich zu bewaffnen, Tag und Nacht einstimmig mit dem Militär in der Stadt herum zu patrouilliren, das Gesindel aufzusuchen und Sicherheit und Ruhe der Stadt zu verschaffen. Das Zeichen der bürgerlich Gesinnten ward eine weise Binde um den linken Arm.

Donnerstag den 23tehn waren schon über 300 verdächtige Menschen eingekerkert. Bey einigen von Ihnen fand man gestohlene Effecten und Geld. Mittags wurde ein Zimmergesell von 19 Jahren, gebürtig von Mainz, auf den Paradeplatze aufgehängt.

Freitags den 24ten gieng nichts besonders vor. Das auswärtige Gerücht, daß einige sind aufgehängt worden, ist gänzlich falsch.

Samstag den 25ten wollte man das Holzmagazin in Brand stecken, allein die Böswichte wurden vertrieben, von denen einige sich unter das nahe dabey stehende Wasser liefen, und sich, ungeachtet man auf sie feuerte, retteten.
Sonntag den 26ten ward alles still und ruhig.

Montag den 27ten sollte ein Kieser aufgehängt werden, und ein biersieder, der zum nemlichen loos verurtheilt wurde, aber Gnade erhielt, sollte diese traurige Hinrichtung mit ansehen; allein die Bürgerschaft begehrte Aufschub der Vollziehung, welche sie auch erhielt. Der Galgen wurde abens weggethan und nun ist wieder alles ruhig und still. Die Bürger tragen nun weiße Korkaden auf dem Hute, und man weiß nicht, wie lange sie noch unterm Gewehr die Stadt bewachen werden.

Straßburg, den 30. Juli 1789.

Da die Vertreter des französischen Volkes, als Nationalversammlung eingesetzt, erwogen haben, dass die Unkenntnis, das Vergessen oder die Verachtung der Menschenrechte die einzigen Ursachen des öffentlichen Unglücks und der Verderbtheit der Regierungen sind, haben sie beschlossen, die natürlichen, unveräußerlichen und heiligen Rechte der Menschen in einer feierlichen Erklärung darzulegen, damit diese Erklärung allen Mitgliedern der Gesellschaft beständig vor Augen ist und sie unablässig an ihre Rechte und Pflichten erinnert; damit die Handlungen der gesetzgebenden wie der ausübenden Gewalt in jedem Augenblick mit dem Endzweck jeder politischen Einrichtung verglichen werden können und dadurch mehr geachtet werden; damit die Ansprüche der Bürger, fortan auf einfache und unbestreitbare Grundsätze begründet, sich immer auf die Erhaltung der Verfassung und das Allgemeinwohl richten mögen.

Infolgedessen erkennt und erklärt die Nationalversammlung in Gegenwart und unter dem Schutze des Allerhöchsten folgende Menschen- und Bürgerrechte:

Art. 1.

Die Menschen sind und bleiben von Geburt frei und gleich an Rechten. Soziale Unterschiede dürfen nur im gemeinen Nutzen begründet sein.

Art. 2.

Das Ziel jeder politischen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und unveräußerlichen Menschenrechte. Diese Rechte sind Freiheit, Eigentum, Sicherheit und Widerstand gegen Unterdrückung.

Art. 3.

Der Ursprung jeder Souveränität ruht letztlich in der Nation. Keine Körperschaften, kein Individuum können eine Gewalt ausüben, die nicht ausdrücklich von ihr ausgeht.

Art. 4.

Die Freiheit besteht darin, alles tun zu können, was einem anderen nicht schadet. So hat die Ausübung der natürlichen Rechte eines jeden Menschen nur die Grenzen, die den anderen Gliedern der Gesellschaft den Genuß der gleichen Rechte sichern. Diese Grenzen können allein durch Gesetz festgelegt werden.

Art. 5.

Nur das Gesetz hat das Recht, Handlungen, die der Gesellschaft schädlich sind, zu verbieten. Alles, was nicht durch Gesetz verboten ist, kann nicht verhindert werden, und niemand kann gezwungen werden zu tun, was es nicht befiehlt.

Art. 6.

Das Gesetz ist der Ausdruck des allgemeinen Willens. Alle Bürger haben das Recht, persönlich oder durch ihre Vertreter an seiner Formung mitzuwirken. Es soll für alle gleich sein, mag es beschützen, mag es bestrafen. Da alle Bürger in seinen Augen gleich sind, sind sie gleicherweise zu allen Würden, Stellungen und Beamtungen nach ihrer Fähigkeit zugelassen ohne einen anderen Unterschied als den ihrer Tugenden und ihrer Talente.

Art. 7.

Jeder Mensch kann nur in den durch das Gesetz bestimmten Fällen und in den Formen, die es vorschreibt, angeklagt, verhaftet und gefangengehalten werden. Diejenigen, diewillkürliche Befehle betreiben, ausfertigen, ausführen oder ausführen lassen, sollen bestraft werden. Doch jeder Bürger, der auf Grund des Gesetzes vorgeladen oder ergriffen wird, muß sofort gehorchen. Er macht sich durch Widerstand strafbar.

