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Der Vierte Koalitionskrieg 1806/07

Kapitel 13: Bedeutung und Nachwirkung

Der Vierte Koalitionskrieg markiert für Preußen eine epochale Zäsur, die in ihrer Bedeutung mit wenig anderen Ereignissen der deutschen Geschichte vergleichbar ist. Die europäische Geschichtswissenschaft setzt die Epochenzäsur zwischen »Neuere und Neueste Geschichte« auf das Jahr 1789 (Französische Revolution); für Preußen im Speziellen gilt die Schlacht bei Jena und Auerstedt als eine Epochenzäsur. Kein anderes Ereignis hat das Königreich Preußen tiefer erschüttert – und keines hat mehr zu seiner Erneuerung beigetragen.

Für Napoleon bedeutete Tilsit den Höhepunkt seiner Machtfülle. Er herrschte nun direkt oder indirekt über den größten Teil Europas. Russland war sein formeller Verbündeter, Preußen und Österreich gedemütigt, Großbritannien durch die Kontinentalsperre eingeengt.

Für Preußen indes bedeutete die Niederlage den Beginn einer Erneuerung: Die Niederlage des alten Preußens war die zentrale Voraussetzung für die »Revolution von oben« in Form der Preußischen Reformen. Die durch Stein, Hardenberg, Scharnhorst und Humboldt eingeleiteten Veränderungen in Gesellschaft, Staat und Heer ermöglichten nicht nur die Befreiungskriege von 1813–1815, sondern schufen auch die Voraussetzungen für den Wiederaufstieg Preußens zur europäischen Großmacht.

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