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Ausstellung »Im Auftrag seiner Majestät«

Ausstellung im LWL-Industriemuseum beleuchtet Reise des Oberbergrat Friedrich Wilhelm von Redens im Jahre 1782 ins Ruhrtal.

"Im Auftrag seiner Majestät"
Ausstellung im LWL-Industriemuseum beleuchtet Reise von Redens ins Ruhrtal

Der Auftrag kam von oberster Stelle: Preußen-König Friedrich II.
schickte Oberbergrat Friedrich Wilhelm von Reden im Jahr 1782 von Oberschlesien ins Ruhrtal. Er sollte seinem Dienstherrn eingehend über den Steinkohlenbergbau Bericht erstatten. Diese Reise ist Ausgangspunkt der Ausstellung "Im Auftrag seiner Majestät", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Sonntag, 15. Februar, um 11 Uhr in seinem Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop eröffnet.

Ende des 18. Jahrhunderts befand sich der Bergbau im Ruhrtal noch in den Anfängen. In den Berg getriebene Stollen erschlossen die Kohlelagerstätten. Auf den zahlreichen kleinen Zechen arbeiteten nur eine Hand voll Bergleute. Der Weg zum industriellen Ruhrgebiet war noch weit. Von Reden schilderte als genauer Beobachter den Betrieb in den kleinen Zechen und vergaß auch nicht, auf bestehende Missstände hinzuweisen. "Auf diese Weise vermittelt sein Bericht einen anschaulichen Eindruck vom Ruhrbergbau vor 220 Jahren", erklärt Dr. Olaf Schmidt-Rutsch vom LWL-Industriemuseum. Zahlreiche Bilder, Pläne, Dokumente und Modelle hat er für die Ausstellung zusammengetragen.

Der Bericht des Oberbergrats blieb nicht ohne Folgen: Wenige Monate später wurde der Freiherr vom Stein zum Leiter des Bergamts in Wetter berufen. Auf diese Weise wurde nicht nur die Grundlage für die bemerkenswerte Karriere des bedeutenden preußischen Reformers gelegt, auch der Bergbau an der Ruhr erhielt unter der neuen Leitung wichtige Impulse für eine stetige industrielle Entwicklung.

Im schlesischen Montanrevier setzte unter der Leitung Friedrich Wilhelm von Redens gleichzeitig eine kraftvolle Entwicklung ein:
Die staatlichen Bergwerke arbeiteten schon bald mit den neuen Dampfmaschinen. Auf den neuen Hüttenwerken in Gleiwitz und Königshütte wurden die ersten Koks-Hochöfen auf dem europäischen Festland errichtet. Schmidt-Rutsch: "Oberschlesien entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem Musterland der Frühindustrialisierung."

Die Ausstellung im Hafenmeistergebäude des LWL-Industriemuseums Schiffshebewerk Henrichenburg ruft die Persönlichkeit Friedrich Wilhelm von Redens in Erinnerung und stellt mit dem Ruhrgebiet und Schlesien zwei wichtige europäische Montanregionen an der Schwelle zur Hochindustrialisierung vor.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen: Olaf Schmidt-Rutsch
(Hg.): Friedrich Wilhelm von Reden (1752-1815). Beiträge zur Frühindustrialisierung in Oberschlesien und an der Ruhr. Das 110 Seiten starke illustrierte Buch ist im Klartext-Verlag erschienen und kann für 10 Euro im Museum erworben werden.


Veranstaltungsinformation:
Im Auftrag Seiner Majestät
Die Reise des Oberbergrats Friedrich Wilhelm von Reden von Oberschlesien ins Ruhrtal
15.2.2009 bis 31.5.2009 Geöffnet Di - So 10 - 18 Uhr

LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg Am Hebewerk 2 I
45731 Waltrop

Letzte Änderung der Seite: 07.08.2026 - 07:06