Art. 8.

Das Gesetz soll nur solche Strafen festsetzen, die offenbar unbedingt notwendig sind. Und niemand kann auf Grund eines Gesetzes bestraft werden, das nicht vor Begehung der Tat erlassen, verkündet und gesetzlich angewandt worden ist.

Art. 9.

Da jeder Mensch so lange für unschuldig gehalten wird, bis er für schuldig erklärt worden ist, soll, wenn seine Verhaftung für unumgänglich erachtet wird, jede Härte, die nicht notwendig ist, um sich seiner Person zu versichern, durch Gesetz streng vermieden sein.

Art. 10

Niemand soll wegen seiner Meinungen, selbst religiöser Art, beunruhigt werden, solange ihre Äußerung nicht die durch das Gesetz festgelegte öffentliche Ordnung stört.

Art. 11.

Die freie Mitteilung der Gedanken und Meinungen ist eines der kostbarsten Menschenrechte. Jeder Bürger kann also frei schreiben, reden und drucken unter Vorbehalt der Verantwortlichkeit für den Mißbrauch dieser Freiheit in den durch das Gesetz bestimmten Fällen.

Art. 12.

Die Sicherung der Menschen und Bürgerrechte erfordert eine Streitmacht. Diese Macht ist also zum Vorteil aller eingesetzt und nicht für den besonderen Nutzen derer, denen sie anvertraut ist.

Art. 13.

Für den Unterhalt der Streitmacht und für die Kosten der Verwaltung ist eine allgemeine Abgabe unumgänglich. Sie muß gleichmäßig auf alle Bürger unter Berücksichtigung ihrer Vermögensumstände verteilt werden.

Art. 14.

Alle Bürger haben das Recht, selbst oder durch ihre Abgeordneten die Notwendigkeit der öffentlichen Abgabe festzustellen, sie frei zu bewilligen, ihre Verwendung zu überprüfen und ihre Höhe, ihre Veranlagung, ihre Eintreibung und Dauer zu bestimmen.

Art. 15.

Die Gesellschaft hat das Recht, von jedem öffentlichen Beamten Rechenschaft über seine Verwaltung zu fordern.

Art. 16.

Eine Gesellschaft, in der die Verbürgung der Rechte nicht gesichert und die Gewaltenteilung nicht festgelegt ist, hat keine Verfassung.

Art. 17.

Da das Eigentum ein unverletzliches und heiliges Recht ist, kann es niemandem genommen werden, wenn es nicht die gesetzlich festgelegte, öffentliche Notwendigkeit augenscheinlich erfordert und unter der Bedingung einer gerechten und vorherigen Entschädigung.

Königsberg, d. 29sten December 1789.

 

Ihr gütiges Andenken an mich und das angenehme Geschenk, welches Sie, theuerster Mann! mir mit dem letzten Quartal Ihrer Monats-Schrift -gemacht haben, erregt in mir den Vorwurf  einer Undankbarkeit, in so b g e r Zeit diese Ihre Freundschaft gegen mich durch nichts erwiedert zu haben. Ich habe verschiedene Stücke für Ihr periodisches Werk angefangen, und bin immer durch dazwischenkommende nicht auszuweichende Stiihrungen unterbrochen und an der Vollendung derselben gehindert worden. Bedenken Sie indessen, werthester Freund! sechs und sechszig Jahre alt, immer durch Unpäßlichkeit gestöhrt, in Planen, die ich nur noch zur Hälfte ausgeführt habe und durch derley schriftliche oder auch öffentliche Aufforderungen von meinem Wege abgelenkt, wie schweer wird es mir alles, was ich mir als meine Welt denke, zu erfdien, ohne hier oder da eine zu verabsäumen? - Allein ich habe jetzt eine Arbeit von etwa nur einem Monate zu vollenden; alsdann will ich einige Zeit ausruhen und diese mit einigen Ausarbeitungen, im Falle sie Ihrer Monats-Schrift anständig sind, ausfüllen. Aber was ich schon längst hatte thun sollen, und immer wieder aus der Acht gelassen habe, das thue ich jetzt, nämJich Sie zu bitten, mit der Uebersendung Ihrer Monats-Schrift quartakeise sich ferner nicht unnöthigerweise in Kosten zu setzen. Denn, da ich die Stücke, so wie sie monatlich herauskommen, ohnedem von meinen Freunden communicirt bekomme, warum soll ich Sie damit belästigen? Die Unterbleibung dieser Zusendung wird nicht im Mindesten in mir den Eifer schwächen, Ihnen, hierin sowohl als in jedem andem Falle, nach dem meinem Vermögen zu Dienst zu s e p In Hoffnung auf Ihre gegenseitige
Freundschaft und Gewogenheit beharre ich jederzeit


Ihr ergebenster treuer Diener
Kant.


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